Hallo,
ich wohne seit kurzem in einem Haus, in dessen Garten ein Kirschbaum, vermutlich Süßkirsche, steht. Dieser Baum war beim Einzug letzten Spätsommer in einem furchtbaren Zustand- ca 20 Jahre alt, alle Blätter sind total durchlöchert, die Kirschen waren angeblich alle kaputt mit eingesunkenen braunen Flecken.
Der Vormieter hat erzählt, dass es vor ca. 3 Jahren angefangen hat, zuerst war nur ein kleiner Teil des Baumes krank, dann wurde es immer mehr. Getan hat er nichts.
Ich habe inzwischen nachgelesen, dass es vermutlich die Schrotschusskrankheit oder Bakterienbrand ist. Beide scheinen nur auf eine Weise biologisch behandelbar zu sein, nämlich indem man die Äste bis tief ins gesunde Holz zurückschneidet (und versiegelt) und immer das kranke Laub entfernt.
Nur: was genau heißt das für jemanden, der das erste Jahr einen Garten hat? Kann man einen dermaßen kranken Baum noch retten? Soll ich ALLE Äste abschneiden und nur die Hauptäste stehen lassen, oder töte ich damit den Baum? Kann ich jetzt im Frühjahr überhaupt noch ran, oder sollte ich bis zum Winter warten? (Die Kirsche nimmt dem besten Platz für ein Beet Licht weg- deswegen würde ich jetzt gerne ran).
Danke schonmal für Antworten!
Liebe Grüße,
Mira
Servus,
geeignete Zeitpunkte zum Schnitt von Süßkirschen sind März und Juli/August. Für Verjüngungsschnitte ist März gut geeignet, der Baum reagiert mit kräftigem Austrieb. Freilich muss dann der Baum auch neu erzogen werden, das ist am alten Baum eher fummeliger als an einem jungen.
Schade - falls es um die Schrotschusskrankheit geht, wäre der Beginn der Behandlung mit Netzschwefel schon zum Knospenschwellen vor dem Austrieb gewesen.
Du kannst aber auch jetzt noch, unmittelbar nach der Blüte, mit Netzschwefel einsteigen.
Es ist möglich, dass sich dann die Frage mit dem tiefen Rückschnitt - der bei Süßkirschen immer zu Gummifluss und relativ schnellem Tod des Baumes führen kann - erledigt.
Beiläufig: Netzschwefel ist in einigen „Bio“-Kulturmethoden zulässig.
Schöne Grüße
MM
Hallo,
vielen Dank für die Antwort!
Ist Mitte April fürs Zurückschneiden auf jeden Fall zu spät, auch in einem Jahr mit einem so langen Winter? Wir sind auf ca. 700m Seehöhe und der Baum hat noch keine Blüten, es zeigen sich gerade die Knospen (und damit hat er vermutlich schon allen Lebenssaft in den Ästchen- ich frage nur um sicherzugehen).
Eine Frage: warum steht das „Bio“ in Ihrer Antwort in Anführungszeichen? Ich möchte das gärtnern so naturverbunden angehen wie möglich.
Liebe Grüße,
Mira