Krankenversicherung-Frage

Hallo Leute,

ich hoffe, diese Frage ist hier richtig.

Wenn jemand selbständig ist und daher in der PKV versichert (nicht verheiratet, keine Kinder (aber schwanger…), kein Anspruch auf Familienversicherung. Nicht ich, eine Freundin, deswegen hab ich davon keinen blassen Schimmer). Das Geschäft macht Verluste, defakto also kein Einkommen da.
wenn jetzt das Gewerbe abgemeldet wird und ein Job angenommen, wieviel muß man denn mindestens verdienen, damit man in die GKV darf? Sicher über 400 Euro, denk ich, aber wieviel drüber?Was kostet dann die GKV so ungefähr? UNd was muß man zusätzlich an Abgaben bezahlen? Sprich, wieviel bleibt einem von so einem gering bezahlten Job tatsächlich übrig? Und was kostet das den AG? Kann man dann wirklich problemlos aus der PKV raus?
Ist wegen der Schwangerschaft recht dringend, da die PKV sich weigert, die Leistungen zu bezahlen, weil die Beiträge nicht bezahlt werden, weil kein Geld da. Die alte „Katze beißt sich in den Schwanz“-Geschichte…

Vielen Dank schon mal für die Auskünfte

Viele Grüße

Helen

Hallo,
Krankenversicherungspflicht tritt ab einem monatlichen Verdienst von 401 € Brutto ein - so weit so gut.
Das Problem ist nur, einen Arbeitgeber zu finden, der da mitspielt.
Er stellt eine Schwangere ein, muss Arbeitgeberanteile zur Sozialver-
sicherung zahlen und darf der Frau dann nicht mehr kündigen.
Das bedeutet dass er nur Nachteile hat und dies u.U. über mehrere
Jahre.
Also nach meinen Erfahrungen macht da kein Arbeitgeber mit , jedenfalls nicht so llange die Sache legal laufen soll.
Über den Schaden für die Versichertengemeinschaft der gewählten
Krankenkasse will ich nur am Rande eingehen, also
wenig Beitrag, enorm hohe Leistungen und nach der Entbindung kostenlose Versicherung für Mutter und Kind.
Wir leben zwar in einem Sozialstaat, aber mann kann es auch
übertreiben.

Gruss

Günter Czauderna

Hallo Günther,

es gibt einen AG, das ist zum Glück nicht das Problem, es geht halt nur nicht als Vollzeitjob.

Über den Schaden für die Versichertengemeinschaft der
gewählten
Krankenkasse will ich nur am Rande eingehen, also
wenig Beitrag, enorm hohe Leistungen und nach der Entbindung
kostenlose Versicherung für Mutter und Kind.
Wir leben zwar in einem Sozialstaat, aber mann kann es auch
übertreiben.

Naja, und was den Rest angeht: sie hat vor der Selbständigkeit einige Jahre gearbeitet und dabei ganz normal die GKV-Beiträge bezahlt. Und das wird nach der Schwangerschaft wieder so sein.
Lustigerweise regt sich niemand auf, wenn eine Frau sofort nach der Ausbildung heiratet und damit samt Kindern ein Leben lang beitragsfrei mitversichert ist, wenn sie dann nicht mehr arbeiten geht.
Und nur am Rande: ein Sozialhilfeempfänger ist in D wesentlich besser gestellt, als jemand, der mutig genug war, sich selbständig zu machen. Was soll man denn stattdessen machen? Das Kind auf der Strasse bekommen? Aber darum ging es mir nicht, deswegen würde ich diese Diskusson gerne sein lassen.

Grüße

Helen

Hallo Helen,
Vollzeitjob muss nicht sein, nur über 400 € muss er liegen.
Was das andere angeht - ich will hier nicht den Moralisten und Besserwisser spielen - meine Berufserfahrung hat mir aber immer
wieder gezeigt dass Leute die sich selbständig machen seltsamerweise
fast immer auf „Versicherungsexperten“ hören die für den Abschluss
eine Provision erhalten und nicht auf die Leute zu deren Aufgabe
es gehört (ohne Provision) eine ordentliche BEratun zu erteilen.
Wenn es dann mit der Selbständigkeit nicht geklappt hat und das Geld
für die teure PKV fehlt - dann soll natürlich ein möglichst
einfacher Weg gefunden werden um zu einer Krankenversicherung zu
kommen -
Sicher, in einigen Fällen (bestimmt ist der von Dir geschilderte dabei) kommen widrige Umstände dazu, die dann zu dem Debakel
führen - aber in der Regel ist es die „Naivität“ der Betroffen.
Also, nichts für ungut.

Gruss

Günter Czauderna

da muss ich doch glatt was zu sagen…
Hallo Günter,

wieder gezeigt dass Leute die sich selbständig machen
seltsamerweise
fast immer auf „Versicherungsexperten“ hören die für den
Abschluss eine Provision erhalten

die wenigsten Makler werden jemanden in die Private drängen, wenn schon jetzt ersichtlich ist, dass der Versicherungswillige die Selbständigkeit nicht lange durchstehen wird. Denn da gibt es gerechterweise eine Stornohaftung. Soll heißen, wenn der VN weniger als 2 Jahre versichert ist und raus muss, muss der Makler Provision zurück zahlen. Und wer macht das gerne? Bresonders, wenn man 100 % der Prov zurückzahlen muss.

und nicht auf die Leute zu deren Aufgabe es gehört (ohne Provision) eine ordentliche BEratun zu erteilen.

Wenn die Beratung nur ordentlich wäre! Leider ist sie das meistens nicht. Da sitzt so ein Pipimädchen ohne Erfahrung und meist nur Schreibkenntnisse und erklärt dem Kunden den größten Stuss! Klar, sie haftet nicht dafür. Und: wer wird sie schon verklagen, wenn es besser wäre, der VN wäre in der Privaten? Da kenne ich keinen einzigen Prozess.
Was ich da schon Aussagen gehört habe, da stehen einem die haare zu Berge.

Wenn es dann mit der Selbständigkeit nicht geklappt hat und
das Geld für die teure PKV fehlt

wer sagt Dir, dass die teuer ist? Die sind meist so günstig, dass keine GKV da ran kommt. Zeige mir doch mal eine Kasse, die einem sagen wir mal 28 jährigen für insgesamt 200 Euro versichert, wenn er nur noch 3000 Euro monatlioch verdient? Da kostet die Kasse in dem meisten Fällen über 450 Euro (die DAK kostet dann ca. 500 Euro).
Du versuchst mal wieder die alte Masche der Kassen anzubringen: „Boaaa, denken Sie an die wahnsinns teueren Beiträge der Privaten, und erst im Alter! also mit 1000 Euro müssen Sie schon bei den Privaten im Alter rechnen!“ úsw.
Du weisst selbst, dass das Humbug ist.
Klar, wenn der VN von allem das beste nimmt (1.Bettzimmer, Überschreiten der GOÄ, TG 200 Euro, KHT 200 Euro, Pflegetagegeld, usw.), dann ist der Beitrag natürlich höher, als wenn der VN sich sagen würde: " Vergleichen wir mal die beiden Arten mit ähnlichen Leistungen!" Dann sinkt die Waage zu gunsten der Privaten.
Erzähle doch mal, was ein Selbständiger in der Kasse für Beiträge hat, nachdem die „Lockvogelzeit“ vorüber ist! Und zwar mit Tagegeld.

  • dann soll natürlich ein möglichst
    einfacher Weg gefunden werden um zu einer Krankenversicherung
    zu kommen -
    Sicher, in einigen Fällen (bestimmt ist der von Dir
    geschilderte dabei) kommen widrige Umstände dazu, die dann zu
    dem Debakel
    führen - aber in der Regel ist es die „Naivität“ der
    Betroffen.

Nein, wer sich selbständig macht, geht grundsätzlich ein Risiko ein. Und zwar nicht nur von der KV her, sondern von weit mehr Seiten her.
Wer diesen Sprung wagt, soll immer vorher überlegen. Alles andere ist russisches Roulette.

Grüße
Raimund

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Hallo Raimund,
war mir schon beim schreiben klar, dass da was von dir kommen
wird - hast ja auch von deiner Warte aus recht.
Allerdings eine Sache muss doch richtig stellen.
Wenn ein PKV-Vertrag abgeschlossen wurde, dann spielt soch für die
PKV die EDinkommensverhältnisse des Versicherungsnehmers keinerlei Rolle.
Sicherlich, wenn die von dir erwähnten 3000,00 € da sind, rechnet
sich das gegenüber der GKV eventuell - aber was ist wenn kein Einkommen mehr da ist - die PKV kann da wohl nicht reagieren ohne#
das Leistungsangebot zu reduzieren - die GKV sehr wohl !!

Gruss
Günter

Hallo Raimund,
war mir schon beim schreiben klar, dass da was von dir kommen
wird - hast ja auch von deiner Warte aus recht.
Allerdings eine Sache muss doch richtig stellen.
Wenn ein PKV-Vertrag abgeschlossen wurde, dann spielt doch für
die
PKV die Einkommensverhältnisse des Versicherungsnehmers
keinerlei Rolle.
Sicherlich, wenn die von dir erwähnten 3000,00 € da sind,
rechnet
sich das gegenüber der GKV eventuell - aber was ist wenn kein
Einkommen mehr da ist - die PKV kann da wohl nicht reagieren
ohne#
das Leistungsangebot zu reduzieren - die GKV sehr wohl !!

Hallo Günter,
wir können hier stundenlang „streiten“ und Beispiele bringen. Jeder wird eines bringen können, das seine Meinung erhärtet.
Klar, wenn nichts mehrt kommt, dann gibt´s keinen KV-Schutz. das ist aber bei den Kassen nicht anders. Wenn der Selbständige (und in unserem Beispiel geht es ja nur darum) kein Einkommen mehr hat und die Kasse dadurch kein Geld erhält, dann hat er auch bei der GKV keinen Schutz mehr. Es sei den, er meldet sich beim Sozialamt und beantragt Sozialhilfe. Was aber passiert dann? Er wird in die meis5t AOK gesteckt.
Nehmen wir jetzt an, er hat kein Einkommen mehr, aber so viel materiellen Hintergrund, dass er keine Sozialhilfe erhält. Dann müsste er den Mindestbeitrag bei der Kasse zahlen. dieser Mindestbeitrag liegt höher, als eine passende Private. Klar, Du hast Recht, er muss Leistungseinbussen hinnehmen: kein 1-Bettzimmer, kein Überschreiten der GOÄ… Halt ein Tarif, der der Kasse entspricht.
Also wo liegt jetzt das Risiko für den Selbständigen, der in die Private gegangen ist?
Die Situation ist bei beiden gleich: Sozialhilfe. Wenn nicht möglich = keinen Zuschuss zur KV = kein KV-Schutz.
Ich habe mal schnell nachgesehen, was unser Kunde an Beitrag zahlen müsste: das beginnt mit 126,50 (effektiv, also incl. einer SB) und erst beim 88 Tarif sind 200 Euro erreicht. Der niedrigste Beitrag ohne Berücksichtigung der SB liegt bei 68,46 Euro.
Darf ich es bezweifeln, ob die Kassen so weit runter kommen? :smile:
Natürlich muss ich hier sagen, dass Frauen etwas teurer sind (164,29 incl. SB, 113,41 ohne SB). Das ist aber bei den Kassen nicht der Fall.
Hier wird nur ein Beitrag auf Grundlage des Einkommens berechnet.
Doch was kosten im Durchschnitt (nicht jetzt explizit die DAK) der Mindestbeitrag incl. PPV?
Gänzlich anders sieht es aus, wenn eine ganze Familie versichert werden soll. Hier ist unzweifelhaft die GKV günstiger. Allein wenn ich die beiden oben erwähnten nehme, ist es beim Mindestbeitrag schon aus: 297 Euro sind dann schon darüber. Sind dann noch Kinder zu versichern, ist´s natürlich ganz aus.
Doch wer sich selbständig macht, sollte auch diese Situation bedenken und einkalkulieren, sprich so viel Geld zu Verfügung haben, dass er die Zeit bis zum Wiedereintritt ins AN-Verhältnis überbrücken kann. Und ebenso sollte jeder Selbständige sich finanziell aufs Alter vorbereiten. ich weiß, dass das nicht alle machen- leider. Sie sagen immer: ich habe noch Zeit. Jetzt muss ich erst mal meinen Betrieb aufbauen, jetzt muss ich erst mal leben, … Ein absoluter Wahnsinn. Passiert dann mal ein Konkurs, dann wird nach dem Sozialstaat gerufen. Dann wird protestiert, dass man nicht in die Kasse kann, usw. Doch wenn andererseits die privaten so etwas absichern würden und dafür natürlich Geld verlangen würden, wär´s auch wieder nicht Recht.
Wir wollen immer alles haben, aber möglichst nichts dafür leisten.

Grüße
Raimund