Hallo Melanie,
der Hinweis auf das Münchhausen Syndrom erscheint mir recht plausibel, habe den Text allerdings nur kurz überflogen.
Ich denke einmal, der Wunsch, krank zu sein, hat wirklich mit dem Wunsch nach umsorgt werden zu tun. Nach Verantwortung abgeben, nach sich zurück ziehen. Ich erinnere mich, dass mein Sohn, als er so etwa 10-11 Jahre alt war einmal sagte, als er krank war: „Krank sein ist schön, denn dann sind alle lieb zu mir.“ Das ließ bei mir sämtliche Alarmglocken schrillen und ich überprüfte einmal, wie wir generell mit ihm umgehen.
Auch ich habe manchmal den Wunsch gehabt, krank zu sein und zwar in Zeiten, wo mir alles über den Kopf zu wachsen drohte. Wenn ich krank bin, kann ich einfach nichts mehr tun. Dann kann weder ich mir noch andere mir vorwerfen, wenn ich nichts tue.
Auf der anderen Seite - echt krank sein und nichts mehr tun können ist auch mies. Dann ist man abhängig bis ausgeliefert dem Wohlwollen anderer.
Aufgehört haben diese Gedanken erst, als ich in der Lage war, mir Ruhe dann zu gönnen und zu nehmen, wenn ich sie braucht.
Mir Zuwendung zu holen, wenn ich sie brauchte, ja sogar darum zu bitten, ohne mich zu schämen. „Seid lieb zu mir, ich brauch das jetzt!“ „Kümmert Euch um mich, ich fühle mich so unbeachtet.“
Nicht zu stolz dazu sein, um Hilfe, Zuneigung, Zuwendung zu bitten und diese dann auch anzunehmen, wenn sie kommt.
Vielleicht bringen dich die paar Gedanken auf einen Weg und du kannst damit was anfangen.
Alles Liebe
Irene
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