Kostenloses Konto wird plötzlich gebührenpflichtig

Hallo zusammen,
Kundin unterhält seit fast 20 Jahren ein privates Girokonto bei der Postbank.  Das Konto war seinerzeit gebührenfrei, sofern mindestens 2000 DM monatlich eingingen. Mit der Euroumstellung wurde das wohl auf 1000 Euro umgerechnet, keine Ahnung. Paarmal waren auch die 3Markfuffzig Euro fällig, wenn der Betrag unterschritten wurde. 
Seit etwa einem Jahr aber bucht die Post allerdings etwa 40 - 50 Euro pro Quartal ab für Kontoführungsgebühren. Kundin beschwert sich per Mail - keine Antwort. Vergisst es wieder. Bei der nächsten Abbuchung das gleiche Spiel. Nun ist die dritte oder vierte Abbuchung erfolgt, wieder eine Mail, diesmal an mehrere E-Mailadressen der Firma Postbank. Es kam eine Mail, die offensichtlich ein Standardtext war. „Diese Kosten würden halt anfallen.“ Frollein, kann es sein. dass Sie die Mail gar nicht gelesen haben, bevor Sie Ihren Textbaustein abgeschickt haben? Kundin schreibt in die Mail vorsichtshalber gleich einen vorläufigen Kündigungsvermerk zum Quartalsende hinein. Nun kam eine Antwort von anderer Stelle, dass der Vorgang unter der Nummer sowieso bearbeitet würde und dass ein Brief kommen würde. Absender war diesmal eine Geschäftskunden-E-Mail-Adresse. Man hatte seitens Postens offensichtlich das Privatkonto ohne Wissen, ohne Zutun und ohne Billigung der Konto-Inhaberin in ein Geschäftskonto umgewandelt, warum auch immer. Zeitweilig waren es auch recht viele Buchungen bzw. etwas höhere Umsätze, aber es ist der Kundin nicht bekannt, das das irgendwie limitiert wäre. Außerdem wurden solche Limits, falls es überhaupt welche geben sollte, in früheren Jahren bei Weitem überschritten.
Also: Drei Wochen lang passiert wieder nichts. Weder kam der versprochene Brief, noch eine Mail noch eine Benachrichtigung auf der Kontoebene.
Konto-Inhaberin  setzt per Mail eine Frist zur Klärung, verlangt zum wiederholten Mal die unrechtmäßig eingezogenen Gebühren (insgesamt ca. 160.- - 170.- Euro) zurück, wiederholt die Kündigung zum Quartalsende. Die Frist ist verstrichen, ohne dass eine Antwort kam.
Was sollte die Konto-Inhaberin tun?  Das Geld als „diffuse Verluste“ abschreiben und einfach per Einschreiben kündigen?
Wer hat ähnliche Erfahrungen bzw. wer kennt einen vergeichbaren Fall? Was würdet Ihr tun?
Danke im Voraus für Eure Meinungen.
Gruss vom Tintling

Hallo,

grundsätzlich sollte man mit Banken und Versicherungen auf die gute alte Art,nämlich
schriftlich (und in diesem Falle mit Einschreiben-Rückschein) kommunizieren.

Kontaktadresse ist:

Deutsche Postbank AG
Friedrich-Ebert-Allee 114-126
53113 Bonn

Desweiteren sollte man einen Blick in die AGB der Postbank werfen,
vor allem in die verschiedenen Versionen seit 1990…

Als Stichtage sollte man hier schauen…

  • 1995 eigenständigkeit der Postbank (zusammenlegung der staatlichen
    Postgiroämter der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post der DDR

  • 1999 die Deutsche Post AG übernimmt „wieder“ die Postbank AG

  • 2010 Übernahme der Postbank AG durch die Deustche Bank AG und damit
    endgültige Privatisierung

Hallo,

wenn sich Bedingungen ändern, muss dies dem Kunden mitgeteilt werden.

Ergänzend kann man jederzeit die entsprechenden Bedingungen kontrollieren
um dann mit gezielten Fragen die Bank kontaktieren.

Vielleicht helfen diese Links weiter:

https://www.postbank.de/privatkunden/docs/P0184_13_B…

https://www.postbank.de/privatkunden/docs/Preisverze…

https://www.postbank.de/privatkunden/docs/Preis-_und…

Gruß Merger

Hallo,

es ist bei allen Banken das gleiche. Sie setzen darauf, dass ein vernünftiger Mensch wegen 3,50 € keine große Aktion macht und sich alles gefallen läßt. Also kann man es ja probieren. Auf unangenehme Emails oder Briefe wird dann nicht geantwortet, und die Gebührenschraube immer weiter angezogen, bis man auf Widerstand stößt. Dann kann man im allerschlimmsten Fall immer noch zurückrudern und die 3,50 € zurückzahlen.

Ich denke, ein mündiger Bürger hat auch die Pflicht, auf so ein Verhalten konsequent zu reagieren. Das heißt in diesem Fall, sofort das Konto per Einschreiben (alle anderen Briefe gehen gewöhnlich verloren) zu kündigen und sich was besseres zu suchen.

Mir ist es ähnlich ergangen, und ich bin jetzt seit ein paar Wochen bei der Fidorbank. Echt empfehlenswert (bis jetzt!).

Gruß Ebi

grundsätzlich sollte man mit Banken und Versicherungen auf die
gute alte Art,nämlich
schriftlich (und in diesem Falle mit Einschreiben-Rückschein)
kommunizieren.

Und was genau soll das Einschreiben bringen?

Desweiteren sollte man einen Blick in die AGB der Postbank
werfen,

Was genau, das für den Fall relevant sein könnte, sollte darin zu finden sein? Kontomodelle und Gebühren sind jedenfalls ganz sicher nicht in den AGB aufgeführt.

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Hallo,

es ist bei allen Banken das gleiche. Sie setzen darauf, dass
ein vernünftiger Mensch wegen 3,50 € keine große Aktion macht
und sich alles gefallen läßt.

und die Kunden sind auch alle gleich: glauben, auf ewig eine kostenlose Dienstleistung (auch bei geändertem Zahlungsverhalten) abgreifen zu können, lesen die Post nicht, schauen sich ihre Kontoauszüge nicht an, nutzen ein Privatkonto für gewerbliche Zwecke usw. usf. und wundern sich am Ende, daß sie Geld bezahlen müssen.

Man könnte natürlich auch von pauschalen Verurteilungen Abstand nehmen und sich zunächst einmal um Sachverhaltsaufklärung bemühen. Aber das ist vermutlich mal wieder zu einfach gedacht.

Ich denke, ein mündiger Bürger hat auch die Pflicht, auf so
ein Verhalten konsequent zu reagieren. Das heißt in diesem
Fall, sofort das Konto per Einschreiben (alle anderen Briefe
gehen gewöhnlich verloren) zu kündigen und sich was besseres
zu suchen.

Komisch, daß bei mir noch nie ein Brief verloren gegangen ist, obwohl ich noch nie ein Einschreiben verschickt habe (was in den allermeisten Fällen eh nichts bringt, außer daß es mehr Geld kostet) und daß bisher immer auf alle Briefe reagiert wurde. Mal abgesehen davon, daß ich seit 15 Jahren für Konto und Depot das gleiche bezahle.

Vermutlich bin ich das Einzelschicksal und nicht „alle anderen“.

C.

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Wie war das doch mit eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus ??

Wenn ich mir deine Vika anschaue:

>Über mich
>Mitglied Nr. 25002 der Cloud Appreciation Society.
>Nach Bankausbildung BWL-Studium mit Schwerpunkten in der VWL (insbesondere >Geldtheorie und -politik) und im Finanzbereich absolviert.
>Seit 1999 im Risikomanagement verschiedener Kreditinstitute tätig

wundern mich deine Aussagen nicht.

Komisch, daß bei mir noch nie ein Brief verloren gegangen ist, obwohl ich noch
nie ein Einschreiben verschickt habe (was in den allermeisten Fällen eh nichts
bringt, außer daß es mehr Geld kostet) und daß bisher immer auf alle Briefe
reagiert wurde.

Was ziemlich unglaubwürdig klingt,vor allem da Du nach eigener Aussage laut Vika ja im Risikomanagement tätig bist.
Wenn Einschreiben sooo überflüssig sind,frage ich mich dann nämlich warum alle Banken es trotzdem machen.

Mal abgesehen davon, daß ich seit 15 Jahren für Konto und Depot das gleiche bezahle.
Vermutlich bin ich das Einzelschicksal und nicht „alle anderen“.

eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus …passt doch wieder

>Nach Bankausbildung BWL-Studium mit Schwerpunkten in der VWL
(insbesondere >Geldtheorie und -politik) und im Finanzbereich
absolviert.
>Seit 1999 im Risikomanagement verschiedener Kreditinstitute
tätig

wundern mich deine Aussagen nicht.

Wieso nicht? Vielleicht hilft es Dir bei der Beurteilung, daß ich bisher nur bei Kreditinstituten gearbeitet habe, die mit dem normalen Privatkundengeschäft genau gar nichts am Hut haben. Insofern habe ich wiederum mit den Krähen, die Du meinst, nichts zu tun und erst recht nichts davon, wenn Krähen, die weder Konkurrenz noch Freunde sind, besser oder schlechter in der öffentlichen Wahrnehmung stehen.

Aber es macht natürlich mehr Sinn, wenn sich Leute zu Bankthemen äußern, die von dem, was in den Instituten passiert, mal so gar keine Ahnung haben.

Komisch, daß bei mir noch nie ein Brief verloren gegangen ist, obwohl ich noch
nie ein Einschreiben verschickt habe (was in den allermeisten Fällen eh nichts
bringt, außer daß es mehr Geld kostet) und daß bisher immer auf alle Briefe
reagiert wurde.

Was ziemlich unglaubwürdig klingt,vor allem da Du nach eigener
Aussage laut Vika ja im Risikomanagement tätig bist.
Wenn Einschreiben sooo überflüssig sind,frage ich mich dann
nämlich warum alle Banken es trotzdem machen.

Wir reden hier von Einschreiben, die Kunden an ein Kreditinstitut schicken. Diese sind völlig überflüssig, weil es einem nie gelingen wird, nachzuweisen, WAS man gerade an das Institut geschickt hat. Wenn ein Kreditinstitut ein Einschreiben verschickt (was regelmäßig nur bei Kontoeröffnungsunterlagen aufgrund gesetzlicher Vorgaben der Fall ist, mittlerweile aber weitgehend abgelöst durch PostIdent wurde), dann wird der Vorgang sauber dokumentiert, d.h. Empfänger, absendende Abteilung bzw. Mitarbeiter, Datum usw. Außerdem dient das Einschreiben in den genannten Fällen nicht dazu, nachzuweisen, daß der Kunde den Brief bekommen hat, sondern dazu, die eigenhändige Unterschrift als Unterschriftenprobe zu den Kontounterlagen nehmen zu können.

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Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten.

Heute kam tatsächlich ein Schreiben von der Postbank.
„Die Grundlage für die Unterscheidung nach privatem und geschäftlichem Konto bildet die tatsächliche Kontonutzung. Diese beurteilen wir anhand der eingehenden Gutschriften. So weisen Lohn- und Gehaltsgutschriften auf eine private Nutzung hin. Dagegen gehen wir bei einem überwiegenden Eingang aus z.B. Rechnungsgutschriften, Provisionen oder auch Bargeldeinzahlungen von einer gewerblichen Nutzung aus.
Es wäre schön, wenn diese Erläuterungen unser Vorgehen erklären und ihr Verständnis finden.“

Nein liebe Christel von der Post, findet es nicht,
denn zum Einen habe ich mein Konto niemals anders genutzt, als in den letzten 20 Jahren auch. Und zwar in einer keineswegs geschäftsmäßigen Intensität. Zum anderen ist es nicht die feine Art, so einfach mitteilungslos umzuswitchen und sich an meinem Guthaben zu vergreifen.
Die Kündigung zum Quartalsende ist bereits unterwegs.

Soweit 20 Jahre Postbankkonto. Tut mir fast ein bißchen Leid, denn gerade begann ich mir die PIN für die Aldikasse zu merken.

Schöne Grüße vom Tintling

Nachtrag @ C-Punkt: Ich hoffe, dass ich mich nicht indirekt davon angesprochen fühlen sollte:
"und die Kunden sind auch alle gleich: glauben, auf ewig eine kostenlose Dienstleistung (auch bei geändertem Zahlungsverhalten) abgreifen zu können, lesen die Post nicht, schauen sich ihre Kontoauszüge nicht an, nutzen ein Privatkonto für gewerbliche Zwecke usw. usf. und wundern sich am Ende, daß sie Geld bezahlen müssen. … "

Nee, dieser Schuh würde mir nicht passen. Zum Glück hast Du mich ja auch nicht damit angesprochen :wink:

>wundern mich deine Aussagen nicht.
Wieso nicht? Vielleicht hilft es Dir bei der Beurteilung, daß ich bisher nur bei
Kreditinstituten gearbeitet habe, die mit dem normalen Privatkundengeschäft
genau gar nichts am Hut haben. Insofern habe ich wiederum mit den Krähen,
die Du meinst, nichts zu tun und erst recht nichts davon, wenn Krähen, die
weder Konkurrenz noch Freunde sind, besser oder schlechter in der öffentlichen
Wahrnehmung stehen.

Nun,dann stellt sich doch die Frage,warum du dich dazu äußerst…

Wenn Einschreiben sooo überflüssig sind,frage ich mich dann
nämlich warum alle Banken es trotzdem machen.
Wir reden hier von Einschreiben, die Kunden an ein Kreditinstitut schicken.

Nein,ich rede hier von Einschreiben der Banken an Kunden

genau gar nichts am Hut haben. Insofern habe ich wiederum mit den Krähen,
die Du meinst, nichts zu tun und erst recht nichts davon, wenn Krähen, die
weder Konkurrenz noch Freunde sind, besser oder schlechter in der öffentlichen
Wahrnehmung stehen.

Nun,dann stellt sich doch die Frage,warum du dich dazu
äußerst…

Weil ich mich zu falschen, irreführenden und/oder wenig hilfreichen Antworten äußere - ganz gleich ob es sich um Kreditinstitute, Stahlwerke oder Autoverleiher dreht.

Wenn Einschreiben sooo überflüssig sind,frage ich mich dann
nämlich warum alle Banken es trotzdem machen.
Wir reden hier von Einschreiben, die Kunden an ein Kreditinstitut schicken.

Nein,ich rede hier von Einschreiben der Banken an Kunden

Erstens hat das mit der Fragestellung bzw. der irreführenden Antwort, die ich kommentierte, nichts zu tun und zweitens schrieb ich schon, daß der Sachverhalt ein völlig anderer ist, weil die Dokumentationslage und damit auch die Beweiskraft eine andere ist, wenn ein KI ein Einschreiben an einen Kunden verschickt.

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Nein liebe Christel von der Post, findet es nicht,

Ist denn die Darstellung falsch, nach der es Provisionen, Rechnungsgutschriften und Bargeldeinzahlungen gab?

denn zum Einen habe ich mein Konto niemals anders genutzt, als
in den letzten 20 Jahren auch.

Wenn das Konto 20 Jahre lang gewerblich genutzt wurde, dann sollte sich der Kunde darüber freuen, daß er jahrelang vom kostenlosen Privatkonto profitieren konnte.

geschäftsmäßigen Intensität. Zum anderen ist es nicht die
feine Art, so einfach mitteilungslos umzuswitchen und sich an
meinem Guthaben zu vergreifen.

Zunächst einmal stellt sich die Sachlage so dar, daß das Konto vertragswidrig genutzt wurde. Eine Umstellung auf ein anderes Kontomodell ist die harmlosere Alternative zur - durchaus denkbaren - fristlosen Kündigung.

C.