Angenommen ein Inkassounternehmen treibt für einen Kunden,
dessen Schuldner verzogen ist, die Hauptforderung von rd. 126
€ ein, sind dann folgende hypothetische Kosten gerechtfertigt
oder gäbe es daran etwas anzufechten?
EUR 126 Hauptsumme
EUR 39 12% Zinsen (Zeitraum ca. 1,5 Jahre)
Meines Erachtens sind die 12% überzogen. So viel ich weiß gibt es einen Rahmen, in dessen Höhe sich die geltend gemacht Zinsen bewegen dürfen und dass dürften glaube ich höchtens 5% über dem jeweiligen Basiszinssatz sein.
EUR 72 Kosten des Mahnverfahrens
Sind nur dann zu zahlen, wenn sie auch tatsächlich angefallen sind. Ist dem so, müsste ja eine Vollstreckungsbescheid vorliegen, aus dem diese zu entnehmen sind. Liegt noch nichts vor, dürfen sich auch noch nicht geltend gemacht werden. Bei der Hauptforderung und der Summe des Mahnverfahrens würde ich fast schon dazu neigen zu sagen, dass ein Mahnverfahren noch nicht durchgeführt wurde.
EUR 6 5% Zinsen
Wofür sollen diese weiteren Zinsen sein? Für die Kosten des Mahnverfahrens? Auch hier gilt: Nur zu zahlen, wenn tatsächlich Mahnverfahren durchgeführt wurde.
EUR 47 Inkassokosten
Dürfen auf keinen Fall höher sein, als die Kosten die einem Anwalt entstehen würden.
EUR 34 Kosten für Gerichtsvollzieheraufträge
Nur zu zahlen, wenn tatsächlich angefallen, auch hier würde ich aufgrund der Höhe sagen, dass dies so nicht ist.
EUR 95 Gerichtsvollzieherkosten
Erscheinen mir sehr hoch. Auch hier um Aufklärung bitten. Tatsächlich angefallen? wenn ja wofür und NAchweise vorlegen lassen.
EUR 15 Gerichtskosten für Haftbefehl
Sind in Ordnung, allerdings auch nur zu zahlen, wenn der Antrag notwendig war (eine vorherige Vollstreckung müsste erfolglos gewesen sein, Schuldner wäre zum Beispiel zum Termin auf Abgabe der Vermögensauskunft nicht erschienen)
EUR 54 Auslagen u. Mahnspesen
Auch diese neben den Inkassokosten meines Erachtens zu hoch. Nachweise für Auslagen anfordern; Mahnkosten wie hoch?
in SUMME fast €490
Danke im Voraus