Kostenkalkulation & Marktpreis

Hallo zusammen.

Für eine Studienarbeit soll ich die grundsätzliche Unternehmenskalkulation, die sich in einem Unternehmen für dessen jeweilige Leistungen ergeben, mit der Wettbewerbspreisbildung auf einem vollkommenen Markt vergleichen.
Zudem soll ich Maßnahmen nennen, die ein Unternehmen ergreifen muss, wenn Marktpreis und Unternehmenskalkulation nicht übereinstimmen.

Ich wäre dankbar, wenn mir jemand ein paar Stichpunkte nennt für die Fragen.

Wie die Wettbewerbspreisbildung auf einem voll. Markt funktioniert, habe ich schon erklärt, aber jetzt komme ich nicht weiter (Ich studiere Kunst und habe für diese VWL-Arbeit nur eine Woche Zeit, daher wäre ich wirklich dankbar für Hilfe)

Viele Dank, Linda

Hallo Linda,

ich kenne mich nur mit Baukalkulation aus. Leider kann ich Dir nicht weiterhelfen.

MfG

Canadier

Leider habe ich auf dem Gebiet dieser Kalkulationart keinerlei Ahnung, sry.

Hallo Linda,

für eine Studienarbeit reichen mein Kenntnisse nach über 35 Jahren nicht mehr aus; dennoch ein paar Informationen.

Über die Unternehmenskalkulation gibt es viel Literatur ( Stückkostenkalkulation - Gesamtkostenkalkulation u. a ). Hier solltest Du ausreichend Informationen finden.

Zum Wettbewerbspreis weist Du ja bereits Bescheid.

Für Maßnahmen im Unternehmen ist immer der Wettbewerbspreis ( erzielbarer Marktpreis ) ausschlaggebend.

Nicht das Unternehmen mit seiner Kalkulation bestimmt den Preis sondern der Markt.

Liegt der kalkulatorische Preis unter dem Marktpreis, kann das Unternehmen mit Dumpingpreisen seine Produkte verkaufen und ggf. Konkurrenten vom Markt verdrängen.

Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Liegt aber der kalkulatorische Preis über dem Marktpreis, wird das Unternehmen keine Absatzchancen haben. Es ist einfach zu teuer.

Hier können nur betriebliche Maßnahmen helfen ( Einsparungen in allen Bereichen - Änderung von Produktionsabläufen ).

Aber bitte die neuen sich ergebenden Berechnung realistisch durchführen, sonst entstehen Verluste und das Unternehmen ist ggf. in seinem Bestand bedroht.

Viel Erfolg bei Deiner Arbeit; für ergänzende Informationen kannst Du mich auch gerne direkt anschreiben: [email protected]

MfG

Stefan Seidel

Hallo,
vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.
Grundsätzlich habe ich aber noch eine Verständnisfrage (so viele neue Informationen und eine so kurze Bearbeitungszeit).
Ich soll in der Ausarbeitung die Kalkulation auf einem vollkommenen Markt mit der auf einem normalen Markt vergleichen, aber ich verstehe noch nicht so ganz den Unterschied. Auf einem vollkommenen Markt kennen die Anbieter den Marktpreis und überlegen wie viel Gut sie für diesen Preis anbieten. Also gilt der Satz „Nicht das Unternehmen mit seiner Kalkulation bestimmt den Preis sondern der Markt.“ / Sie kalkulieren erst wenn sie den Marktpreis wissen?! Falls sie im voll. Markt einen höheren Preis ansetzen, kommt wegen der Markttransparenz usw keiner mehr zu ihnen, falls sie einen niedrigeren Preis ansetzen, kommen alle Nachfrager zu ihnen, aber sie können die große Nachfrage nicht befriedigen.
Und für den realen Markt gelten die in ihrer Email aufgelisteten Antworten/Maßnahmen, oder?
Gibt es denn überhaupt Maßnahmen die man auf einem voll. Markt ergreifen kann, falls die Kalkulation nicht mit dem Marktpreis übereinstimmt? (Oder gibt es das überhaupt nicht, weil sie in Abhängigkeit vom Marktpreis kalkulieren?)
Soooo viele Fragen, ich wäre wirklich dankbar für eine Antwort.
Liebe Grüße
Linda

Hallo Linda,

wie schon gesagt, mein Studium liegt über 30 Jahre zurück; aber aus der Praxis gilt:

Der Markt ( Marktpreis ) ist maßgebend. Es dabei egal ob vollkommender Markt oder realer Markt.

Wenn ein Unternehmen verkaufen will, muß sein Angebot im Marktpreissekment liegen. Je weiter unten desto höher die Absatzchancen.

Die betriebsinterne Kalkumation zur Ermittlung der Kosten stellt die Untergrenze für den Angebotspreis dar.

Wenn ein Unternehmen durch Rationalisierung einspart und extrem kostengünstig prudziert, kann es - wie bereits gesagt - die Mfitwettbewerber aus dem Markt verdrängen.

Es wird dann zum Monopolisten und kann - mangels Konkurrenz - die Preise frei bestimmen.

Konsequenz: Das Unternehmen bestimmt den Marktpreis und wird diesen zur Gewinnmaximierung stetig erhöhen.

Aber dann kommt ein neuer Anbieter, der mit seiner Kalkulation unter dem „Monopolpreis = Marktpreis“ bleibt. Es dabei egal, ob Inland oder Ausland.

Und schon gewinnt er im Laufe der Zeit Marktanteile und der bisherige Monopolist muß nun handeln.

Neu kalkulieren, den Angebotspreis eventuell senken, um seine Produkte wieder los zu werden.

Dieser Zyklus wiederholt sich ständig, ist aber natürlich auch von betriebsunabhängigen Faktoren beeinflußt ( Rohstoffkosten - Energiekosten - Personalkosten - sonstige Einkaufskosten ).

Ich glaube, dieser Zyklus wurde „Schweinezyklus“ genannt.

Idealer Weise kann sich ein Unternehmen antizyklisch verhalten, das heißt, bei hohen Preisen am Markt anzubieten und Geld zu verdienen.

Bei fallenden und unrentablen Preisen auf andere Produkte ausweichen und abwarten.

Egal, ob vollkommender Markt oder realer Markt: Jedes Unternehmen muß den Marktpreis kennen. Sonst sind seine Preis ja unrealistisch ( Mondpreise ) und es verkauft nichts.

Eine betriebsinterne Kalkulation muß immer erfolgen; sonst weiß der Unternehmer ja nicht, ob er Gewinn oder Verlust macht.

Es gibt natürlich auch den Fall, daß kapitalstarke Unternehmen mit Verlust verkaufen, um Mitwettbewerber aus dem Markt zu drängen, um dann Monopolist zu sein und durch steigende Preise seine Verluste der Vergangenheit wieder auszugleichen.

Ich hoffe etwas geholfen zu haben.

MfG

Stefan Seidel

Da kann ich leider nicht weiterhelfen.