Hallo, gerne beantworte ich Ihre Fragen.
Zu 3: Da gibt es eine weit verbeitete Krankheit, FEUERBRAND, die durch ein Bakterium ausgelöst wird. Diese Krankheit zeichnet sich aus durch sehr frühes welken der Blätter vom Stil aus schon. auch die Früchte sehen schon im jungen Stadium sehr verwelkt aus (ausgetrocknet) Es gibt chemische Mittel dagegen. Aber es empfiehlt sich auf alle Fälle die befallenen Äste abzuschneiden und anstatt herkömmlich zu entsorgen auf dem häckselplatz oder mit Grüngut (kompost) die befallenen Äste zu verbrennen. Damit sich die krankhei
tserreger nicht weiter verbreiten. Diese krankheit tritt gerne bei Äpfel- und sowie zwetschgenbäume auf. Es gibr auch Pilzkrankheiten, bzw. Pilze die sich gerne an Bäumen ansiedeln. hier kann auch gleich verfahren werden: Ausschneiden die Äste, jedoch herkömmlich entsorgen auf dem Häckselplatz. Verbrannt werden müssen diese nicht. Ihr Nachbar meinte vermutlich schon die Feuerbrand-Krankheit ausgelöst durch ein Bakterium.
Lösung: Baumschnitt!
Zu 2: Bäume können Sie jederzeit schneiden. So wie wir auch zum Frisör gehen um entweder die Haarspitzen schneiden zu lassen oder eine spezielle Haarfrisur wünschen, möchten die Bäume auch so behandelt werden. (auch zur Frage 1:smile: Tote Äste, das nennt man in der Fachsprache TOTHOLZ sind auf alle Fälle herauszuschneiden. Bei uns Menschen fallen die tote Haare einfach raus. Das ist bei Bäumen nicht so. Dieses Totholz ist ausgetrocknet und hat gar keinen Nutzen mehr und gehört entfernt. Schneiden, sägen Sie das, mit einem Schnitt sehr nah am Stamm aus. Also grundsätzlich ist ein Ast - Schnitt so zu machen, dass keine Kleiderhaken am Stamm dranbleiben. Ich denke wir verstehen uns. Der Schnitt oder die Säge - Narbe soll so nah wie möglich am Stamm bzw. (Ast) dran sein, dass es normal zuwachsen kann, damit man später nicht gleich sieht, aha hier war mal ein Ast gewachsen. Also arbeiten ohne Spuren zu hinterlassen.
Eine weitere Regel ist, bei jeden Baumschnitt sollte das geschnittene Material nicht mehr als 25% des gesamten Baum - Volumen nicht überschreiten. Damit der Baum noch am leben bleibt. Jeder Baum ist ja auch ein Lebewesen. Es hat sich im Ländle eine Gewohnheit unter den Bauern eingeschlichen, dass im Herbst Bäume geschnitten werden und der Garten abgeräumt wird. Wenn immer nur im Herbst geschnitten wird, hat das fatale Konsequenzen. Gegen Winter zieht sich der Saftfluss von der Wurzel bis in die Ast - Spitzen zurück und im Frühjahr treibt der Saftfluss wieder nach oben. Wenn der Baum aus dem Winterschlaf aufwacht und merkt, dass ihm einiges an material fehlt so erschrickt er und es entstehen sehr viele ´Wasser Reißer´ also Äste die senkrecht nach oben wachsen. Diese Astart nutz nichts unserem Baum, sonder sind generell auch zu entfernen. Sie stellen sozusagen das Unkraut im Baum dar. Früchte wachsen auf waagerechten Ästen auf dem Fruchtholz. Dem Apfelbaum sollte man im Idealfall genau 3 Leitäste geben an dem waagerecht Fruchtholz wachsen kann. Ein lange nicht geschnittener Baum ist so stark mit Holz und Äste überwuchert, dass wenig Licht (Sonne) in das innere des Baumes eindringen kann. Damit werden kranke Früchte, Pilze, Fäulniss ect. gefördert. Oft wird als Grund für einen Baumschnitt, das sogenannte Auslichten an gewisse Stellen gemacht. Damit wird einfach im Innern des Baumes Äste, die nach innen, also zum Stamm hinzeigend wachsen raus genommen, sowie auch Lichtwege am Baum herausgeschnitten.
Am Apfelbaum gilt auch die Regel: Der Baum sollte besonders im Frühjahr immer etwas unter Druck gesetzt werden, damit er große und gute Früchte bringt. Das heißt der gesamte Habitus des Baumes sollte meist so gehalten werden, dass sich der Baum gedrängt fühlt sich auszubilden und zu wachsen. Weitere Regel: jeder Apfelbaum hat nur e i n e Krone. Das heißt die Spitze, ganz oben, beim Baum ist seine Krone. Diese höchste Stelle, die Krone, darf es nur e i n e geben. Und zwar sollte diese aus dem Hauptstamm mittig nach oben wachsen. Viele seitliche Äste oder alle Wüchse streben nach oben, senkrecht, und da kommt es oft vor, dass sich Seitenäste oder anders positionierte Äste sich den Kronenstatus erkämpfen wollen und über die mittige Krone hinauswachsen. der Baumschneider erkennt das und schneidet dem Baum eine Krone bzw. definiert welcher Trieb/Ast die krone sein soll.
Wenn der Baum z.B. keine Krone hat und z.b. geköpft wurde kann es auch sein, dass er dann mal überhaupt keine Früchte trägt. Genetisch hat jeder Baum seine festgelegte anzahl des Fruchvolumens. Und diese wird jedes Jahr eingehalten. Wenn kein Schnitt erfolgt, viele Jahre hinweg, werden die Früchte verkümmern und klein sein. Die Anzahl soll ja die gleiche bleiben. Wenn aber der Baum gepflegt wird, durch Baumschnitt, werden die Früchte groß und gut.
So das wärs erstmal. Ich habe nach meinem Baumschnittkurs erst mal einige Jahre durch praktischen Baumschnitt erlernt, wie und was zu schneiden ist. Es sind ein paar Grundregeln, die beim Baumschnitt zu beachten sind. Jeder gewillte ist imstande einen guten Baumschnitt zu machen unter Beachtung gewisser Regeln. viel Spaß und Erfolg bei der Baumpflege wünsche ich Ihnen.