Kosten Zahnfüllung Kunststoff mit > 70 % Kerami

Hallo zusammen,

Mein Zahnarzt riet mir von Amalgam - Zahnfüllung ab. (bin dagegen nicht allergisch, habe auch mehrere Amalgamfüllungen) Habe natürlich auf ihn gehört.
Die alternative keramische Kunststofffüllung mit Vivadent tetric Ceram wurde sehr aufwendig mit Kofferdamm, Trockenlegung,Denting Ätztechnik und Dentingbonding hergestellt. (etwas über 1h Arbeit)
Die Füllung kostet aber nun ca. 250 € abzüglich 50 € = 200 €.
Soweit so gut, die eine Füllung habe ich nun. Der Zahnarzt hat aber bereits 3 weitere schadhafte Amalgamfüllungen gefunden. (obwohl ich bei diesen keine Anzeichen von Schmerzen habe) Der Kostenvoranschlag beträgt wieder 200 € für die Einzelfüllung bzw. 350 € für 2 benachbarte Zähne. (bereits Kassenanteil abgezogen) Langsam wird mir dies zu teuer ?
Wer hat da Erfahrungen ??? Sind die keramischen Kunststofffüllungen wirklich so viel besser als normale Kunststofffüllungen bzw. Amalgamfüllungen ???

Danke !!!

Hallo zusammen,

Mein Zahnarzt riet mir von Amalgam - Zahnfüllung ab. (bin
dagegen nicht allergisch, habe auch mehrere Amalgamfüllungen)
Habe natürlich auf ihn gehört.

Servus Bernd,

ich find’s schon schön, wenn Patienten auf ihre (Zahn)ärzte hören :wink: Die Unterschiede zwischen ‚hören‘ und ‚gehorchen‘ müßten dann im ‚Deutsche Sprache‘-Brett eingehender diskutiert werden. Hat Dein ZA sich auch zu einer - nachvollziehbaren - Begründung herbeigelassen?

Die alternative keramische Kunststofffüllung mit Vivadent
tetric Ceram wurde sehr aufwendig mit Kofferdamm,
Trockenlegung,Denting Ätztechnik und Dentingbonding
hergestellt. (etwas über 1h Arbeit)
Die Füllung kostet aber nun ca. 250 € abzüglich 50 € = 200 €.

Eine Stunde ist hübsch lang für eine Composite Füllung, und dann ist es immer noch ein ordentliches Stundenhonorar. Aber das ist ja jetzt schon so.

Soweit so gut, die eine Füllung habe ich nun. Der Zahnarzt hat
aber bereits 3 weitere schadhafte Amalgamfüllungen gefunden.
(obwohl ich bei diesen keine Anzeichen von Schmerzen habe)

Schmerzen als Kriterium für das Auswechseln einer Füllung? Das ist keine gute Idee, weil es bedeuten würde, daß die Zahnpulpa (vulgo: Nerv) schon entzündet wäre. Da wärest Du dann schon nahe an der Wurzelbehandlung.

Brauchbare Kriterien wären:

  • klinische Inspektion: sicht-, und tastbarer Spalt zwischen Zahn und Füllung

  • sicht-, oder fühlbares Fehlen einer Füllungsteils

  • tast-, und sichtbare Sekundärkaries in der Zahnsubstant, die der Füllung benachbart ist

  • Sekundärkaries, die man im Röntgenbild (Bißflügelaufnahme) erkennen kann.

  • neue Karies an anderer Stelle des Zahnes. Das ‚Ausbohren‘ der neuen Karies reicht bis in die vorhandene Amalgamfüllung hinein.

Der Kostenvoranschlag beträgt wieder 200 € für die Einzelfüllung
bzw. 350 € für 2 benachbarte Zähne. (bereits Kassenanteil
abgezogen) Langsam wird mir dies zu teuer ?
Wer hat da Erfahrungen ??? Sind die keramischen
Kunststofffüllungen wirklich so viel besser als normale
Kunststofffüllungen bzw. Amalgamfüllungen ???

Die ‚keramischen‘ Füllungen nennt Dein ZA so, weil die Kunststoff-Matrix mit Füllkörpern angereichert ist, die (auch) aus keramischem Material sein können. Mehr dazu hier:
http://www.zahnwissen.de/frameset_lexi.htm?lexikon_w…

> bis Komposite scrollen

auch:

http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/21_05/pages2/zme…

Diese Materialien sind sehr ‚technik-kritisch‘. Das heißt, daß ein sehr guter Behandler sich ziemlich anstrengen muß, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Mit Amalgam ist das einfacher. Ansonsten liegt der Vorteil gegenüber dem Amalgam vor allem in der Ästhetik. Für alles andere gibt es keine Evidenz.

(Jetzt kommen 10400 Zuschriften aus der ‚Hach-du-Verbrecher-du-willst-uns-alle-vergiften-Ecke‘, auf die ich nicht eingehen werde.)

Fazit: Dein ZA ist verpflichtet (Aufklärungspflicht), Dir die verschiedenen Alternativen mit ihren Vor- und Nachteilen darzulegen. Einem Kassenpatienten darf er im Grunde die Amalgamfüllung (auf die er - in der Form der Sachleistung -immer noch einen Anspruch hat) NICHT verweigern.

http://www.blzk.de/archiv/zbay/4_00/004s65.html

Ansonsten halte ich die verlangten Preise für eher hoch. Dafür müßte man IMO auch schon ‚richtige‘ Keramik-Füllungen bekommen können.

http://www.agz-rnk.de/agz/content/3/3_4/3_4_7/3_4_7_…

Wenn Du also nur eine ‚Wiederherstellung des Zahnes in Form und Funktion‘ (Definition der Füllung) haben willst, und wenn Dir das grau- silberne Aussehen kein Problem darstellt, ist die Amalgamfüllung immer noch eine indizierte Alternative.

Kai

ganz kleine Ergänzung
N’Abend,

Wenn Du also nur eine ‚Wiederherstellung des Zahnes in Form
und Funktion‘ (Definition der Füllung) haben willst, und wenn
Dir das grau- silberne Aussehen kein Problem darstellt, ist
die Amalgamfüllung immer noch eine indizierte Alternative.

Mein Zahnarzt hat mir zu meiner Frage nach Keramikfüllungen schon vor Jahren genau die gleiche Antwort wie Kai gegeben und noch dazu gesetzt, dass Keramikfüllungen nicht so langlebig sind wie Amalgam-Füllungen.

Ich hab mich bisher diesem Amalgam-Horrorszenario nicht angeschlossen und auf meinen Zahnarzt gehört, der mir immer wieder versichert, dass gegen Amalgam nichts spricht, es sei denn man ist allergisch.

Gruß
Demenzia

1 „Gefällt mir“

Danke für Eure Meinung,

Mein ZA hat diese Füllung mit Ästetik, der Dauerhaftigkeit und einem geringeren Eingriff in die Zahnsubstanz begründet. So jedenfalls habe ich dies mit meinem Empfängerhorizont erfasst.

Das Risiko bei der Herstellung der Füllung ist offenbar wesentlich höher als bei der Amalgamfüllung.

Die Ästhetik ist mir im Vergleich zur Funktionalität zumindest bei den hinteren oberen Backenzähnen hintergründig.

Ist denn nun aber die Lebensdauer einer (optimal) eingebrachten keramischen Kunststofffüllung wirklich höher als bei einer Amalgamfüllung ??

Bernd

Ist denn nun aber die Lebensdauer einer (optimal)
eingebrachten keramischen Kunststofffüllung wirklich höher als
bei einer Amalgamfüllung ??

Servus Bernd,

wenn man wissenschaftlich haltbare Aussgen zu diesem Thema haben will, muß man vergleichbare Verhältnisse schaffen, Patientengruppen bilden und dann prospektive klinische Studien nach gültigen Evidenzkriterien machen. Das tut keiner. Gründe: die Industrie will nicht jahrelang ein unverändertes Produkt vermarkten, weil dann die Kunden (Zahnärzte) glauben, daß sie kein innovatives Produkt einsetzen. Also wird ständig an irgendwelchen Parametern gedreht (ob das sinnvoll ist oder nicht, ist weitestgehend egal), damit man ein verbessertes, schöneres, ökologischeres Material in einen umkämpften Markt bringen kann. Mit anderen Worten: man kann heute kein Füllungsmaterial kaufen, das es vor fünf Jahren schon gegeben hat. Wen interessiert aber eine Studie über ein Material, das es so gar nicht mehr gibt?

Wenn also ein Zahnarzt heute sagt:„Das Composite XY, das ich Ihnen jetzt in Ihren Zahn schmieren will, hält voraussichtlich Z Jahre“, drückt er eine Hoffnung aus, für die es kaum einmal valide Zahlen gibt.

Die Amalgame, die heute erhältlich sind, sind seit über zwanzig Jahren gleich. Amalgam als Füllungsmaterial wird seit dem 19ten Jahrhundert eingesetzt.

Um Deine Frage kurz zu beantworten: Keiner weiß, wie lange ‚keramische Kunststoffüllungen‘ wirklich halten. Wenn Untersuchungen vorliegen, ist das untersuchte Material in der Regel nicht mehr auf dem Markt.

Soissesehm :-0

Kai

PS: Pikant wird es dann, wenn Hersteller von Füllungsmaterialien sich mit Werbung direkt an die Patienten wenden. Das hat sich vor ein paar Jahren ein deutscher Konzern geleistet. So nach dem Motto: Fragen sie Ihren Doktor, ob er auch das SuperDuper-Ormocer verwendet, damit’s ein Prachtkind wird, oder so :wink:

1 „Gefällt mir“

Hallo Kai,

danke für Deine Erklärung. Ich kann also von meinem ZA keine verlässliche Erklärung zur Dauerhaftigkeit erwarten. Schade für den Patienten/ Kunden, vor allem wenn diese Materialien für meine Zähne noch richtig Geld kosten.

Mich hatte das Argument des geringeren Substanzverlust beim Füllungswechsel mit dem Gespenst der späteren Überkronung stark beeindruckt. Dies scheint aber doch nicht so gewichtig zu sein. Selbst wenn der Zahn (ich bin 42 Jahre alt) irgendwann in 20 Jahren überkront werden muss, hätte ich alternativ vielleicht bereits in eine zweite (teure) Composite- Füllung investiert, ist die Amalgamfüllung unter dem Schlussstrich die wirtschaftlichere Alternative. Oder liege ich da falsch ??

Bitte noch einmal kurz Deine Meinung zum Substanzverlust beim Füllungswechsel.

Danke Bernd

Servus Bernd,

wenn die alte Füllung entfernt wird, nimmt man einen geeigneten Fräser:

http://www.kometdental.de/index.php?id=51&0=

und legt einen Graben IN das zu entfernende Material, ungefähr senkrecht dazu einen zweiten

Wenn dabei die Füllung noch nicht in der Absaugung liegt, hebelt man mit einem geeigneten Instrument die Fragmente so auseinander, daß der resultierende Vektor nicht gerade auf den dünnen Schmelzrand gerichtet ist. Das gelingt meistens. Sollten noch furnierartige Amalgamraeste an den Schmelzrändern adhärieren, beugen sie sich meistens schon den hochfrequenten Vibrationen, wenn man den Fräser leicht darüberzieht.

Auf diese Weise ist der Verlust an Zahnsubstanz ein theoretischer.

Die ‚Drohung‘ mit dem Substanzverlust gebrauchen Zahnärzte gern, weil sie plausibel klingt, die Patienten ausreichend ins Grübeln bringt, und - schwupps hat man eine weiße Füllung verkauft, die der Patient ja sofort nehmen würde, weil sie halt schöner ist :wink: Wenn sie nur nicht so viel kosten würde.

BTW: hinterher liest man dann in www, daß manche Patienten mit der neuen ‚Keramikfüllung‘ nur noch Kobe-Rindfleisch essen können. Aber das ist ein anderes Kapitel. ;-/

Kai

1 „Gefällt mir“

Jetzt muss ich aber auch mal was sagen
Hallo.

Um mal einige Punkte wissenschaftlich fundiert klarzustellen.

  1. Amalgam ist ein gutes Füllungsmaterial

1a: Bei einer Amalgamfüllung muss sehr viel Zahnsubstanz geopfert werden, da sie nur mittels sogenannter Unterschnitte hält. Amalgam klebt nicht am Zahn. Im Querschnitt sieht dann das Loch im Zahn birnenförmig aus.

1b: Amalgamfüllungen sind umso haltbarer je besser und genauer sie gemacht werden. Auch hier sind Unterschiede in der Haltbarkeit auf die Fähigkeit des Behandlers zurückzuführen.

2: Kunststoff ist auch ein gutes Füllungsmaterial

2a: Bei einer Kunststofffüllung kann sehr viel gesunde Zahnsubstanz geschont werden, da keine Unterschnitte gebohrt werden müssen. Die Kunststofffüllung wird mit dem Zahn verklebt.

2b: Kunstofffüllungen sind umso haltbarer je besser und genauer sie gemacht werden. Unterschiede in der Haltbarkeit sind auf die Fähigkeit des Behandlers zurückzuführen.

3: Wie lange halten Amalgamfüllungen und Kunststofffüllungen

3a: Amalgam ist ein erprobtes Material. Es kann auch 20 Jahre oder länger halten. Wesentliche Neuerungen sind in den letzten 5 Jahren nicht entwickelt worden.

3b: Kunststofffüllungen sind nicht so widerstandsfähig was den Materialabrieb betrifft. Neuere Kunststoffe werden aber immer abriebfester. Ich kann sagen, dass Kunststofffüllungen die ich vor 12 Jahren gemacht habe, immer noch sehr gut aussehen.
Und ich sehe jeden Tag Amalgamfüllungen die deutlich jünger sind und ausgetauscht werden müssen.

3c: Eine allgemeingültige Aussage, wie lange eine Füllung oder eine Krone etc. hält kann ncht getroffen werden, da hier zu viele Umstände mit einfließen, die statistisch nicht erfasst werden können.
Hierzu zählen insbesondere Mundhygiene, Größe und Form der Füllung, Essgewohnheiten, Knirschen, usw.
Das wäre so wie wenn ein Herzchirurg sagen würde, dass Dein neues Herz jetzt mindestens 10 Jahre lang hält.

4: Sind die Kosten für eine Top Kunststofffüllung berechtigt?

4a: Eine Top Kunststofffüllung wird nicht (wie mein Vorredner sagt) hineingeschmiert.
Da Kunststoffe an Volumen abnehmen wenn sie hart werden, muss man diesen Volumenschwund ausgleichen, indem man immer nur sehr kleine Mengen in den Zahn einbringt und dann mit Licht aushärtet. Dies nennt man „Schichtung“. So kann man den Gesamtvolumenschwund der fertigen Füllung sehr gering halten. Weiterhin muss der Zahnkern (das Dentin) so vorbereitet werden, dass der Kunststoff eine feste, innige Verbindung eingehen kann. Je nach Technik kann diese Dentinvorbereitung aus einer, - zwei, oder drei Komponenten bestehen.
Hier braucht man viel Erfahrung und muss die einzelnen Schritte exakt einhalten, sonst wird diese Füllung minderwertig.

Für eine Füllung mittlerer Größe kann man da schon mal 30-45 Minuten veranschlagen. Für größere Füllungen ist eine Stunde nicht zu wenig.
Der Stundenumsatz einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis muss bei ca. 250 bis 300 Euro liegen, sonst macht die Praxis Verlust.

Bitte beachten: Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Ca. 70% des Umsatzes bestehen aus reinen Kosten. Also Personalkosten, Miete, Reparaturen etc. 30% des Umsatzes ist dann der Gewinn vor Steuern.
Je nach Höhe werden dann von diesen 30% nochmals 30 bis 40% vom Staat abgezogen. Das aber nur so nebenbei.

4b:
Heute werden moderne Kunststoffe auch als Alternative zu einer Krone verwendet. Da hier keine oder nur sehr wenig gesunde Zahnsubstanz verloren geht, ist das heute möglich. Hierbei nutzt man den Vorteil aus, dass der Kunststoff den Zahn von innen verklebt und stabilisiert. Bei eine Krone passiert dass von aussen, in dem gesunde Zahnsubstanz von aussen mittels eines Bohrers entfernt wird um Platz für eben diese Krone zu schaffen.

Fazit:

Man kann an dieses Thema sehr populistisch herangehen und altgediente Klischees des abzockenden Zahnarztes bedienen.

Man kann aber auch versuchen mit einem zumindest einigermassen aktuellem Wissensstand etwas Licht ins Dunkel der Mundhöhle zu bringen.

Ich kenne die Größe Deiner Füllungen nicht.
Ich weiss auch nicht ob Deine Füllungen ausgetauscht werden müssen oder nicht.
Ob Du Amalgam oder Kunststoff möchtest, das weisst nur Du.

Was ich aber weiss ist, dass Dein Zahnarzt mit Kofferdam arbeitet, und sehr lange für diese Füllung gebraucht hat. Das kann man als Qualitätsmerkmal werten.
Ich weiss auch, dass er scheinbar Füllungen austauschen möchte bevor Du Schmerzen hast. Ich würde das auch so empfehlen, denn wenn der Zahn erst mal wehtut, ist es für eine einfache Füllung meist schon zu spät.

Ich hoffe ich konnte Dir nun einigermassen helfen.

Bis denn

RAMIUS

Der Stundenumsatz einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis muss
bei ca. 250 bis 300 Euro liegen, sonst macht die Praxis
Verlust.

Bitte beachten: Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Ca. 70% des
Umsatzes bestehen aus reinen Kosten. Also Personalkosten,
Miete, Reparaturen etc. 30% des Umsatzes ist dann der Gewinn
vor Steuern.
Je nach Höhe werden dann von diesen 30% nochmals 30 bis 40%
vom Staat abgezogen. Das aber nur so nebenbei.

Hi Ramius,

250€ x 8h x 20 Tage im Monat x 30% Rendite macht 12.000.- € Gewinn pro Monat. Dazu kommen noch Abschreibungen auf die Geräte, die die Steuerlast senken.

Da denkt man, Zahnärzte weinen schon auf sehr hohem Niveau.

Klar hängen noch viele weitere Faktoren dran, ob eine Praxis floriert (30% Rendite muss man erst mal haben). Verständnis bei der breiten Bevölkerung erzeugt man damit aber nicht.

Grüße, Bernhard

DANKE, Ramius. Danke. Mehr bleibt nicht zu sagen. Von der zahntechnischen Seite her habe ich ebenfalls (fast immer) den gleichen Argumentationsaufwand. Wie kommen Preisunterschiede zustande…

Ok, dann rechnen wir mal ein wenig.

Wir nehmen eine Jahresarbeitszeit von 220 Tagen = 365 Tage minus Feiertage,Krankheit, Urlaub Fortbildungen etc.

Also 250€ x 8h = 2000€ x 220 Tage = 440000€
440000 x 30% =132000 € :12Monate = 11000€ pro Monat.
11000 - 42% Steuern =6380€ netto.

Krankenversicherung und Rentenversicherung als Selbstständiger immer der Höchstbeitrag also:
Freiwillig gesetzlich krankenversichert = 988,90€
Rentenversicherung ca 1200€

bleiben also 4191,10 €

Davon gehen dann noch Rücklagen für Neu-Investitionen ab.

Jetzt können wir noch ins Detail gehn und Kinderfreibeträge, private Krankenversicherung oder ähnliches ins Feld führen. Das sprengt aber hier den Rahmen. Dies ist auch nur eine grobe Rechnung die sicherlich nicht alle Gesichtspunkte beleuchtet.

Ich trage die Verantwortung für 6 Mitarbeiterinnen und trage das unternehmerische Risiko. Arbeitslosengeld bekomme ich nicht, wenn die Praxis pleite geht. Wenn ich mal länger krank bin, bekomme ich kein Gehalt weiterbezahlt , die Liste könnte noch weiter fortgeführt werden.

Natürlich verdiene ich evtl. mehr als Du. Das tut der Sparkassendirektor oder z.B. der Personalchef einer mittelgroßen Firma auch, und wahrscheinlich noch deutlich mehr.
Darüber regt sich seltsamerweise keiner auf.

Gruß
Ramius

2 „Gefällt mir“