Kostolany - an exc, ivo und andere Profis

Hallo,

vor einiger Zeit, als ich mich hier als Börsenneuling outete, wurde mir recht deutlich empfohlen, ich solle vielleicht erst mal Kostolany lesen. Habe ich gemacht (3 Bücher in einem, über 700 Seiten, ich weiss, es gibt noch mehr Bücher von ihm).

Nun wurde mir von anderer Seite recht nett bedeutet, dass ich doch inzwischen mit den Ansichten dieses Herren, so ich sie denn verinnerlichen und anwenden würde, absolut hinter der Mond leben würde und man ist eben heute viel weiter.

Nach meiner Meinung ändern sich zwar die technischen Umstände wie Daytrading, Arbitagegewinne usw., aber eine Wahrheit wird nicht deshalb unwahr. weil sie alt ist.

Für mich selbst erscheint Daytrading am naheliegendsten, da ich einfach nicht die Geduld habe, abzuwarten. Es sei denn, ein Sponsor bezahlt mir einen Eimer Baldrian pro Tag zur Beruhigung (nee, geht nicht, wir haben ja jetzt eine Katze).

Also, ich steh’ auf Herrn Kostolany - was mein ihr ?

Gruss

Andreas

Hi Andreas,

Daytrading und Kostolany? Hat du nicht das Gefühl, daß du da nen bühnenreifen Spagat hinlegst?

Ich spiele in vielen Börsenspielen mit und es hat sich immerwieder gezeigt: Egal wann und egal was man kauft, solange es gut gemischt ist, ist man langfristig im Plus.

gruss

Hi Andreas,

Hallo local,

Daytrading und Kostolany? Hat du nicht das Gefühl, daß du da
nen bühnenreifen Spagat hinlegst?

Ja, es tut schon in der Leistengegend weh :wink:

Ich meinte nur, dass generell die Erkenntnisse des Herrn Kostolany nicht „altern“. Besonders, was z. B. angebliche Supertips usw. angeht.

Bisher hatte ich einfach nicht den Nerv, längerfristig die Depotentwicklung abzuwarten. Weiss auch nicht warum.

Dann könnte doch jeder (wurde hier im Forum schonmal gepostet) ein gutes d. h. oft gestiegenes Depot aus einer der einschlägigen Zeitschriften „nachbauen“ und wäre damit auf längere Sicht auf der sicheren Seite ?

Wäre eigentlich einen Gedanken wert.

Inzwischen sehe ich ein, dass eine gute Streuung überlebenswichtig ist.
Ist nämlich ein blödes Gefühl, wenn man sein gesamtes Geld auf eine Aktie setzt. Schon mal versucht ? Da flattern die Nerven, und ich steige mit Minimal-Gewinn aus :frowning:

Ich spiele in vielen Börsenspielen mit und es hat sich
immerwieder gezeigt: Egal wann und egal was man kauft, solange
es gut gemischt ist, ist man langfristig im Plus.

gruss

Danke für die Antwort,

Andreas

Hallo,

Also, ich steh’ auf Herrn Kostolany - was mein ihr ?

ich meine, daß es verschiedene Sichtweisen gibt. Die langfristige Geldanlage ist die eine. Hinter ihr steht die Idee, daß man in ein Unternehmen investiert, weil man an seine Zukunft glaubt. Trenne Dich von dem sturen Gedanken „ich habe ne Aktie“ und mache Dir klar, daß Du eine Unternehmensbeteiligung eingehst. Würdest Du in dieses Unternehmen investieren, wenn es nicht über eine Aktie an der Börse wäre (also spielerisch), sondern wenn es darum ginge, „richtiger“ Anteilseigner zu werden (was Du auch mit einer Aktie de facto bist). Würdest Du Herbert vom Kiosk fgegenüber Geld in die Hand drücken und Dich damit am Unternehmen „Kiosk“ beteiligen? Ist nichts anderes, als eine Henkel-Aktie zu kaufen, nur in einer anderen Dimension, nicht was Deinen Einsatz betrifft, sondern was das Unternehmen betrifft.

Das ist die Frage, die Du Dir stellen mußt: Vertraust Du Herbert und Dr. Lehner (Leiter der Geschäftsleitung bei Henkel)?

Daytrading ist da eine ganz Sache. Da geht es nicht mehr um Investition, sondern um Spekulation. Das kann man machen und das kann man auch erfolgreich machen. Ich habe mit mir mal einen kleinen Test gemacht. Ich habe mir über drei Monate morgens die Nachrichten und die Börsenkurse in Fernost und USA angeschaut und aus diesem Gefühl für den Tag versucht, eine Tendenz für den deutschen Börsentag zu ermitteln. Von den knapp 90 Börsentagen lag ich bei der Tendenz für den DAX (!) an 82 Tagen richtig. Hilft mir nicht viel, weil ich taggleich handeln darf.

Diese, wie ich finde, sehr hohe Trefferquote bringt aber nichts, weil man davon immer noch nicht weiß, welcher Einzelwert gut läuft. Soweit ich weiß, sieht die Erfolgsquote für die Daytrader nicht allzu gut aus, wobei natürlich immer einige Leute versichern, daß das funktioniert. Über Verluste an einzelnen Tagen schweigen diese Leute natürlich.

Es gibt für mich drei Anlagestrategien, die ich mitunter parallel verfolge: Langfristige Anlage, mittelfristige Anlage (bis max. 1 Jahr) und kurzfristige Anlage.

Erstere basiert auf einer Einschätzung für das Unternehmen, seiner Produkte und seiner Chancen am Markt. Zweitere orientiert sich an der relativen Stärke, d.h. wie stark ist der Kurs im Vergleich zum DAX gelaufen (Sondereffekte werden berücksichtigt). Letztere hingegen ist reine Zockerei, an der ich mich nicht beteilige, außer wenn ich einen Kandidaten entdecke, der extrem schlecht gelaufen ist.

Einen Spagat zwischen Kostolany und Daytrading vermag ich auch nicht herzustellen. Man kann sich für eines entscheiden, aber die Mischung ist m.E. besser, wobei man eben das Gefühl für die Chancen und Risiken aller Strategien für sich ermitteln muß.

Gruß,
Christian

ich habe auch monatelang Daytrading gemacht… und im Endeffekt weniger Geld gehabt als zum Beginn!
Es ist einfach zu schwierig den Trend vorherzusagen, oft liegt man falsch.

Besser ist das Trading über 1-3 Wochen mit dem Trendindikator MACD. Damit macht man Kohle!!!

Hallo Andreas,

da du mich explizit ansprichst:

Kostolany hat mit vielem recht was er sagt. Zweifelsohne.
Aber Daytrading und Kostolany’s Denken schließen sich gegenseitig aus.

Daytrading ist das perfekte Zockerelement, Kostolany redet vom langfristigen Vermögensaufbau.

Jedoch auch hier bleib ich dabei, dass Kostolany bei Japanern die vor kanpp 20 Jahren Papiere gekauft haben, keinen guten Ruf geniesen dürfte.

Gruß Ivo

kostolany = sepp herberger
hallo, der ball ist rund, ein spiel dauert 90 minuten … das sind alles wahrheiten - genauso bekannte sprueche vom ehrwurdigen ungarischen zocker, wie:

Oft gibt es Anlageberater, die den Ausdruck Ich garantiere… häufig benützen. Doch wer garantiert für sie?"

„Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft.“

„Die größte Spekulation der Welt wäre es, einen Politiker zu dem Wert einzukaufen, den er hat, und ihn zu dem Wert zu verkaufen, den er sich selbst einräumt.“

„Die Börse ist launisch und unberechenbar. Man muss auch die Reaktion des Publikums erraten.“

„An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1. Man muss nur die Nerven und das Geld haben, das minus 1 auszuhalten.“

usw usw…
der unterhaltungswert dieser wahren sprueche ist mindestens so hoch wie der, dieter bohlens und marcel reich-ranitzkis zusammen!

aber was nuetzt es?
fussball wird heute von anderen maechten gesteuert, als von 11 freunden, und als der meister kraeftig absahnte, waren boersianer eine art geheimbund in dunklen anzuegen, die allerdings alle wenigstens das gemeinsame interesse verdienen mit selbsterarbeitetem geld hatten… und da habe ich heute grosse zweifel, dass es immer noch so ist…
also mach ruhig in daytrading, arbitrage, etc, aber pienz nicht rum, wenn der markt nicht so reagiert, wie du willst, sondern andere…
and remember harald schmidt: das geld ist dann ja nicht weg, es ist nur woanders…
gruss
khs