Kranken menschen sagen das sie krank sind

hi zusammen

ich würd gerne wissen wie man einem psyschisch kranken menschen am besten schonend beibringt das mit ihm was nicht stimmt…

meiner meinung würd der sich weigern jede anormalität anzunehmen, geschweige denn freiwillig in ne anstalt zu gehen um sich zu teraphieren

mfg

asi

Ja,asi,
das ist eines der häufigsten Probleme, mit denen wir zu tun haben.
Die Menschen, welche am dringendsten Therapie brauchen, sehen das selber oft garnicht. Und dann gibt es noch zahlreich die, die es zwar (im stillen) sehen oder ahnen, sich aber nach außen trotzdem sperren.
That`s life und da kann man wenig machen. Einer der Hauptfaktoren, dass eine Therapie (egal, welcher couleur) wirkt, ist ihr freiwilliger Beginn.
Gruss, Branden

Wer leidet denn?
Hi,

noch eine Ergänzung. Es ist immer die Frage zu stellen, wer eigentlich unter dem Verhalten leidet. Es gibt ja häufig Konstellationen, z.B. familiäre Konstellationen, wo der „Kranke“ nicht leidet, sondern nur seine Umwelt. Ganz im Gegenteil, manch „Kranker“ zieht einen hohen sekundären Krankheitsgewinn aus seinem Leiden, da seine Umwelt ihm beispielsweise Beachtung oder Rücksichtnahme gewährt. Warum sollte er sich ändern? Diejenigen, die unter dem Verhalten leiden, sind eigentlich aufgefordert, die Situation oder ihre Bewertung der Situation zu verändern. Man muß schon selbst die Dinge in die Hand nehmen, sich selbst verändern, nicht darauf warten, daß andere sich ändern.

Gruß

Yoyi

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hi,

also, wenn mir jemand an den kopf klatschen würde, dass mit mir was nicht stimmt und ich sowieso in ne anstalt gehöre, würde ich wohl auch eher bockig werden, als dieser person weiter zuzuhören. und als anormal würde ich auch keinen bezeichnen, der vielleicht eine thera nötig hätte. außerdem gibt es nicht nur in kliniken therapien, alleine das wort „klinik“ schreckt viele ja schon ab. einfach der ton macht’s.

grüße
natascha

Sogar darüber hinaus
und als anormal würde ich auch keinen

bezeichnen, der vielleicht eine thera nötig hätte.

Stimmt schon; ich sage meinen Patienten sogar manchmal, dass es ein Privileg sei, eine analytisch fundierte Therapie zu machen (sowohl von Patienten-Seite als auch von Behandler-Seite).
Gruss, Branden

Stimmt schon; ich sage meinen Patienten sogar manchmal, dass
es ein Privileg sei, eine analytisch fundierte Therapie zu
machen (sowohl von Patienten-Seite als auch von
Behandler-Seite).
Gruss, Branden

Wenn denn was bei der Thera rauskommt, auf jeden Fall. Ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass ich mich dafür entschlossen habe.

Grüße
Natascha

Hallo OberAsi,

die Mitteilung einer psychischen Störung an einen Patienten als (mögliche) Diagnose ist weniger schwierig, als man sich eigentlich vorstellt. Generell sagt man dem Patienten direkt, welche Diagnose gestellt wurde. Soziale Kompetenz ist hierbei natürlich ein Stichwort, aber ein beschauliches „schonendes Beibringen“ mit vielen betulichen Allgemeinplätzen usw. ist nicht notwendig und auch nicht sehr sinnvoll (siehe unten).

Dies wird ermöglicht durch viele Faktoren, von denen ich beispielhaft einige nennen möchte:

In den meisten Fällen kommt der Patient selbst zu dem Untersucher, weil er den Verdacht hat, dass „etwas nicht in Ordnung“ sei - d.h. unspezifische oder spezifische Symptome bemerkt. Der Patient ist dabei dann nicht verwundert, wenn ihm nach Exploration und Diagnostik eine Diagnose gestellt wird, die auf eine Störung oder einen med. Krankheitsfaktor hinausläuft.

Des Weiteren ist der Besuch bei einem Psychologen, Psychiater nicht so, wie ihn sich die Medien gerne wünschen oder die Antipsychiatriebewegung sich ausmalt. Es ist keineswegs so, dass „aus heiterem Himmel“ eine Art „Urteil“ gefällt wird, das absolut überraschend ist und „vernichtend“ auf den Patienten wirkt. Im Regelfall folgt nämlich nach mindestens einem Gespräch mit dem Patienten eine ausführliche Diagnostik, die den Patienten mehrere Sitzungen beschäftigt. Dabei erhält er Erklärungen, was warum mit ihm getestet wird und er erhält Rückmeldungen. So kann er natürlich ein Vertrauen zu dem Untersucher und dem Regelbetrieb der Diagnostik entwickeln und selbst Schwachpunkte und Stärken in den abgetestetebn Bereichen entdecken, sofern sie ihm nicht schon bekannt sind. Dadurch ist es leichter, eine Diagnose nachzuvollziehen und Verständis aufzubringen.

Drittens ist es nur in wenigen Fällen so, dass eine Krankheitseinsicht völlig fehlt, denn die meisten Patienten bemerken schon Symptome an sich, oder zumindest, dass die Umwelt anders auf sie reagiert als sonst. Sind Patienten nicht zugänglich (wie beispielsweise bei Intoxikation oder in der floriden Phase einer Psychose etc.), ist medizinische Unterstützung z.B. durch Medikamentengabe nach medizinischer Begutachtung indiziert oder der Patient wird beaufsichtigt, bis floride Symptome (bzw. akute Intoxikationen etc.) abklingen (z.B. auch im Rahmen betreutes Wohnen). Kann schließlich Zugang hergestellt werden, schließt sich ein diagnostischer Turnus wie oben geschildert an.

Der Patient ist nicht „dumm“ (ausser bei Minderbegabung etc.). Damit will ich sagen, dass er oft eine Vorstellung davon hat, was ihn als Diagnose erwarten kann. Vielfach fragt man den Patienten auch, was er meint, zu haben (dies ist diagnostisch z.B. im Rahmen des Health-Belief-Modells innerhalb der Verhaltensanalyse wichtig). Auch hier zeigt sich, dass ein Überraschungseffekt eher selten ist.

Der Patient ist auf die Situation eingestellt, dass heisst, er geht zum Diagnostiker, um eine Diagnose zu erfahren. Dabei hat man als Untersucher natürlich nicht zuletzt auch die Verpflichtung eine Diagnose nach bestem Wissen zu stellen und ggf. den Patienten an andere Diagnostiker z.B. für differentialdiagnostische Fragestellungen weiterzuleiten.

Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass das diagnostische Ergebnis selten absolut überraschend ist und der Patient in den häufigsten Fällen (selbst) kommt, um Hilfe zu erhalten. Sollte diese einem stationären Aufenthalt umfassen, so sind diese Fälle auch so gravierend, dass der Patient diese Hilfestellung oft auch gerne annimmt bzw. ihren Sinn erfasst. Ein „schonendes Beibringen“ ist dabei eigentlich nicht der Regelfall - vielmehr erhält der Patient eine Rückmeldung auf sozial kompetente Art und Weise, d.h. man sagt es ihm direkt und erklärt dann den weiteren Verlauf, d.h. was die Diagnose für den Patienten zu bedeuten hat. Es ist eben nicht so, dass man unvermutet in eine „Anstalt“ eingewiesen wird, wo sich lauter „Bekloppte“ tummeln (wie z.B. in der früher gesendeten TV-Serie gleichen Titels) und brutale Pfleger mit Zwangsjacken aufwarten.

Viele Grüße,

dc

Zusammenfassung für die private Sammlung meiner Postings von Thomas Miller, dem Mod im Psychologiebrett: Darstellung der direkten Kommunikation zum Patienten bei der Diagnose. Möglicherweise verhaltensanalytisch?

Hi Captain!

Du gehst davon aus, dass ein Patient - also ein Mensch, der sich bereits in Behandlung begeben hat (aus eigenem Antrieb oder auf Veranlassung hin) die Diagnose von einem Fachmann gestellt bekommt. Sicher, dann ist es nicht mehr all zu schwierig, da schon eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut ist. Man rechnet damit.
Was aber, wenn ein Laie den Eindruck hat, dass ein Mensch krank ist und ihm dies mitteilen möchte, ohne ihn gleich völlig zu verschrecken?

Mein Freund hat zwar bereits selbst erkannt, dass „mit ihm etwas nicht stimmt“, dass er depressiv ist, dass er leidet, dass er mit seiner Umwelt nicht mehr klar kommt… er hat es auch ein Mal einem praktischen Arzt gegenüber erwähnt, der ihm dringendst zu einer Psychotherapie geraten hat und in dieser ganz akuten Phase hat er sich auch mit diesem Gedanken beschäftigt, dann aber wurde es wieder etwas besser… wobei ich nicht glaube, dass er nun genesen ist… und er hat den Gedanken, krank zu sein, wieder verworfen.

Sicher, es handelt sich bislang nur um eine Vermutung, die er selbst in akuten Zeiten hat, die ich ebenfalls habe und die auch ein praktischer Arzt „diagnostiziert“ hat, eine Absicherung durch einen Spezialisten, also eine wirkliche Diagnose ist bislang noch nicht erfolgt, dennoch möchte ich natürlich, dass er sich behandeln lässt. Mir ist klar, das muss aus eigenem Antrieb heraus geschehen, da sonst die beste Psychotherapie nicht fruchten wird, aber was kann manich im Vorfeld tun, um ihn zu dieser Einsicht/Erkenntnis zu bewegen?

Sagt man es psychisch erkrankten Menschen als Laie auf den Kopf zu, dass „mit ihnen etwas nicht stimmt“, werden sie zurecht behaupten: du hast ja keine Ahnung. Im besten Fall erreicht man damit, dass sie noch mal in sich gehen und diese Vermutung durch einen Spezialisten abklären lassen, im ungünstigeren und ich befrüchte beinahe im Regelfall, wird es eine Abwehrhaltung hervorrufen, die genau zum Gegenteil führt. Was also tun?

Greetings,
Marla

soziale Kompetenz

Hi Captain!

Hallo Marla!

Du gehst davon aus, dass ein Patient - also ein Mensch, der
sich bereits in Behandlung begeben hat (aus eigenem Antrieb
oder auf Veranlassung hin) die Diagnose von einem Fachmann
gestellt bekommt. (…)

Ja, sicher, denn niemand sonst kann eine Diagnose stellen.

Was aber, wenn ein Laie den Eindruck hat, dass ein Mensch
krank ist und ihm dies mitteilen möchte, ohne ihn gleich
völlig zu verschrecken? (…)

Auf sozial kompetente Art und Weise. Damit meine ich (ganz allgemein), dass beispielsweise der „Verdächtigen“ auf auffällige Handlungsweisen angesprochen, ihm seine Besorgnis mitteilt wird, usw. In der Regel hat man zu der entsprechenden Person eine bestimmte Beziehung, (z.B. eine verwandtschaftliche, partnerschaftliche oder kollegiale) und empfindet Besorgnis aus der heraus man die Person ansprechen möchte. Da nun aus diesem Grunde (eben der Beziehung) bereits ein Vertrauensverhältnis besteht, ist ein Gespräch sicherlich so zu führen, dass ein „Erschrecken“ vermieden werden kann - eben so, wie ich es darstellte.

Allerdings ist im allgemeinen Fall natürlich zu beachten, dass der eigene Eindruck über die entsprechende Person auch täuschen kann. Daher ist eine Diagnostik von einem Dritten angezeigt.

Im restlichen Text gehst Du auf einen persönlichen Fall ein. Sei versichert, dass Du hier keine allgemeine Lösung finden wirst, wie Du mit Deinem Freund sprechen kannst - dazu ist die Situation hier zu artifiziell. Daher möchte ich Dir hier keinen „guten Tip“ geben, wie Du ihm was auf welche Weise am besten mitteilen kannst - weil ich weder Dich, noch Deinen Freund kenne. Darüber hinaus ist es schwierig, Dir ein bestimmtes Gesprächsszenario zu empfehlen, da soziale Kompetenz von der jeweiligen sozialen Situation und den Protagonisten, den Erfahrungen mit ihnen, den Erfahrungen mit früheren Situationen etc abhängig ist.

Allerdings musst Du auch unterscheiden, ob Du ihn auf Deine Besorgnis ansprechen möchtest oder ob Du möchtest, dass er bestimmte Handlungen durchführt - z.B. seinen Psychologen aufsuchen. Das wird schwer, wenn Du ihn nicht überzeugen kannst, dass dies Deiner Meinung nach sinnvoll wäre. Viel mehr wirst Du nicht tun können (siehe unten).

dennoch möchte ich natürlich, dass er sich behandeln lässt.

Hast Du den Eindruck, dass ein Gespräch ihn dazu bringt? Dann solltest Du mit ihm sprechen. Viel mehr wirst Du auch - fürchte ich - nicht tun können, solange er keine Eigen- oder Fremdgefährdung zeigt. Immerhin empfiehlt ihn auch sein Arzt, einen Fachmann aufzususchen und er selbst bemerkt die Symptome offensichtlich und empfindet womöglich Leidensdruck, denn warum sollte er sonst z.B. mit seinem Arzt darüber sprechen.

Mir ist klar, das
muss aus eigenem Antrieb heraus geschehen, da sonst die beste
Psychotherapie nicht fruchten wird,

Richtig.

aber was kann manich im
Vorfeld tun, um ihn zu dieser Einsicht/Erkenntnis zu bewegen?

Hm, naja, es handelt sich immer noch „nur“ um einen Verdacht. Das Ziel Deiner Bemühungen sollte nicht sein, ihn zu einer Therapie zu bringen. Ich bin kein Freund davon, Menschan auf Verdacht hin zu „therapieren“, das machen andere.

Sagt man es psychisch erkrankten Menschen als Laie auf den
Kopf zu, dass „mit ihnen etwas nicht stimmt“, werden sie
zurecht behaupten: du hast ja keine Ahnung.

Das kann schon sein - aber wenn man befreundet ist (und ich denke, Du sprichts hier nicht mehr vom Allgemeinen, sondern von Deiner Problematik mit Deinem Freund), ist es weniger wahrscheinlich, dass diese Reaktion eintritt. Es kommt natürlich darauf an, es auf sozial kompetenete Art und Weise mitzuteilen.

Im besten Fall
erreicht man damit, dass sie noch mal in sich gehen und diese
Vermutung durch einen Spezialisten abklären lassen,

Das sollte dann auch das Ziel Deiner Bemühungen sein. Dann hätten sowohl er, als auch Du die Gewissheit, was los ist.

im
ungünstigeren und ich befrüchte beinahe im Regelfall, wird es
eine Abwehrhaltung hervorrufen, die genau zum Gegenteil führt.

Das ist eher selten der Fall. Wenn man einem Freund mitteilt, dass man sich Sorgen um ihn macht und ihn bittet, dass er sich untersuchen lässt, ist eine „Abwehr“ sehr sehr unwahrscheinlich; wahrscheinlicher ist, dass ein Gespräch darüber geführt wird.

Was also tun?

Zusammenfassend würde ich Dir den Tip geben, ein sozial kompetentes Gespräch mit ihm zu führen. Wenn er sich danach diagnostizieren lässt, ist Dein Ziel erreicht. Dies wäre wünschenswert und ich drücke Dir dafür die Daumen. Es wäre schön, wenn Du mir mitteilen könntest, wie sich die Situation weiter entwickelt.

Greetings,
Marla

Greetings,
cap

Zusammenfassung für die private Sammlung meiner Postings von Thomas Miller, dem Moderator des Psychologiebrettes: Hinweis auf sozialer Kompetenz als Grundlage für ein Gespräch.

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Hallo Branden,

PMFJI,

That`s life und da kann man wenig machen. Einer der
Hauptfaktoren, dass eine Therapie (egal, welcher couleur)
wirkt, ist ihr freiwilliger Beginn.

Warum herrscht eigentlich diese Meinung vor? Es gibt doch unzählige Beispiele, wie mancher zu seinem Glück „gezwungen“ wurde und damit recht glücklich ist. Andere, die etwas beginnen sollten (vielleicht einen neuen Job) und sich gesträubt haben was das Zeug hält, um dann zu erfahren, daß es ihnen richtig Spaß macht.

Ich kann mir nur vorstellen, daß es ebenfalls unzählige Beispiele von unfreiwilligen Therapiepatienten gibt, die im Laufe der Sitzungen ihr Leben immer mehr in den Griff bekamen und durch die ständig neuen Erfolgserlebnisse immer neue Motivation bekamen, solange bis es ihnen richtig Spaß machte.

Wozu also sollte der freiwillige Beginn wichtig sein, abgesehen davon daß es rechtlich keine Handhabe gibt?

Gruß, AndyM

Hallo Andy

Es gibt doch
unzählige Beispiele, wie mancher zu seinem Glück „gezwungen“
wurde und damit recht glücklich ist. Andere, die etwas
beginnen sollten (vielleicht einen neuen Job) und sich
gesträubt haben was das Zeug hält, um dann zu erfahren, daß es
ihnen richtig Spaß macht.

Aber die Gegenbeispiele (wo Leute zu etwas gezwungen wurden und das dann gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser) dürften mindestens ebenso viel Gewicht haben.

Wozu also sollte der freiwillige Beginn wichtig sein,
abgesehen davon daß es rechtlich keine Handhabe gibt?

Der BEGINN sollte freiwwillig sein - sonst kommt man meist garnicht „in den therapeutischen Tritt“ - die Abwehr ist dann NOCH größer, als sie (unbewußt) sowieso schon in jeder Therapie ist. Das trifft allerdings besonders auf die analytisch begründeten Verfahren zu.
Gruss, Branden

Hi Captain!

Ja, sicher, denn niemand sonst kann eine Diagnose stellen.

Habe ich mit meiner Aussage auch nicht anzweifeln wollen, wollte eben nur darauf hinweisen, dass Du quasi schon einen Schritt weiter warst, aber genau diesen Schritt zu machen, scheint mir die größte Hürde zu sein.

Allerdings ist im allgemeinen Fall natürlich zu beachten, dass
der eigene Eindruck über die entsprechende Person auch
täuschen kann. Daher ist eine Diagnostik von einem Dritten
angezeigt.

Sicher, selbst wenn der Eindruck nicht täuscht, können sich hinter der Symptomatik schließlich verschiedenste Ursachen verbergen und nur wenn die bekannt sind, kann eine adäquate Behandlung erfolgen.

Sei versichert, dass Du hier keine allgemeine Lösung finden
wirst, wie Du mit Deinem Freund sprechen kannst - dazu ist die
Situation hier zu artifiziell.

Stimmt, es spielen sicher zu viele Dinge mit rein, als dass man einen konkreten Lösungsvorschlag geben könnte. Aber Deine allgemeinen Vorschläge helfen ja auch schon weiter.

Allerdings musst Du auch unterscheiden, ob Du ihn auf Deine
Besorgnis ansprechen möchtest oder ob Du möchtest, dass er
bestimmte Handlungen durchführt - z.B. seinen Psychologen
aufsuchen.

Meine Besorgnis möchte ich eigentlich nicht so gerne erwähnen, da er sich bereits jetzt für alles mögliche verantwortlich und schuldig fühlt.

Hast Du den Eindruck, dass ein Gespräch ihn dazu bringt? Dann
solltest Du mit ihm sprechen. Viel mehr wirst Du auch -
fürchte ich - nicht tun können, solange er keine Eigen- oder
Fremdgefährdung zeigt.

Und wenn er eben doch eine Eigengefährdung zeigt?

Immerhin empfiehlt ihn auch sein Arzt,
einen Fachmann aufzususchen und er selbst bemerkt die Symptome
offensichtlich und empfindet womöglich Leidensdruck, denn
warum sollte er sonst z.B. mit seinem Arzt darüber sprechen.

Allerdings empfindet er den.

Hm, naja, es handelt sich immer noch „nur“ um einen Verdacht.
Das Ziel Deiner Bemühungen sollte nicht sein, ihn zu einer
Therapie zu bringen. Ich bin kein Freund davon, Menschan auf
Verdacht hin zu „therapieren“, das machen andere.

Das klingt jetzt so, als wolle ich ihn zu etwas nötigen, was wahrscheinlich gar nicht nötig ist… das ganz bestimmt nicht.
Mein Ziel ist auch nicht die Therapie als solche. Ich würde mir wünschen, dass geklärt wird, was seine Probleme verursacht und welche Möglichkeiten der Behandlung bestehen.

Auf den Gedanken mit der Therapie bin ich auch erst gekommen, nachdem mehrere Leute im Forum mich darauf hinwiesen und eben auch der praktische Arzt dazu riet. Und als ich mir dann noch vor Augen hielt, dass er offenbar immer mehr in diese - ich nenne es jetzt mal so, auch wenn ich nur Laie bin - Depressionen abrutscht und leidet… man fühlt sich daneben so schrecklich hilflos und immer wieder überkommt mich die Angst, er könnte sich in einer schlechten Stunde etwas antun…
da sucht man eben verzweifelt nach Mitteln und Wegen, greift nach jedem Strohhalm und postet sich schon mal seine Ängste von der Seele - bis manche Leute das dann als Daily-Soap abtun…

Zusammenfassend würde ich Dir den Tip geben, ein sozial
kompetentes Gespräch mit ihm zu führen.

Ist es erfahrungsgemäß günstiger, das Gespräch in einer akuten Phase zu führen, oder sollte man dafür besser eine „optimistischere“ Stimmungslage auswählen?
In der akuten Phase ist es immer so schwierig, überhaupt einen Draht zu ihm aufzubauen, da er sich dann zurückzieht und abschottet und wenn es ihm besser geht, schiebt er die Gedanken an die dunklen Stunden immer ganz weit von sich, will davon nichts mehr wissen.

Wenn er sich danach
diagnostizieren lässt, ist Dein Ziel erreicht. Dies wäre
wünschenswert und ich drücke Dir dafür die Daumen. Es wäre
schön, wenn Du mir mitteilen könntest, wie sich die Situation
weiter entwickelt.

Werde ich gerne machen, wenn es eine Entwicklung geben sollte, dann aber per Mail, zumal mir derzeit die Dämpfer im Forum zu sehr überhand nehmen und ich immer weniger das Gefühl habe, mit meinen Problemen ernst genommen zu werden. Und ich dachte, gerade im Psychologie-Brett würde man auf Verständnis stoßen. So kann man sich irren.

Danke für Deinen Rat!

Greetings,
Marla

Hi Captain!

Hi,

dass Du quasi schon einen
Schritt weiter warst, aber genau diesen Schritt zu machen,
scheint mir die größte Hürde zu sein.

Das Ursprungsposting zielte nicht auf Deine Frage ab.

hinter der Symptomatik schließlich verschiedenste Ursachen
verbergen und nur wenn die bekannt sind, kann eine adäquate
Behandlung erfolgen.

Deshalb kommt vor der Behandlung die Diagnostik.

Aber Deine allgemeinen Vorschläge helfen ja auch schon weiter.

Besten Dank.

Meine Besorgnis möchte ich eigentlich nicht so gerne erwähnen,
da er sich bereits jetzt für alles mögliche verantwortlich und
schuldig fühlt.

Bleibt Dir unbenommen.

Und wenn er eben doch eine Eigengefährdung zeigt?

Wie stellst Du das fest? Bei konkreter Eigengefährdung ist der Rettungsdienst zu holen.

Das klingt jetzt so, als wolle ich ihn zu etwas nötigen, was
wahrscheinlich gar nicht nötig ist… das ganz bestimmt nicht.
Mein Ziel ist auch nicht die Therapie als solche. Ich würde
mir wünschen, dass geklärt wird, was seine Probleme verursacht
und welche Möglichkeiten der Behandlung bestehen.

Du schriebest doch:

dennoch möchte ich natürlich, dass er sich behandeln lässt

Auf den Gedanken mit der Therapie bin ich auch erst gekommen,
nachdem mehrere Leute im Forum mich darauf hinwiesen und eben
auch der praktische Arzt dazu riet.

Ich habe keine gute Meinung davon, wenn über die Ferne bestimmte ratschlägeg gegeben werden, entsprechend habe ich Dir geantwortet.

man fühlt sich daneben so
schrecklich hilflos und immer wieder überkommt mich die Angst,
er könnte sich in einer schlechten Stunde etwas antun…

Dann solltest Du nicht hier posten, sondern den Rettungsdienst anrufen, wenn er sich selbstbeschädigendes oder suizidales Verhalten präsentiert.

postet sich schon mal seine Ängste
von der Seele - bis manche Leute das dann als Daily-Soap
abtun…

Das Forum hier stellt dazu aufgrund des unterschiedlichen Publikums keine geeignete Basis dar.

Ist es erfahrungsgemäß günstiger, das Gespräch in einer akuten
Phase zu führen, oder sollte man dafür besser eine
„optimistischere“ Stimmungslage auswählen?

Je eher umso besser.

Danke für Deinen Rat!

Gerne.

Grüße,
Der Captain

Zusammenfassung meines Postings für die private Datensammlung meiner Texte von Thomas Miller: Antwort auf Posting und Erwiederung von Dank für Ratschläge.

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Hi Captain!

Das Ursprungsposting…

war allgemein formuliert.

Deshalb kommt vor der Behandlung die Diagnostik.

Selbstredend.

Und wenn er eben doch eine Eigengefährdung zeigt?

Wie stellst Du das fest? Bei konkreter Eigengefährdung ist der
Rettungsdienst zu holen.

Er spricht hin und wieder von Suizidgedanken, aber eben nicht in dem Moment, in denen sie aufkommen, sondern im Nachhinein.

Du schriebest doch:

dennoch möchte ich natürlich, dass er sich behandeln lässt

Was ist daran falsch?

Ich habe keine gute Meinung davon, wenn über die Ferne
bestimmte ratschlägeg gegeben werden, entsprechend habe ich
Dir geantwortet.

Ist immer bedenklich, aber nicht grundsätzlich verkehrt, denke ich. Und sei es nur, um sich Anregungen zu holen, auf die man alleine nicht gekommen wäre. Das heisst ja nicht, dass man jede Anregung aufgreifen muss und man sollte natürlich immer kritisch damit umgehen, aber sich damit auseinanderzusetzen kann oft schon recht hilfreich sein. Ansonsten wäre w-w-w ja auch unsinnig.

man fühlt sich daneben so
schrecklich hilflos und immer wieder überkommt mich die Angst,
er könnte sich in einer schlechten Stunde etwas antun…

Dann solltest Du nicht hier posten, sondern den Rettungsdienst
anrufen, wenn er sich selbstbeschädigendes oder suizidales
Verhalten präsentiert.

Klingt simpel, ist es aber nicht, denn ich kann nicht bei jedem
Verdacht, dass er gerade bei sich zu Hause sitzt und Suizidgedanken hat, den Rettungsdienst alarmieren… und wenn er diese Gedanken im Nachhinein ausspricht ist es dafür zu spät.

Greetings,
Marla