Hallo,
mir ist da mal etwas aufgefallen,
was generell wohl jedem klar ist, im Detail aber weniger.
„Wenn man einen Beruf hat, den man liebt, ist man wesentlich Leistungsfähiger, als wenn man seinen Job haßt“.
Mir selbst ist das auch an mir selbst aufgefallen, wenn ich in Abteilungen beschäftigt war, wo mir das was ich dort tun sollte, Spass gemacht hat,
war ich mit mir selbst in reinem, ja, habe sogar anschließend zuhause noch hobbymässig Werke geschaffen, was zusätzlich Kraft kostet,
aber irgendwie hatte ich davon einfach mehr als sonst.
Kam ich aber in Abteilungen, wo ich hauptsächlich arbeiten erledigen musste, die mir keinen Spass machen, so kam ich müde nach Hause,
habe dannach höchstens noch was am Computer gespielt oder mit Freunden gesprochen, hatte aber nicht mehr diese zusätzliche Kraft, die ich sonst hatte.
De Fakto ist Arbeit ja Arbeit. In meinem Beruf hatte es viel mit Konzentration und genauigkeit zu tun, sowohl bei den Arbeiten die mir gefiehlen, als auch bei denen, die ich nicht mochte.
Mein Hirn wurde also die gesamte Zeit gleich stark beansprucht,
d.h. beides brauchte in etwa gleich viel Kraft.
Kam ich dann in eine bessere Abteilung (in der großen Firma waren Abteilungswechsel sehr häufig, für alle von uns!) dauerte es zunächst auch eine Zeit, bis sich diese höhere Leistungskapazität einstellte,
ebenso ging sie auch in schlechten Abteilungen erst langsam runter.
Nun bewegt sich das alles nicht in so dramatischen Bahnen,
wie ich geschildert habe, aber die Tendenzen sind zu erkennen.
Generell lässt sich doch die geistige Kapazität mit einem Muskel vergleichen, wer sein Hirn nicht nutzt, wird träge, soweit klar.
Nun scheint es aber einen Unterschied zu geben:
Ob ich nun als hoch angesehener Sportler meine Gewichte hebe,
oder ob ich das als Galeonssklave tue - in BEIDEN Fällen bekomme ich dicke Muskeln, und meine körperliche Leistungsfähigkeit steigt bis
an den Rand der physikalischen Begrenzungen an.
Nun endlich zu meinen beiden Fragen:
-Warum ist das bei Geistiger Arbeit eben NICHT der Fall?
-Warum ‚trainiert‘ Arbeit die als angenehm empfunden wird,
die Leistungsfähigkeit, während Unangenehme sie auf Dauer eher reduziert, so man keinen Ausgleich findet?
-Wieso ist das anders als bei den Muskeln, wo doch das Gehirn ständig mit einem Muskel verglichen wird der eben auch ‚trainiert‘ werden soll?
Wobei mir natürlich durchaus klar ist das das eine Metapher ist mit den Muskeln aber: Der Ganze Körper passt sich Anforderungen von aussen an, warum tut der Kopf aber bei so vielen Menschen das Gegenteil, und wächst in die entgegengesetzte Richtung, statt sich anzupassen ?
Ich suche hier keine persönliche Hilfe, sondern frage das eher aufgrund von neugier über die Vorgänge, die da im Kopf statt finden und bitte daher auch, die Antworten darauf auszulegen - habe das gesagte nämlich auch schon bei vielen anderen Leuten beobachten können.
Die Kollegen, die ihre Arbeit nicht so mochten, gingen Abends immer gebeugt nach Hause, als hätten sie den ganzen Tag Steine geschleppt.
Und auch bei ihnen änderte sich das, wenn sie in ein neues Aufgabenfeld kamen. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.
Daher scheint es kein ‚problem‘ von mir zu sein, sondern etwas natürliches, und was genau das ist, wüsste ich gerne.
Viele Grüße,
David