Hallo,
ich antworte mal als Krankenkassenmitarbeiter.
Da du deine Kasse nicht genannt hast fällt es mir
leichter neutral darauf zu antworten.
Die grundsätzliche Frage ist - was willst Du ???
Über die Leistungen brauchen wir nicht zu reden, die sind zu
97 % reglementiert, d.h. das bringen alle Kassen.
Die restlichen 3% stellen den berühmten 1001 und 1. Fall
dar und können hier wohl weggelassen werden.
Also reden wir vom Beitrag und vom Service.
Jemand, der seine Krankenkasse nur vom Gehaltszettel kennt,
also grundsätzlich gesund ist, dem kann der Service einer
Kasse eigentlich egal sein. Ob seine Krankenkasse vor Ort ist,
oder auf der grünen Wiese und nur tel. erreichbar ist, spielt dabei
keine Rolle - entscheidend ist der günstige Beitrag.
Deshlab mein Ratschlag - nur die billigste Kasse wählen, da
spart man im Jahr bei 2000 € mtl Einkommen locker bis zu
624,00 € (Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil ).
Anders verhält es sich, wenn man die Kasse benötigt, wenn man
krank ist, wenn man Krankengeld bezieht oder gar ein Pflegefall ist oder einen Pflegefall zu Hause hat (damit sind auchz.B. behinderte Kinder gemeint).
Da ist es auf einmal nicht mehr so wichtig eine billige Kasse zu
haben, da muss auch der Service und die Kompetenz stimmen, da
muss auch ein fester Ansprechpartner vor Ort dasein.
Dass dieser Service von den meisten Billigkassen (es gibt da
schon rühmliche Ausnahmen) nicht geleistet werden kann, liegt
wohl auf der Hand.
Zum Schluss noch zur Frage der ärtzlichen Behandlungswilligkeit.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass manche Ärzte keine Versicherten
von Billig-Kassen behandlen möchten - warum ?
Die Krankenkasse zahlen an die KAssenärztlichen Vereinigungen
Pauschalbeträge pro Kopf - die Leistungen, die von den Ärtzen
erbracht werden solle und müssen sind aber für alle Versicherten
gleich.
Wenn man nun weiss, dass z.B. die grossen Kassen BEK,DAK,AOK
Pauschalen von bis zu 150,00 € pro Versicherten zahlen, die
Billigkassen aber gleichzeitig nur ca. 75,00 €, dann erkennt
man sofort, dass den Ärtzten immer dann weniger Geld zu Verfügung
steht wenn viele Versicherten in einer dieser Billig-Kassen sind.
Zugegebenermaßen ist das etwas vereinfacht dargestellt, trifft
aber des Pudels Kern.
Gruss
Günter Czauderna