Können Kummer, Sorgen und seelischer Schmerz wirklich schlimme Krankheiten (Gehirntumor zB) auslösen? Eine Freundin hat sehr viel schlimmes mitgemacht in den letzten Jahren: Eine schlimme, nie aufgearbeitete Kindheit, plötzliche Trennung von ihrem Mann nach über 20 Jahren, was sie alles nie wirklich verkraftet hat, aber auch keine (professionelle) Hilfe in Anspruch nimmt. Meint selbst immer, alles zu schaffen, ist aber mit sich selbst TOTAL überfordert und fertig.
Wie kann man so jemanden dazu bewegen, endlich Hilfe in Anspruch zu nehmen?
Kann wirklich eine schwere Krankheit entstehen durch „unterdrücktes
Leid“?
Details zur Krankenverlaufsgeschichte im „Medizin-Brett“
Können Kummer, Sorgen und seelischer Schmerz wirklich schlimme
Krankheiten (Gehirntumor zB) auslösen?
Da sollte man differenzieren. Es gibt klassische psychosomatische Erkrankungen, die je nach Persönlichkeit, psychischen und physischen Anfälligkeiten verschiedene Organsysteme „bevorzugen“.
Aber Gehirntumoren werden wohl eher durch andere Faktoren ausgelöst. Einige Kranheiten gelten populär als psychosomatisch, sind aber erblich, z.B. Allergien.
Bei der MS (=Multiplen Sklerose) habe ich allerdings auffällig viele Leidenwege, insbesondere bei Frauen, besonders Beziehungsprobleme, in der Vorgeschichte erkennen können. Ob sich as einma statistisch als relevant herausstellt, vermag ich nicht zu sagen.
Gruß,
Branden
Können Kummer, Sorgen und seelischer Schmerz wirklich schlimme
Krankheiten (Gehirntumor zB) auslösen?
Also es wäre meiner Meinung nach zu trennen zwischen Einfluss und Ursache.
Eine psychische Beschwerde kann nicht Ursache für einen Tumor sein (das wäre entgegen der aktuell vorherschenden Theorien der Tumorentstehung), aber sie kann selbstverständlich einen Einfluss haben.
Nicht bewältigter seelischer Schmerz kann dauerhaft z.B. das Imumsystem beeinflussen.
Für einen Tumor braucht es aber z.B. einer „giftigen“ Einwirkung. Die Wahrscheinlichkeit, ob unser Immunsystem diese dann bewältigen kann ist u.a. durch die Psyche beeinflusst.
D.h. ein Tumor entsteht nicht durch seelischen Schmerz, aber man hat schlechtere Karten einen Tumor abzuwehren, wenn man z.B. seelische Schmerzen hat. Die Größe dieses Faktors ist meiner Meinung nach noch nicht hinreichend erforscht.
D.h. ein Tumor entsteht nicht durch seelischen Schmerz, aber
man hat schlechtere Karten einen Tumor abzuwehren, wenn man
z.B. seelische Schmerzen hat.
das Immunsystem erkennt und eliminiert so gut wie alle Entartungen, (egal welche Ursache sie haben) die ungünstigstenfalls zu Krebs werden können. Bei extremen seelischen Zuständen kann das Immunsystem so weit von der Rolle sein, daß mehr Entartungen manifest werden können.
‚Normale‘ Erkrankungen verhalten sich ähnlich.
D.h. ein Tumor entsteht nicht durch seelischen Schmerz, aber
man hat schlechtere Karten einen Tumor abzuwehren, wenn man
z.B. seelische Schmerzen hat.
das Immunsystem erkennt und eliminiert so gut wie alle
Entartungen, (egal welche Ursache sie haben) die
ungünstigstenfalls zu Krebs werden können. Bei extremen
seelischen Zuständen kann das Immunsystem so weit von der
Rolle sein, daß mehr Entartungen manifest werden können.
‚Normale‘ Erkrankungen verhalten sich ähnlich.
Ja, ganz genau. Ob Viren, Bakterien, fehlreplizierte Zellen oder Noxen.
Damit ist der psychische Stress aber eindeutig eine Einflussgröße und keine Ursache.
Nicht bewältigter seelischer Schmerz kann dauerhaft z.B. das
Imumsystem beeinflussen.
Kann man sagen, dass dieser nicht bewältigte seel. Schmerz
eine „giftige“ Einwirkung ist?
Naja, so richtig guten Gewissens würde ich das nicht behaupten. Ein Gift hat ja eine körperschädigende Wirkung. Eine Beeinflussung des Imunsystems ist aber erst einmal kein Schaden.
Für einen Tumor braucht es aber z.B. einer „giftigen“
Einwirkung.
Welches „Gift“ meinst Du damit?
Von außen durch die Umwelt, oder durch Nahrungsaufnahme?
Das ist ja dasselbe. Es kann von außen kommen in Form von Umwelt- oder spezieller Nahrungsgiften. Es gibt noch andere Entstehungshypothesen für die Entstehung von Krebs (fehlerhafte Zellregeneration), das würde hier aber ein wenig weit führen.
Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, kann also durch seelischen Schmerz variieren. Es ist aber keine Ursache. Dies ist deswegen ein wichtiger Unterschied, denn so kann jemand übermäßig seelisches Leid erfahren, wenn er aber keiner Einflussgröße ausgesetzt ist, so kann er trotzdem nicht erkranken.
Allerdings ist es in vielen Fällen wichtig, dass eine Berufskrankheit (BK) festgestellt wird (wo sie in Frage kommt) - wegen möglichen Entschädigungen und einer entsprechenden Versorgung der Betroffenen.
Geld ist zwar keine wirkliche Entschädigung, allerdings ist finanzielle Sicherheit ebenfalls eine (positive) Einflussgröße.
Wäre privater Stress eine Ursache, dann nöchte ich nicht Wissen, wieviele Berufsgenossenschaften hier entsprechende Begutachtungen durchführen würden - und gegebenenfalls gegen eine BK entschieden würde.
Lieben Gruß
Patrick
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]