Moin,
ich schreibe an meiner Diplomarbeit und bin etwas verwirrt.
ich gehe jetzt mal davon aus, dass du die Grundprinzipien verstanden hast.
Ich bin an dem Punkt wo ich für meine Arbeit entschieden habe,
dass die Prozesskostenrechnung sich für den Sachverhalt am
Besten eignet.
Allgemein: Prozesskostenrechnung ist aufwendig = teuer.
Man sollte die Kosten der Kostenrechnung nie vergessen.
Das spricht nicht gegen deine Entscheidung, sondern ist nur ein Hinweis.
In der Literatur steht, dass mehrere
Kostenrechnungssysteme kombinieren kann um so alle Ziele
abzudecken.
Schön, dass es so gute Literatur gibt.
Wie kann ich mir das konkret vorstellen? Wäre dann die
Prozesskostenrechnung die Kostenträgerrechnung und ich muss
noch ein geeignetes System für Kostenarten- und
Kostenstellenrechnung finden? Oder würde dann zwei Systeme
(Prozesskostenrechnung und ein weiteres) komplett getrennt
verlaufen (beide haben KAR, KST, KTT)?
Also die Kosten laufen ja erst einmal irgendwo auf, z.B. 10 Mio EUR für Personalkosten, 80 Mio EUR für Material usw.
Das „muss“ ich ja dann verteilen. Wie ich das verteile sollte grundsätzlich auf Basis einer Sinnhaftigkeit erfolgen, nicht auf Basis einer Kostenrechnungssystemwahl.
D.h. 10 Unternehmen können das alles auf 10 unterschiedliche Arten und Weisen operativ ausführen.
Die Kostenrechnungen in den Unternehmen leben mehr in der operativen Praxis, weniger in Systematik.
Anders herum gefragt: Würdest du Gebäudekosten (wenn sie nicht direkt zurechenbar sind) lieber einfach über qm oder über eine Prozesskostenrechnung verteilen wollen.
Außerdem sagte mir jemand, dass ich die Prozesskostenrechnung
unter den Teilkostensystemen einordnen müsste.
Das kommt jetzt darauf an, was dein Prof. meint (den Faktor NIE unterschätzen!!!).
Man hat ja heute immer mehr das Problem sinkender Teilkostenanteile, d.h. ich mache den ganzen Kostenrechnungstarlala, habe dann aber noch einen wesentlichen Teil Fixkosten übrig. Das ist ärgerlich, weil ich dann immer noch nicht möglichst viel verursachungsgerecht verteilt habe (deswegen mache ich das ja, oder?).
Das wird häufig unter Proportionalisierung von Fixkosten diskutiert.
Auch hier würde ich prüfen, was dein Prof. meint.
Grundsätzlich behandele ich ja einen „Kostenblock“ der „irgendwo“ liegt mit einer Methode: sind da nur variable Kosten drin, könnte ich das als Teilkostenrechnung sehen, falls nicht ist es eine Vollkostenrechnung.
Mir ist es aber auch eher als Vollkostenrechnung bekannt.
Die Prozesskostenmethode fokussiert ja eher das Thema: WIE man Kosten verteilt. Die Sichtweise VK/TK-Rechnung WELCHE Kosten man verteilt.
Hoffe das hilft.
Grüße
Michael