Krankenversicherung einer Familie

Hallo Wer Weiss Was,

anbei eine Frage zum Thema Krankenversicherung.

Dies ist das zugrunde liegende Szenario:

  1. Vater:
    Angestellt, verdient über der Beitragsbemessungsgrenze für Krankenversicherungen, ist privat versichert.

  2. Kind 1:
    Privat versichert über Vater

  3. Kind 2:
    Privat versichert über Vater

  4. Mutter:
    Selbstständig tätig, freiwillig versichert in ges. Krankenversicherung

Der Vater mit beiden Kindern kostet bei der privaten Versicherung bereits soviel, daß der Arbeitgeber „nur“ den Maximalanteil übernimmt, während der Vater einen Anteil >50% tragen muss.

Die Mutter verdient derzeit kaum etwas, da Sie eben hauptsächlich Mutter ist, d.h. der Beitrag der Mutter wird derzeit ebenfalls vom Vater getragen womit der Anteil, den die Familie für die Krankenversicherung zahlt, noch größer ist.

Nun die Frage:
Ist es wirklich so, daß man als Familie in diesem Szenario in Deutschland „verrissen“ hat?
Welche Möglichkeiten könnte man sich vorstellen, die Kosten der Familie für die Krankenkassen zu senken?

Vielen Dank für die Hilfe, viele Grüße,
Hermann

Ist es wirklich so, daß man als Familie in diesem Szenario in
Deutschland „verrissen“ hat?

Was heißt verrissen ? Die Familie hat sich so versichert, wie es vom SGB vorgesehen ist.

Welche Möglichkeiten könnte man sich vorstellen, die Kosten
der Familie für die Krankenkassen zu senken?

Die privat abgeschlossenen Tarife überdenken. Da wird man mit anderen Tarifen oder höheren Selbstbeteiligung sicherlich den Beitrag senken können. Der Familienvater sollte mit seiner Versicehrung aufnehmen, um seine Möglichkeiten auszuloten.

Hallo,
vielen Dank für die schnelle Antwort.

„Verrissen“ heisst im Falle der Familie im o.g. Szenario, daß sie durch die vom SGB vorgesehene Versicherung finanziell schlechter gestellt ist, als manch andere Familie, die das zweifelhafte Glück hat, unter der Beitragsbemessungsgrenze zu liegen.

Viele Grüße,
Hermann

Hm, also mich bestätigt dieser Beitrag in meiner Entscheidung bei der GKV zu bleiben.

Beitragssenkungen gehen tatsächlich nur mit Leistungskürzungen.
Der Basis/Standard-Tarif darf ja auch maximal wie der GKV-Tarif kosten.

Vielleicht bietet sich auch nochmal ein PKV-Wechsel zu einen Beitragsstabieleren an, sofern der Gesundheitszustand und das Alter es zulassen. Angesichts der wohl doch sehr hohen Präme rechnet es sich ja eventuell. Ein anständiger Makler kann hier bestimmt mal eine unverbindliche Risikoanalyse erstellen. Kostet nichts und man sieht seine Möglichkeiten.

Die Notlösung ist dann immer noch das der Vater unter die Beitragsbemessungsgrenze rutscht und die GKV ihn wieder aufnehmen muss (was für die restlichen GKV-Versichten dann wieder ne Zusatzbelastung ist).

Tja ja, klingt übel, aber so spielt das Leben. In jungen Jahren ein paar Euros gespart (ne GKV mit Krankenhaus und Zahn-Zusatz tuts auch), vielleicht noch zu ner „sehr billigen“ mit miserabler Beitragsstabilität gewechselt und schon hat man das Risiko das viele nicht wahr haben wollen. :wink:

Viele Grüße,
Thomas

sie durch die vom SGB vorgesehene Versicherung finanziell
schlechter gestellt ist,

Dass der Familienvater privat versichert ist, hat nicht das SGB vorgegeben. Es hat nur bestimmt, dass in diesem falle bzw. bei dieser Konstellation der Eltern, die Kinder beitragspflichtig versichert werden müssen. Das hätte auch in der GKV stattfinden können. Ausgangspunkt war allerdings die entscheidung des Vaters sich privat zu versichern

als manch andere Familie, die das
zweifelhafte Glück hat, unter der Beitragsbemessungsgrenze zu liegen.

Dafür konnte diese Familie auch erheblich besserer Leistungen in Anspruch nehmen.

Dass der Familienvater privat versichert ist, hat nicht das
SGB vorgegeben. … Ausgangspunkt war allerdings die
entscheidung des Vaters sich privat zu versichern

Das ist allerdings korrekt und ist zu einer Zeit geschehen, als der Familienvater - notgedrungen - freiberuflich tätig war, und daher auf jeden Cent achten musste. Bei der erneuten Festeinstellung war der Weg zurück in die GKV aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze versperrt.

Dafür konnte diese Familie auch erheblich besserer Leistungen
in Anspruch nehmen.

Ja, das ist ebenfalls korrekt.

Hallo Hermann,

der angestellte Vater kann sich zusätzlich statt der nächsten Lohnerhöhung 600€ vom Arbeitgeber steuerfrei auszahlen lassen, um z.B. seine Gesundheitskosten abzudecken.

Insgesamt finde ich die Verengung auf das Finanzielle im Bereich Gesundheit für kurzsichtig. Wenn es hart auf hart kommt, hat der PKV-Versicherte entscheidende Vorteile; ein Gesunder sieht das natürlich nicht.

Gruß,
Andreas