Hallo 
Hoffentlich bin ich hier mit meiner Frage im richtigen Brett und finde jemanden, der mir weiterhelfen kann.
Vor zwei Wochen bin ich mit heftigsten Rückenschmerzen von meinem Hausarzt zum Orthopäden überwiesen worden. Der stellte fest, dass mit meinen Nacken- und Brustwirbeln so einiges nicht in Ordnung sei und verordnete mir sechs Krankengymnastiksitzungen. Zwei Tage später bin ich noch einmal hin, er hat etliche Wirbel eingerenkt und mich für drei Wochen krankgeschrieben. Die sechs Krankengymnastiksitzungen liegen hinter mir. Leider konnten wir dort noch nicht allzuviel machen, weil der Rücken noch nicht wirklich richtig fit war. Sechs oder auch vier weitere Sitzungen würden wirklich Sinn machen.
Nun bekomme ich aber von überall her unterschiedliche Informationen diesbezüglich. Meine Krankengymnastin sagt, vier weitere Sitzungen seien ohnehin „Standard“, darüberhinausgehend müsste seit dem 1.7.2004 ein „größeres“ Rezept von der Krankenkasse genehmigt werden, sprich der Arzt muss seine Verordnung beantragen bzw. auch begründen. Der Orthopäde sagte zuerst, vier weitere Sitzungen könnte er mir verschreiben. Als ich dann wegen sechs Sitzungen nachfragte, hieß es, bei meiner Diagnose würde ich die vier nun auch nicht mehr bekommen. Die Krankenkasse würde bei dieser Diagnose nur sechs Termine bezahlen. Die Krankenkasse (DAK) sagt, sie bezahlt alles, wenn der Arzt es für angemessen hält. Heute war ich dann noch einmal beim Orthopäden, der sagt nun, ein Krankengymnastikrezept würde ihn über 100 Euro kosten, dies läge über dem Budget für mich. Schlussendlich hat mir die Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse geraten, mir eine neue Überweisung für einen anderen Orthopäden zu besorgen, der mir dann nach einer neuen Diagnose ein neues Krankengymnastikrezept ausschreibt. Der Sinn des Ganzen erschließt sich mir nicht wirklich.
Ich möchte eigentlich ja auch keine Leistungen abzocken, sondern mit Hilfe der Krankengymnastik ganz schnell wieder in Ordnung kommen.
Wer von all diesen Gesundheitsspezialisten hat denn nun eigentlich recht? Und wie komme ich nun an meine Krankengymnastik? Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
Danke schon mal und Gruß
Salat 
Schlussendlich hat mir die
Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse geraten, mir eine neue
Überweisung für einen anderen Orthopäden zu besorgen, der mir
dann nach einer neuen Diagnose ein neues
Krankengymnastikrezept ausschreibt.
…das würd ich auch sagen… das ist doch schon die antwort. geh zu einem anderen arzt.
Gruß
makea
Hallo,
die Kasse hat Recht und auch wieder nicht (und das sage ich, obwohl
es eine Kollegin von mir war).
Wenn der Arzt eine Forführung der Behandlung für medizinisch notwendig hält so kann er ohne weiteres die entsprechende Verordnung
ausstellen - momentan ist es sogar noch so, dass eine Genehmigung
dieser Weiterbehandlung durch die Kasse entfällt (jedenfalls bei unserer Kasse ists es so).
Der Wechsel zu einem anderen Arzt ist zwar möglich, aber es ist doch
die Frage ob der weitermacht oder ob der wieder bei Adam und
Eva anfängt.
Das mit dem Budget kannst du getrost vergessen, das ist immer das
Argument der Ärzte um den Patienten ein „schlechtes Gewissen“
zu bereiten - so nach dem Motto „… wenn ich Ihnen das verordne
muss ich es selbst bezahlen!!!“.
Sicher werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen Budgets erstellt,
aber das ist ganz allein deren Problem und nicht das Problem der
Kasse und schon garnicht das der Patienten.
Gruss
Günter Czauderna
Hallo Günter,
Das mit dem Budget kannst du getrost vergessen, das ist immer
das
Argument der Ärzte um den Patienten ein „schlechtes Gewissen“
zu bereiten - so nach dem Motto „… wenn ich Ihnen das
verordne
muss ich es selbst bezahlen!!!“.
Sicher werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen Budgets
erstellt,
aber das ist ganz allein deren Problem und nicht das Problem
der
Kasse und schon garnicht das der Patienten.
da wird der „Schwarze Peter“ aber schön weitergereicht. Natürlich hast Du Recht - das sind die KV`n, nicht die Kassen.
Ich würde es als Verfechter der privaten Krankenversicherung etwas anders formulieren = es ist das System … und dazu gehören die Kassen.
Das Beispiel zeigt doch eindeutig, dass die Reformansätze völlig an den wirklichen Problemen vorbeigehen. Anspruchsdenken auf der einen Seite, die Arztpraxis als Profitcenter auf der anderen und dazwischen das Bemühen Kosten zu reduzieren. Es funktioniert, so wie es in den vergangenen 15 Jahren versucht wurde, nicht! Ich denke das Ermessen des Arztes, wieviele Behandlungen wer benötigt, sollte nicht beschnitten werden - vor allem nicht über Budgetierung!
Viele Grüße
Thorulf Müller
Hallo Thorulf,
ich war gerade in einer Strausswirtschaft, deshalb bitte nicht das
Folgende allzu ernst nehmen:
Wer will den Kosten reduzieren ???
Der Arzt ?? - mit Sicherheit nicht, der will nur sein Auskommen
mit seinem Einkommen.
der Patient?? - dem ist das egal. solange all das bezahlt wird, was
er benötigt und was er will
die Krankenkasse ?? - warum, solange die Beiträge die Ausgaben decken
Un da sind wir schon beim Problem - warum soll die Schraube ein Ende
haben ??
Wer soll als erstes auf seine „Ansprüche“ verzichten ??
Es gibt keinen Königsweg - das räumt sogar Herr Rürup ein.
Als Krankenkassenmensch sage ich - der Anfang muss vom Arzt ausgehen,
der auch dem Patienten mal sagen muss was notwendig ist (Kassenleistung) und was ratsam ist ist (Eigenleistung).
Aber wie gesagt, das ist durch die Kassen-Brille betrachtet und
nach einigen Glas Wein nicht objektiv.
Gruss
Günter
Trotz Alkohol…
… war der Beitrag aber doch noch recht klar, Günter.
Tja, Wein ist auch Genuss. Ich hoffe es war ein Guter?
Reduzieren kann mann es nur über die Ärzte - ja!
z.B. private Abrechnung nach GOÄ über die Patienten, damit die einmal sehen was es kostet - senkt Anspruchsdenken.
oder noch besser… es wird für die Gesunden bezahlt und jeder Arzt bekommt seine Patienten regional zugeordnet.
Das bekommen wir beide nicht vom Eis, das ist glaube ich ziemlich verfahren!
Viele Grüße - und Prost
Thorulf
Prost…
Danke an Euch drei für die Antworten.
Vielleicht bin ich ein wenig empfindlich, aber eigentlich bin ich nicht der Meinung, dass ich in dem von mir beschriebenen Fall ein Anspruchsdenken habe.
z.B. private Abrechnung nach GOÄ über die Patienten, damit die
einmal sehen was es kostet - senkt Anspruchsdenken.
Eine Krankengymnastiksitzung - wenn ich sie selbst bezahlen müsste - kostet 13 Euro. Da ich im Moment nur eine Halbtagsstelle bekommen konnte, sind diese Extrakosten für mich nicht finanzierbar. Sicherlich ist ein Monolog „ich zahl schließlich auch was ein“ recht unsachlich und auch überflüssig. Wie allerdings der behandelnde Orthopäde darauf kommt, es würde ihn weit über 100 Euro kosten, mir 6 Sitzungen à 13 Euro Krankengymnastik zu verschreiben, erschließt sich mir nicht.
Sicherlich müssen alle sparen und kürzer treten. Aber eine Sparmaßnahme, die höhere Kosten produziert, ist nun einmal keine. Wenn meine Kasse befürwortet, ich solle einen neuen Arzt (mit Überweisung) aufsuchen, kostet dies einiges mehr. Dies war der Grund für meine Frage. Ich hatte einfach gehofft, dass es vielleicht einen ganz normalen gangbaren Weg geht, wie ich zu einem - sicherlich nicht übertriebenen - zweiten Rezept für Krankengymnastik kommt.
Dann muss wohl die Kuh auf dem Eis bleiben 
Grüßle
Salat
Die Antwort ist…
Hallo Salat,
leider nein. Es gibt keinen vernünftigen Weg. Das System ist hier nicht plausibel und vor allem nicht logisch.
Falls ich Dir zu nahe getreten bin - Anspruchsdenken - sehe es mir bitte nach. Es war allgemein gemeint und nicht bezogen auf Deine Person.
Wenn Dein Arzt der Meinung ist er müsse wegen Budgetierung solche Zicken machen, dann hast Du einen erwischt dem monetäre Ziele über seinem Beruf zu stellen scheint - also einen neuen Arzt bitte! Er hat übrigens gewusst worauf er sich einlässt, als er sich als Arzt niedergelassen hat - insoweit gehört den stöhnenden Ärzten (mit Ausnahme der Kinder-, Frauen- und praktischen Ärzte) mein Mitleid nur in begrenzter Form.
Eine krankengymnastische Sitzung für 13 Euro ist übnrigens nur in einer Gruppenbehandlung möglich. Ich glaube, dass die Kostendeckung eines Krankengymnasten bei ca. 30 Euro für 30 Minuten beginnt. Das ist die andere Ungereimtheit in unserem System, dass die Therapien, die wirklich nutzen bringen unter Preis eingekauft werden, dafür werden dann Millionen an anderen stellen verpulvert (Medizintechnik, Kassensurfen, Marketing und Verwaltung).
P.S.: Wein und Salat - ich glaube ich weiß was heute zu Essen gibt!
Viele Grüße
Thorulf Müller
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