sie ist ganz bestimmt nicht mein Haustier und ob sie so uneingeschränkt ein Nutztier ist, wage ich auch zu bezweifeln. Aber sie hat es sich mit einem lahmen Flügel (sah aus wie beschnitten, wie bei den Zoovögeln z.B. damit sie nicht wegfliegen können) im Türeingangsbereich meines Ladens „gemütlich“ gemacht. Naja, sah eher aus, wie ein Häuflein Elend, das ein trockenes Plätzchen suchte. Jeden Morgen mit viel heißem Wasser und einer Bürste die Stufen von Taubenk**** zu befreien war wenig lustig. Nun habe ich sie umgesiedelt. Mittels eines Kartons hinter das Haus in dem ich wohne verbracht. Dort ists grün und es gibt Unterschlupfmöglichkeiten. Aber sicher nicht soviel zu fressen, wie hier in der Nähe des Marktplatzes. Nun füttere ich das kranke Ding auch noch einmal täglich. Und es beginnt das innere Ringen: es ist doch „nur“ eine Taube, nicht mal eine schöne, sondern eine typische städtische „Flugratte“. Sollte ich/man nicht froh sein, wenn sie stirbt, endlich eine weniger? Statt dessen überlege ich jetzt sogar, sie zum Tierarzt zu bringen. Obwohl die mich für verrückt erklären werden, oder? Ich weiß, daß man nicht „alle“ retten kann, weder Tier noch Mensch. Aber diese Taube ist nun mal mir begegnet, da mag ich die Augen nicht so verschließen.
sicher, es gibt zuviele davon, sie übertragen Krankheiten, etc. pp. - aber wenn die regelrecht Hilfe sucht?
Ich habe auch schon diverse Vögel zum Tierheim gebracht (die kümmern sich dann weiter, Tierarzt kann ich mir nicht leisten), obwohl sich die Natur sicher darum gekümmert hätte.
Ich hab so eine „Flugratte“ schon mit nach Hause genommen zum Päppeln…
Also, ab damit zum Tierarzt. Normalerweise werden Wildtiere kostenlos behandelt, brauchen sie Medikamente, müssen diese evt. bezahlt werden. Aber um das zu klären, hilft ein Griff zum Telefon, man wird Dir gerne Auskunft geben. Du musst die Taube auch nicht wieder mitnehmen, wenn Du Dich nicht darum kümmern kannst.
Keine Sorge, Tierarztpraxen sind gewohnt, dass Wildvögel hingebracht werden. Und gerade in der Stadt kommen mit Sicherheit desöfteren Leute mit Tauben.
Und ansonsten…was ist dabei, einem Tier zu helfen? Sicher, man kann nie alle retten, aber für diese eine Taube macht es einen grossen Unterschied, ob Du ihr hilfst oder nicht. Und glaub mir, würdest Du es nicht tun und sie liegt eines Tages mit den Füssen Richtung Himmel da, dann würdest Du Dir Gedanken darum machen.
Egal ob Stadttaube oder preisgekröntes Rennpferd, Lebewesen sind beide, und wenn man die Möglichkeit hat, zu helfen, wieso sollte man es nicht tun?
Liebe Grüsse und alles Gute für das Federtier!
Bine
ich würde mich auch kümmern. Habe vor einiger Zeit spätabends im Parkhaus eine verletzte Taube aufgesammelt und bin damit quer durch die Stadt gefahren zur Tierklinik. Dort wurde sie eingeschläfert. Das hätte ich auch bezahlt, mußte ich aber nicht.
Andererseits hindere ich unsere Katzen nicht daran (wie auch!), Vögel zu jagen und zu fangen und dann auch (hoffentlich) zu erlegen. Es ist schwierig, sich hier konsequent zu verhalten.
ich finde es gut das du dich um die Taube kümmerst. Sie ist doch ein Tier wie jedes andere, und warum die Augen verschliessen wenn es ihr nicht gut geht.
Ich an deiner Stelle würde sie zum Tierarzt bringen. Und wenn du Glück hast, behandelt er sie umsonst.
Hab auch mal eine Taube aufgepäppelt, die von einem Greifvogel verletzt wurde. Als es ihr dann wieder gut ging (nach 1-2 Wochen) hab ich sie wieder fliegen lassen.
an euch alle! Ich werde sie zum Arzt bringen, ihr habt mir Mut gemacht. Die Kosten würde ich auch übernehmen, das war weniger meine Sorge, als komisch angesehen zu werden. Aber die Auseinandersetzung über diese Sache mit euch hat meinem Blick wieder geschärft. Ich habe gemerkt, daß ich eine gewisse Tendenz zur Gleichgültigkeit entwickelt habe. Das war früher anders. Nun werde ich wieder so handeln, wie ich es im innern auch für richtig gehalten habe.