Kosten Hausausbau

Hallo,

wir wollen unser 1-Familienhaus ausbauen, sprich noch ein bis zwei Zimmer anfügen. Nun sagte man mir, es gibt für die „Daumenkalkulation“ einen Wert der für den qm genommen wird. Kennt jemand diesen Wert ?

Vielen Dank vorab

Bettina

wir wollen unser 1-Familienhaus ausbauen, sprich noch ein bis
zwei Zimmer anfügen. Nun sagte man mir, es gibt für die
„Daumenkalkulation“ einen Wert der für den qm genommen wird.

Hallo Bettina!

Wenn ein Haus von 100 qm Grundfläche 200 T€ kostet, kommt man auf 2000 €/qm. Solcher Daumenwert ist aber so grob, daß er für den konkreten Einzelfall völlig unbrauchbar sein kann. Man kann für einen Bruchteil des Preises bauen oder auch viel teurer.

Ein Anbau wird baugenehmigungspflichtig sein. An einem Architekten führt schon deshalb kein Weg vorbei. Wenn Du Deine Wünsche und die Nutzungsart des Anbaus konkretisierst, sieht sich ein Architekt die Verhältnisse vor Ort an. Dann kann er den Aufwand für Bauwerksgründung, Dachkonstruktion, Fenster, Heizung usw beurteilen und eine Kostenschätzung abgeben.

Man kann auch umgekehrt vorgehen: Vorgabe eines Kostenrahmens und der Architekt soll sich überlegen, was damit zu machen ist.

Ich würde es nicht mit Daumenwerten versuchen, statt dessen gemeinsam mit einem Architekten verschiedene Gestaltungsvarianten und deren Kosten beraten.

Gruß
Wolfgang

Servus Bettina,

meinem Vorredner stimme ich zu: verlass & richte dich nicht auf /nach irgendwelchen Daumenwerten, sondern such dir einen Fachmenschen, der sich euere konkrete Ausbausituation anschaut — und anschließend beurteilt.

Jedes Gebäude ist anders. Dazu trägt allein schon der je individuell unterschiedliche Baugrund bei. Und die Himmelsrichtungen. Und die Gewässer. Und und und. Daumenwerte im Bau sind daher ähnlich unsinnig wie Krankenhaus-Fallpauschalen. Sie berücksichtigen beide die jeweiligen Besonderheiten nicht.

Also erkundige dich im Bekanntenkreis, und sucht euch einen Architekten für euer Vorhaben. Am besten einen, den die befragten Handwerker als „hart aber fair“ in der Bauüberwachung & Rechnungsprüfung empfunden haben. Stellt den befragten Handwerkern die Gretchenfrage = „habt/hättet ihr dem eure eigene (Haus-)Baustelle in Verwaltung gegeben?“ Hört genau hin, wenn er antwortet. Verlasst euch auf euer Gefühl. Lasst nicht nach, hakt nach — es geht schließlich um euer Geld.

Meine letzten 10 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Architekten haben mich eines gelehrt: ein guter Architekt kostet zwar Honorar — aber i.d.R. niemals mehr, als er einem an Kosten & Ärger erspart. Als Treuhänder des auftraggebenden Bauherren sind Architekten außerdem einer bestimmten Qualität verpflichtet, für die sie zudem haften müssen — im Streitfall finanziell.

Mein Fazit: Bauen ohne treuhänderischen (!!!) Architekten - nein!