Krank oder 'nur' verwirrt?

Mir macht das Verhalten unseres Untermieters Sorge. Wir haben unser Haus auf dem Dorf vor 3 Jahren an einen „Freund“ mit Ehefrau und drei Kindern „vermietet“ und sind ins Ausland gezogen.
Inzwischen kommt mir das Verhalten teilweise sehr merkwürdig vor. Er wohnt mietfrei, hat dafür aber das Haus renoviert. Er soll nur die anfallenden Energiekosten, Strom, Gas, Wasser, Müll usw. zahlen.
Das tat bis vor kurzen Hartz 4.

Vor Monaten, seit er wieder Arbeit hat, hat er die Zahlung eingestellt. Warum? Keine Ahnung. Er geht seit Wochen nicht mehr ans Telefon.
Bekannten gegenüber erwähnte er, daß wir ihn rauswerfen werden, wenn er fertig ist mit der Renovierung und den Sohn meines Mannes reinnehmen. (Stimmt nicht!!!). Er hat einen Vertrag.

Von Nachbarn, die keinen Kontakt mehr haben wollen, weil er seine Familie schlecht behandelt, erzählt er mir, daß die eifersüchtig sind, weil er unser Haus so schön umgebaut hätte.

Mir hatte er im Urlaub erzählt, daß Nachbarn seine Katze mit der Schaufel erschlagen hätten und dann die tote Katze auf die Straße gelegt hätten, damit es so aussieht, als sei sie überfahren worden.

Allen Leuten, ob sie es hören wollen oder nicht, erzählt er, daß wir ihn schlecht behandeln. Er hört nicht mehr zu und scheint in einer anderen Welt zu leben. Seine Wahrnehmung ist anders als unsere

Was ist das? Und kann man eigentlich irgendjemanden bei sowas verständigen, damit er mal untersucht wird? Ich weiß, daß der Mann viel Alkohol trinkt und dann ab und zu ausrastet.

Moin
Klingt ein buißchen nach Paranoia, was der Gute da absondert. Nun kann man allerdings wenig dagegen machen von „außen“. Wenn man ihm den Sozialpsychiatrischen Dienst auf dn Hals hetzt, könnte das eskalieren. Solang er euer Haus nicht zerstört und ihr nicht so bald zurückkehren wollt, würde ich die Sache noch weiter beobachten.
Gruß,
Branden

Hi Branden

Wenn man ihm den Sozialpsychiatrischen Dienst auf dn Hals hetzt, könnte :das eskalieren.

Ich glaube Dir das , aber wie könnte das eskalieren?
Würden die den Mann denn nicht direkt einweisen?

Führen die erst ein Gespräch mit ihm?

Sagen die ihm wer sie geschickt hat?

Liebe Grüße
Sin

Hallo,

Wenn man ihm den Sozialpsychiatrischen Dienst auf dn Hals hetzt, könnte :das eskalieren.

Ich glaube Dir das , aber wie könnte das eskalieren?
Würden die den Mann denn nicht direkt einweisen?

Eine Einweisung ist nur mit einem richterlichen Beschluß möglich - außer wenn Gefahr in Verzug ist (Selbstgefährdung oder Fremdgefährdung), und selbst dann muß der richterliche Beschluß nachträglich eingeholt werden.

Führen die erst ein Gespräch mit ihm?

Eines oder mehrere. Wenn er Gesprächsangebote nicht annimmt und niemand gefährdet, dann war es das erst einmal.

Sagen die ihm wer sie geschickt hat?

Nein.

Wie könnte so eine Eskalation aussehen, war Deine Frage.
Ein mögliches Szenario: Er vermutet, daß Du diejenige bist, die ihm den sozialpsyhiatrischen Dienst geschickt hat und schließt daraus, daß Du ihn psychiatrisieren willst um möglichst schnell an das umgebaute Haus zu kommen und ihn loszuwerden.
Könnte also nach hinten losgehen.

Viele Grüße

Iris

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Hi Iris!

Danke, ich hätte mir naiver weise das ganze Procedere wesentlich einfacher vorgestellt. (z.B Die würden den Mann gleich mitnehmen…)

Liebe Grüße
Sin

Hallo Sin,

Danke, ich hätte mir naiver weise das ganze Procedere
wesentlich einfacher vorgestellt. (z.B Die würden den Mann
gleich mitnehmen…)

Glücklicherweise nicht, denn damit könnte ziemlich viel Mißbrauch betrieben werden.

Abgesehen davon denke ich, daß jemand sich nicht „einfach so“ mitnehmen läßt. Deswegen wird dann die Polizei gerufen. Die wird aber nur tätig, wenn ein Arzt Selbst- oder Fremdgefährdung feststellt bzw. jemand akut um sich schlägt, sich oder andere verletzt oder ein Straftatbestand vorliegt.

Die Mitarbeiter von Sozialpsychiatrischen Diensten, die Hausbesuche durchführen sind meist Sozialarbeiter oder Psychologen. Ihre Aufgabe ist es, Gespräche anzubieten, Hilfsangebote zu vermitteln etc. Sie haben berufsmässig immer wieder mal mit Leuten zu tun, die erst einmal nicht freiwillig Hilfe annehmen wollen, z.B. die alte Frau die im Krankenhaus war und selber keine Einsicht hat, daß sie Unterstützung brauchen könnte bei einigen praktischen Dingen. Mitarbeiter sozialpsychiatrischer Dienste sind geübt in Gesprächen mit Leuten, die erst einmal keine Hilfe wollen.

Ein Sozialpsychiatrischer Dienst ist keine Behörde, kein Amt und hat entsprechend aus sich selbst heraus keine Befugnisse.

Dies ist in vielen Fällen eine Chance, gerade wenn Menschen schlechte Erfahrungen mit offiziellen Stellen gemacht haben.

Inwieweit Dein Mieter noch auf der Realitätsebene ansprechbar ist, kann niemand einschätzen. Du erfährst das, was Du weißt ja auch nur aus der Ferne.

Deeskalierend könnte wirken, wenn Du ihm schreibst, Du hättest merkwürdige Dinge gehört und weißt nicht, wie solche Gerüchte in die Welt kommen. Verweise auf den mit ihm geschlossenen Vertrag, lege möglichst eine Kopie bei, sprich ihn positiv an, mach deutlich, daß diese Dinge völlig aus der Luft gegriffen sind und Dir völlig fernliegen. Drücke Dein Bedauern darüber aus, daß er wohl beunruhigt ist. Leider weiß niemand, ob er den Brief öffnet oder nicht.

Stell auf jeden Fall Deine persönliche Verletztheit / Betroffenheit / Entrüstung zurück („wie kann jemand nur sowas über mich sagen“ …)

Falls Du Kontakt mit dem sozialpsychiatrischen Dienst aufnimmst, dann überlege, ob Du nicht die Erlaubnis erteilst, Deinen Namen verwenden zu dürfen, im Sinne von:
Frau XY hat uns gebeten bei Ihnen vorbeizuschauen. Sie erreicht sie telefonisch leider nicht und macht sich Sorgen, wie es Ihnen geht. Außerdem hat sie gehört, daß Gerüchte herumgehen, daß …

Viele Grüße

Iris

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Hi,

Ich weiß, daß der
Mann viel Alkohol trinkt und dann ab und zu ausrastet.

Ich vermute, dass das das Problem ist: der Alkohol. Und da wirst Du nicht viel machen können. Denn wenn er keine Einsicht hat, und das ist in der Realitätsferne der Sucht eher die Regel als die Ausnahme, wird er nichts ändern.

Ich fürchte, Du wirst da nur mit rechtlichen Schritten gegen ihn vorgehen können - so es der Vertrag zulässt. Das ist dann eine Frage fürs Brett „Mietrecht“.

Gruß,

Anja

Kleine Korrektur
Moin Iris

Die Mitarbeiter von Sozialpsychiatrischen Diensten, die
Hausbesuche durchführen sind meist Sozialarbeiter oder
Psychologen.

Nicht ganz. Ich habe 1985-1986 als Arzt im Sozialpsychiatrischen Dienst gearbeitet. Die Hausbesuche haben wir Ärzte durchgeführt, oftmals in Begleitung eines Sozialarbeiters. Psychologen haben wir nie dabei gehabt.
Gruß,
Branden

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Danke für die Ratschläge.
Letztes Jahr zu Weihnachten war seine Frau zur Weihnachtfeier von ihrer Firma. Obwohl er das angeblich wußte, mußten die Nachbarn die Kinder aus dem Haus holen weil sie Angst um sie hatten. Die Frau haben sie gar nicht erst in Haus gelassen. Er trank Alkohol und ist ausgeflippt. Er hat mich die Nacht über etwa 5 mal im Ausland angerufen und seine Frau als „Polackenhure“ bezeichnet, weil sie nich tnach Hause kam. Ich kenne seine Frau - die ist total introvertiert und hat Angst vor ihm. Zwischenzeitlich kam auch einmal die Polizei. alles Informationen von Nachbarn.
Er soll angedroht haben, das Haus anzuzünden, wenn er raus muß - oder zurück nach Polen zu gehen - wäre mir auch lieber.

Ich fahre nächste Woche für drei Wochen auf Urlaub nach Deutschland. Mal sehen wie er sich benimmt. Sonst muß ich mal mit dem Sozialpsychatrischen Dienst sprechen.

Vielen Dank für die Anteilnahme
Calima

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Hi Iris!

Danke, aber ich bin nicht die UP!

Mich hatte es nur so interessiert, trotzdem Danke für Deine ausführlichen Antworten.

Gruß
Sin

Inwieweit Dein Mieter noch auf der Realitätsebene ansprechbar
ist, kann niemand einschätzen. Du erfährst das, was Du weißt
ja auch nur aus der Ferne.

Deeskalierend könnte wirken, wenn Du ihm schreibst, Du hättest
merkwürdige Dinge gehört und weißt nicht, wie solche Gerüchte
in die Welt kommen.