Kranken- ,Pflege- ,Palliativheim für meine Oma?

Hallo,

Meine Oma leidet seit über 6 Jahren an Brustkrebs. Sie ist 85. Sie hat mehrere Chemotherapien und Bestrahlungen hinter sich. Ihr Tumor besteht offenbar aus Stammzellen und konnte deswegen durch keine Chemotherapie erfolgreich behandelt werden. Seit Wochen ist ihr Zustand zunehmen schlechter. Sie hat Pflegedienst und Pflegestufe 3. Sie ist noch zuhause.

Ich glaube das eine ausreichende Versorgung in ihrem Zustand zuhause nicht mehr ausreichend ist. Die Frage ist jetzt in welchen Heim (Art des Heims) sie eine ausreichende Versorgung bekommt. Wünschenswert wäre es, das in dem Heim nicht nur passiv „beim sterben zugeschaut wird“ sondern aktiv durch regelmäßige Blutkontrolle, vielleicht paar Infusionen und Kontrolle durch einen Arzt, versucht wird, den Zustand zumindest etwas zu verbessern.

Es wäre schön, wenn mir jemand paar Tipps, oder eigene Erfahrungen gehen könnte.

Meine Oma wohnt in Dortmund.

Gruß

Hallo Neoboy,
was für Deine Oma am besten wäre ist wahrscheinlich ein Hospiz. Diese werden regelmäßig von Palliativmedizinern besucht und es können Symptome wie Schmerzen etc. behandelt werden.
Den Antrag für eine Verlegung muß der Hausarzt/Onkologe Deiner Omi stellen. Den kann sie fragen. (Manchmal sind es auch die Hausärzte selbst, die ihre Patienten weiterhin im Hospiz besuchen.)
Wie Du an eine Adresse direkt in Dortmund kommst, kann ich Dir nicht sagen, aber google doch mal nach „DGP“ (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin)
Ganz liebe Grüße
TF

Danke für die schnelle Antwort!

Sind alle Hospiz-Heime gleich? Oder gibt da Unterschiede?

Also es wäre für mich wünschenswert, das meine Oma schon irgendwo AKTIVE Pflege bekommen würde, wo NICHT nur Schmerz behandelt würde, sondern auch allgemeiner Zustand gestärkt wird. Durch Vitamine, zum Teil Essen durch Infusion, „regelmäßige“ Blutkontrolle …
Das Problem was ich bis jetzt gehört habe, ist das oft nach dem Motto „Ein Reifen, das ein Loch hat, sollte man nicht mehr aufpumpen“ gehandelt wird.
Ich finde es aber besser, wenn man meine Oma ihre letzte Zeit Untersützung, damit sie nicht nur Schmerzfrei ist, sondern auch sich „fitter“ & „wohler“ füllt, wie es die Umstände erlauben.

Gruß

Hallo,

ich weiß nicht, wo Du diese Informationen her hast, aber sie sind falsch. Selbstverständlich gehört zur Paliativen-Versorgung alles, was die Situation und das Leiden erträglicher macht, und dabei auch durchaus die Lebenszeit verlängert, die als lebenswert empfunden wird. D.h. es geht hier nicht um ein möglichst schnelles sterben lassen, sonder ausschließlich darum in einer Phase in der kurative Maßnahmen keinerlei Erfolg mehr versprechen, den Patienten hiervon zu befreien, und in der Phase, die nicht mehr als lebenswert empfunden wird, auch keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr durchzuführen, die nur noch das Leiden verlängern. D.h. solange deine Oma aufgrund von Schmerztherapie, … noch aktiv am Leben teilnehmen kann und will, wird man selbstverständlich alles unternehmen, um diesen Zustand so lange wie möglich zu erhalten. Dies kann übrigens auch durchaus im Rahmen ambulanter Hospizarbeit erfolgen. Hier kommen dann spezialisierte Pflegekräfte, Ärzte und Seelsorger zum Einsatz, die die Patienten in der angestammten Umgebung betreuen, soweit dies geht. Aber auch die Verlegung in ein stationäres Hospiz bedeutet nicht, dass dort nur Menschen aufgenommen werden, bei denen es „nur noch“ um den reinen Sterbeprozess geht, und die schon in wenigen Tagen versterben werden. Es gibt durchaus Fälle, in denen der Aufenthalt im Hospiz Wochen oder Monate dauert, und Menschen dort noch auf eigenen Füßen in einem Zustand einziehen, der zwar insoweit final ist, dass absehbar ist, dass es keine Besserung mehr geben wird, der aber gerade noch nicht vom baldigen Tod gekennzeichnet ist.

Gruß vom Wiz

Hallo,

so wie du schreibst geht es bei deiner Oma in eine Richtung und es ist so, dass Menschen sterben…auch deine Oma.

Auch ich bin der Meinung, dass ein Hospitz die beste Einrichtung ist.
Du kannst die auch vorher besichtigen und dir ein Bild machen.

Ich möchte dir aber persönlich noch mit was auf den Weg geben.

Du schreibst du willst aktive Pflege für deine Oma.
Es gibt Dinge, dir braucht jeder Kranke oder Sterbende. Das ist Zuneigung und eine gewisse Versorgung.
Aber jeder ist da anders. Manch einer will vielleicht keine Zähne mehr putzen, weil es ihn zu sehr anstrengt. Vielleicht ist sie irgendwann so erschöpft, dass sie nicht mehr gewaschen werdne will.

Vielleicht will sie irgendwann nichts mehr essen, weil sie keinen Hunger mehr hat. Vielleicht will sie irgendwann nur noch im Bett liegen und eine vertraute Person um sich haben.

Vielleicht will sie aber auch ganz alleine sein! Jeder Mensch ist da ganz anders. Und so individuell wie das Leben war, kann auch der Tod sein. Bitte achte ganz starkt darauf, was deine Oma will. Schau ob es wirklich ihr Wunsch, oder nur deine Vorstellung von aktiv und richtig ist.

Ein kranker Mensch, bei dem es absehbar ist dass er sterben wird, braucht nicht unbedingt noch morzt Unterhaltung wenn er das nicht will.

Und vielleicht kann sie dir auch nicht mehr sagen was sie will.

Das Personal in Hospitzen ist darin geschult und hat dafür auch ein Gefühl…

und noch was…sterben sollte man in Ruhe. Alle Entscheidungen müssen nicht übers Knie gebrochen werden. Keine Hektik, keinen Streß…

Du könntest dich auch über ambulante Hospitzdienste informieren! Die kommen nach Hause. Wäre ja auch schön, wenn die Oma noch zuhause bleiben könnte…wenn ihr euch das zustraut.

Alle Gute,

Lulea

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