Hallo Linda,
wie schon gesagt, mein Studium liegt über 30 Jahre zurück; aber aus der Praxis gilt:
Der Markt ( Marktpreis ) ist maßgebend. Es dabei egal ob vollkommender Markt oder realer Markt.
Wenn ein Unternehmen verkaufen will, muß sein Angebot im Marktpreissekment liegen. Je weiter unten desto höher die Absatzchancen.
Die betriebsinterne Kalkumation zur Ermittlung der Kosten stellt die Untergrenze für den Angebotspreis dar.
Wenn ein Unternehmen durch Rationalisierung einspart und extrem kostengünstig prudziert, kann es - wie bereits gesagt - die Mfitwettbewerber aus dem Markt verdrängen.
Es wird dann zum Monopolisten und kann - mangels Konkurrenz - die Preise frei bestimmen.
Konsequenz: Das Unternehmen bestimmt den Marktpreis und wird diesen zur Gewinnmaximierung stetig erhöhen.
Aber dann kommt ein neuer Anbieter, der mit seiner Kalkulation unter dem „Monopolpreis = Marktpreis“ bleibt. Es dabei egal, ob Inland oder Ausland.
Und schon gewinnt er im Laufe der Zeit Marktanteile und der bisherige Monopolist muß nun handeln.
Neu kalkulieren, den Angebotspreis eventuell senken, um seine Produkte wieder los zu werden.
Dieser Zyklus wiederholt sich ständig, ist aber natürlich auch von betriebsunabhängigen Faktoren beeinflußt ( Rohstoffkosten - Energiekosten - Personalkosten - sonstige Einkaufskosten ).
Ich glaube, dieser Zyklus wurde „Schweinezyklus“ genannt.
Idealer Weise kann sich ein Unternehmen antizyklisch verhalten, das heißt, bei hohen Preisen am Markt anzubieten und Geld zu verdienen.
Bei fallenden und unrentablen Preisen auf andere Produkte ausweichen und abwarten.
Egal, ob vollkommender Markt oder realer Markt: Jedes Unternehmen muß den Marktpreis kennen. Sonst sind seine Preis ja unrealistisch ( Mondpreise ) und es verkauft nichts.
Eine betriebsinterne Kalkulation muß immer erfolgen; sonst weiß der Unternehmer ja nicht, ob er Gewinn oder Verlust macht.
Es gibt natürlich auch den Fall, daß kapitalstarke Unternehmen mit Verlust verkaufen, um Mitwettbewerber aus dem Markt zu drängen, um dann Monopolist zu sein und durch steigende Preise seine Verluste der Vergangenheit wieder auszugleichen.
Ich hoffe etwas geholfen zu haben.
MfG
Stefan Seidel