Krabbeln und Mathe

Hallo,

hier steht ein Artikel (leider auf Englisch, vielleicht kennt jemand etwas Deutsches, außer den Links, die Duplosche schon gepostet hat):
http://www.crawlies.ca/babyarticles/encourage-your-c…

In dem Artikel wird die These vertreten, dass die Bewegungen beim Krabbeln, vor allen Dingen die seitlich entgegengesetzten (linkes Knie, rechte Hand, rechtes Knie, linke Hand), beide Hirnhälften besser miteinander in Verbindung bringen und gerade dadurch abstrakte Fähigkeiten, wie z.B. mathematische Fähigkeiten gefördert werden.

„Das Krabbeln der Kleinkinder hat etwas mit der Zusammenarbeit der linken und rechten Gehirnhälfte zu tun. Das Überkreuzen der Arme und Beine führt dazu, dass die rechte und die linke Gehirnhälfte zusammenarbeiten müssen. Die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften wird aber z.B. beim Erlernen des Lesens und des Schreibens benötigt.“
(von: http://www.grundschultreff.de/forum/thread.php?board…

Vielleicht hat noch jemand Gedanken zu diesem Ansatz?

Gruß
Elke

Hallo Elke!

hier steht ein Artikel (leider auf Englisch, vielleicht kennt
jemand etwas Deutsches, außer den Links, die Duplosche schon
gepostet hat):

Die hab ich leider nicht entdeckt, also womöglich wiederhole ich schon Gesagtes:

In dem Artikel wird die These vertreten, dass die Bewegungen
beim Krabbeln, vor allen Dingen die seitlich entgegengesetzten
(linkes Knie, rechte Hand, rechtes Knie, linke Hand), beide
Hirnhälften besser miteinander in Verbindung bringen und
gerade dadurch abstrakte Fähigkeiten, wie z.B. mathematische
Fähigkeiten gefördert werden.

Das ist das, was man in der (EDU-)Kinestetik macht. Schlag mal unter diesem Begriff im goole nach…
Mancher stellt die Kinesiologie in den Bereich der Esoterik, das kann ich aber nicht nachvollziehen.Naja, Auswüchse gibt es überall und Geschäfte lassen sich auch mit allem machen…
Ich habe in der Grundschule mit den Kindern regelmäßig solche Übungen gemacht,besonders die rechts-links Koordinationen (von denen manche auch speziell die Rückenmuskulatur stärken) die Kindern taten’s gern und ich meine, dass es dem einen oder andern auch in seiner Lernschwäche geholfen hat.

lg
Helene

Hallo Elke,

vielleicht findest du hier weitergehende Informationen:

http://www.zeitzuleben.de/inhalte/ge/lernen/braingym…

http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=387&ti…

Sonst kuugel mal vielleicht nach

  • Lerngymnastik
  • Edu-Kinesiologie
  • Brain-Gym

LG
sine

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Hallo Elke,

„Das Krabbeln der Kleinkinder hat etwas mit der Zusammenarbeit
der linken und rechten Gehirnhälfte zu tun. Das Überkreuzen
der Arme und Beine führt dazu, dass die rechte und die linke
Gehirnhälfte zusammenarbeiten müssen. Die Zusammenarbeit der
beiden Gehirnhälften wird aber z.B. beim Erlernen des Lesens
und des Schreibens benötigt.“
(von:
http://www.grundschultreff.de/forum/thread.php?board…

Vielleicht hat noch jemand Gedanken zu diesem Ansatz?

ich versuche Mal grob, das aus meinen Kenntnissen abzuleiten, zu mutmaßen und darzustellen, wie ich mir das erkläre. Welche Rolle speziell die Überkreuzung spielt kann ich nicht so wirklich übertragen, hat aber meiner Meinung eher mit der Augenkontrolle zu tun, die bei der Überkreuzung und Bewegungskoordination allgemein eine wichtige Rolle spielt.

Die beiden Gehirnhälften (Hemisphären) haben unterschiedliche Zentren. Z.B. Sprachzentrum, Kreatives Denken. Das Sprachzentrum z.B. befindet sich bei den meisten Menschenin der linken Gehirnhälfte.

Durch die sog. Pyramidalkreuzung, treten Störungen einer Hirnhälte immer auf der entgegengesetzten Körperseite auf. Ein Schlaganfallpatient mit Schädigung der rechten Gehirnhälte, wird also links die Lähmungserscheinungen haben. Auch wird der linkshirngeschädigte (meist Sprachstörungen) im Wahrnehmungsbereich
und von seinen kognitiven Störungen total andere Defizite aufweisen, als ein rechtshirngeschädigter. Der sog. Balken verbindet beide Hälften. Über den Balken ‚kommunizieren‘ quasi re und li Hemisphäre.

Durch überkreuzende, bzw. motorische Handlungen überhaupt werden also
Gehirnareale beider Hirnhälten gewissermaßen geschult und gefestigt. Ich vergleiche es gerne mit einer Loipenspur im Schnee. Nur einmal darüber gefahren, ist die Rinne flach, je öfters in der gleichen Spur gefahren wird, um so tiefer ist die Spur. Werden beide Seiten gleichstark ‚trainiert‘ wirkt sich dies auf die Entwicklung des entsprechenden Hirnareals aus.

Auf die Schnelle habe ich da einige, vielleicht interessante Artikel gefunden. Aber dieses Gebiet ist sehr umfangreich. Ich habe auch nicht extrem gründlich recherchiert. Es gibt sicher wesentlich bessere Links, die die o.g. ‚These‘ wissenschaftlich untermauern.
Das Gehirn ist ja noch immer icht ganz erforscht.

Berühmt wurde z.B. Jean Ayres mit ‚sensorischer Intergration‘ Sie schildert gut, welchen Stellenwert die Sinneswahrnehmungen haben und wie stark sie sich auf die Entwicklung auswirken.
http://www.gsid.de/?Rpage=sensorische_integration_te…
http://209.85.135.104/search?q=cache:dkJ4y5ke9pIJ:ww…

Es gibt Untersuchungen über Vergleiche von Fähigkeiten zw. Links-, und Rechtshändern, und Mann und Frau.
http://www.vobs.at/bio/physiologie/a-gehirn_mw.htm

Erst kürzlich wurde erklärt, dass der Seilartist Traber es auch seiner linkshändigkeit zu verdanken hat, dass er so schnell genesen ist und eine Großzahl der Funktionen wieder zurückerlangen konnte.

http://209.85.135.104/search?q=cache:Mb5cRc5qVakJ:ww…
http://www.kinderkrebsinfo.de/e9031/e10566/e28007/e2…
http://www.eyelights.de/neuro.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Homunculus

Gruß Marion

Kann dem nur hinzufügen, daß wir bei den Kindern, die bei uns in der Grundschule im Förderunterricht waren (nachdem der Schulkindergarten ja leider nicht mehr ist, zumindest hier) sehr häufig in der Anamnese der Kinder festgestellt haben, daß sie nie gekrabbelt sind. Für gewöhnlich empfahlen wir Sozpäds den Eltern dann, mit den Kindern zur Ergotherapie zu gehen (parallel zu unserer Förderung in der Schule). Es ist in der Tat so, daß durch das Überkreuzen (auch z.B. beim Jonglieren) die Zusammenarbeit der Hirnhemisphären gefördert wird. Z.B. konnte man auch gut beobachten, wie Kindern, die Schwierigkeiten hatten rückwärts zu zählen, auch Schwierigkeiten hatten, rückwärts zu gehen, körperlich. Das Gehirn und der Körper sind viel enger miteinander verknüpft als man gemeinhin glaubt. Es ist überaus phaszinierend und erstaunlich, und auf den zweiten Blick auch gar nicht mehr so unglaubwürdig. Das wiederum ergibt allerdings auch viele Möglichkeiten der Förderung. Man muß Kinder nicht quälen, rückwärts zu zählen, wenn man sie spielerisch dazu bringen kann, z.B. rückwärts gehen und dabei die Schritte zählen. Würfeln, wieviele Schritte man rückwärts gehen soll und diese rückwärts abzählen, mal schauen, wer zuerst bei dem apfel oder so. Man kann Dinge vermitteln, ohne sie direkt zu benutzen. Ist das nicht phantastisch?

Hallo Elke!

Ich habe mal ein Buch gelesen, in dem der Zusammenhang von Bewegung bei Kindern und der kognitiven Entwicklung erklärt wurde. Ich dachte, es war dieses: „Handbuch der Bewegungserziehung“ von Renate Zimmer, Herder Verlag. Habe aber gerade quer gelesen und festgestellt, dass ich mich geirrt habe.In diesem Buch werden jedoch die Auswirkungen von Spiel und Bewegung auf die Entwicklung des Kindes aufgezeigt.
Falls dich das auch interessiert: Sicherlich findest du es in deiner Stadtbücherei.

Grüße, jeanne

Da hab ich noch etwas gefunden:
Aus http://bingo-rechentherapie.de/grundwahrnehmungssyst…

"Das Gehirn des Menschen besteht aus zwei Hälften, der rechten und der linken Hemisphäre. Beide Gehirnhälften haben unterschiedliche Funktionen und sind durch ein dichtes Nervenfaserbündel, das Corpus Callosum, miteinander verbunden. Die linke Gehirnhälfte steuert überwiegend die rechte Körperseite und umgekehrt. Dabei ist die Krabbelphase des Kindes ein Meilenstein für die Entwicklung der Lateralität und Koordination beider Gehirn- und Körperhälften. Einerseits entwickeln die meisten Menschen im Laufe der ersten Lebensjahre eine Dominanz einer bestimmten Gehirn- und Körperhälfte. Das heißt, sie bevorzugen bei der Wahrnehmung und Bewegung entweder die rechte oder linke Körperseite (= Lateralität). Andererseits ermöglicht jedoch die Zusammenarbeit der Gehirnhälften über das Corpus Callosum die Integration beider Hemisphären und ihrer Funktionen (= Koordination). Lateralität und Koordination sind Grundlage für die Fähigkeit, die Körpermitte zu überschreiten, und für die Rechts-Links-Unterscheidung.

Kinder mit Zahlenschwäche weisen oft Defizite in der Rechts-Links-Unterscheidung und beim Überschreiten der Körpermitte auf. Sie können beispielsweise keine Überkreuzbewegungen ausführen oder mit den Augen der Liegenden Acht folgen. Sie haben Schwierigkeiten mit der Schreibrichtung von links nach rechts und bei der Hand-Augen-Koordination. Manche Kinder haben noch keine klare Dominanz ausgeprägt. Durch kinesiologische Übungen zur Förderung der Lateralität und Koordination wie der Überkreuzbahnung oder Balancen für Augen und Ohren werden Entwicklungsmängel in diesen Bereichen systematisch abgebaut"

lg
Helene

Hallo,

nur meine eigene Erfahrung: mein Sohn konnte mit zwei Jahren bis in den
tausender Bereich zählen und mit zweieinhalb addieren - er ist nie
gekrabbelt.

Viele Grüße

Hallo

nur gut das es für alles eine Medizinische , vorallem Psychologische und sonstige verhaltensaufällige Studien gibt. Sonst wären am ende noch so viele Kinder normal und nicht in irgendeiner Motorik oder verhaltensweise gestört und es gäbe am Ende so viele gesunde aufgeweckte
Kinder die einfach mal nicht so gut rechnen oder schreiben oder still sein können.
Und von was würden die alle Leben die über alles eine erklärung haben und Statistiken schreiben.

MfG

Hallo,

wenn es nur darum ginge Entschuldigungen oder auch nur Erklärungen zu suchen, hättest du vielleicht recht.
Aber von den Erklärungen kommen doch mögliche Methoden, wie man diesen Schwierigkeiten begegnen kann. Wie unten jemand schrieb, gibt es kinesiologische Ansätze, wie man Kindern, z.B. mit Mathematikschwäche, durch simple körperliche Übungen helfen kann. Warum sollte man sowas nicht untersuchen, wenn es im Endeffekt den Kindern hilft?

Deine Reaktion erinnert mich an die leidige ADS und ADHS-Debatte. Da geht es nicht darum, Kindern ein Label aufzudrücken oder ihr Verhalten/ihre Schwierigkeiten zu entschuldigen, sondern Wege zu finden, ihnen zu helfen.

Natürlich können wir uns auch alle hinsetzen und sagen: früher sind die Kinder, die nicht gut gelernt haben, halt auch irgendwie großgeworden. Und mit gleicher Argumentation können wir auch aufhören, nach Ursachen und Hilfen für Diabetes, Krebs, Bluthochdruck, Magengeschwüre, usw. usf. (such dir was aus) zu suchen.

Irgendwie nicht ganz das, was du willst, oder?

Gruß
Elke

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Hi,
ist ja lustig, meine Mutter hat mir mal erzählt, das ich erst sehr spät zum Laufen angefangen habe und lieber gekrabbelt bin.
Und in Mathe war ich immer gut und beschäftige mich immer noch gerne damit :smile:
grüße
/silvl