Krankenversicherung

wie ist folgende Pressemeldung zu interpredieren:

eine deutliche Anhebung der Versicherungspflichtgrenze, während es bei der Beitragsbemessungsgrenze keine Veränderungen geben so1l.

Was versteht man unter Verischerungspflichtgrenze bzw. Beitragsbemessungsgrenze ?

Wie schaut so sowas den in der Realität aus ?

Vielen Dank

Hallo Sonnenmann,

es gibt die Pflichtversicherungsgrenze in der Kranken- und Rentenversicherung.
Angestellte können sich zum Beispiel oberhalb dieser Grenze in der Krankenversicherung befreien lassen und in die Private Krankenversicherung wechseln oder als freiwilliges Mitglied der GKV erhalten bleiben.
In der Rentenversicherung ist dies bei Angestellten nicht möglich.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist die Grenze, bis zu der laut Solidaritätsprinzip , Beiträge zu entrichten sind. Verdient jemand oberhalb dieser Grenze, so muss er auch bei weiterem Verbleib im Sozialsystem keinen Euro mehr bezahlen…

Okay…

Jetzt ist es derzeitig so, dass bei beiden die Pflichtversicherungsgrenze mit der Beitragsbemessungsgrenze identisch ist. Dies bedeutet, dass derzeitig bei 54.000 € p.a. die Pflicht- und Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung liegt. 75% davon beträgt derzeitig dann die Pflicht- und Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung.

Die gute Frau Schmidt plant nunmehr, die Pflichtversicherungsgrenze der GKV anzuheben.
Dies würde bedeuten, dass es künftig schwerer wird bzw. man einfach älter ist, bis man oberhalb dieser Grenze verdienen wird. Folglich wird es schwerer, die GKV zu verlassen und somit bleiben in der GKV wahrscheinlich mehr Beitragszahler als vorher.

Irgendwann würde aber wie das Amen in der Kirche die Aktion folgen, dass die Bemessungsgrenze angehoben wird. Dies bedeutet, dass dann auf einen Schlag jemand in der Spitze bis zu 33% mehr Beiträge entrichten müsste. Also würde neben zusätzlichen Beitragszahlern (die ja nicht rauskommen) nun auch noch mehr Einnahmen dasein.

Das dies nur eine extrem kurzsichtige Denkweise sein kann, belegt, dass es dann im Alter immer mehr Menschen geben wird, die Sozialversicherung in Anspruch nehmen. Diese ist aber nicht kapitalgedeckt, wie in der PKV, also müssten die Arbeitnehmer noch mehr zahlen, denn hier herrscht das Umlageprinzip. Einnahmen müssen Ausgaben entsprechen.
Ein Mensch im Alter kostet aber auch mehr, als ein junger.

Gleichzeitig kann dies aber auch das Aus der PKV bedeuten, denn zum einen fehlt künftig der „junge“ Nachwuchs und zum anderen müssten die Prämien dies künftig berücksichtigen mit erhöhten Alterungsrückstellungen und Schwankungsrücklagen.

Ich empfinde diesen Schuss daher als sehr kurzsichtig.

Klar, es spült kurzfristig Geld in die Kasse, aber in 20 Jahren sind die Probleme dafür umso größer.

Gruß
Marco

Hallo,
ergänzend zum Beitrag von Marco noch folgende Anmerkung.
Die CDU plat, im Falle eines Wahlsieges, den Arbeitgeberanteil
zur Sozialversicherung (derzeit bei 50 %) einzufrieren, d.h.
jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer wird dann
mit extrem höheren Beitragsanteilen rechnen muessen.
Ist doch super, dass die CDU das vor den Wahlen bekanntgibt
und dafür auch noch Wählerstimmen haben will.

Gruss

Günter

Hallo Günter,

ergänzend zum Beitrag von Marco noch folgende Anmerkung.
Die CDU plat, im Falle eines Wahlsieges, den Arbeitgeberanteil
zur Sozialversicherung (derzeit bei 50 %) einzufrieren, d.h.
jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer wird dann
mit extrem höheren Beitragsanteilen rechnen muessen.

Tja… so ist es eben… einerseits wollen sie die Besteuerung der Unternehmen wieder einführen und hoffen auf die Stimmen der Kleinen, aber da, wo ihnen mehr in die Tasche gegriffen wird, das wird im Nebensatz erwähnt… leider… Aber das ist besser in Innenpolitik aufgehoben :smile:

Ist doch super, dass die CDU das vor den Wahlen bekanntgibt
und dafür auch noch Wählerstimmen haben will.

Nein, eigentlich haben sie ja nicht gesagt, sie wollen dem kleinen mehr in die Tasche greifen, sie meinten, sie legen was dazu, denn der AN-Sozialversicherungsanteil sollte auf unter 40% (derzeit etwa bei 41,5%)…

Stellt sich hier nur die Frage… wie soll das gehen? Dann weiß ich schon jetzt, was folgt… Es wird abgespeckt oder irgendwas anderes kommt… aber was? Keine Ahnung…

Ich bin aufs Programm in den Bereichen gespannt, die die Versicherung betreffen…

Gruß
Marco

Piano…
hallo Marco,
vor der Wahl wird gar nichts mehr verändert.Das ist alles Wahlgerede.
Nach der Wahl werden ganz andere Geldquellen geöffnet. Die weitaus weher tun.
Grüße
Raimund