Krankenversicherung für langjährig unversicherte

Wir wüssten gerne, wie langjährig unversicherte wieder in eine Krankenversicherung kommen, wenn sie nur geringfügige Einkommen haben. Reguläre private Krankenversicherung scheinen für jüngere Leute noch machbar, aber für Leute über 40 scheinen sie ausnahmslos über 350 € im Monat zu liegen. Gibt es wesentlich günstigere Modelle auch außerhalb von Harz-4-Regelungen?

Wir wüssten gerne, wie langjährig unversicherte wieder in eine
Krankenversicherung kommen, wenn sie nur geringfügige
Einkommen haben.

bei geringfügigem Einkommen steht einem doch aufstockend Hartz IV zu? Wo ist das Problem? Wieviel ist denn hier geringfügig selbständig oder Minijob? Bei letzerem ist man ab 401€ wieder KV versichert

Hallo,

Wo war denn die Person letztmals versichert? Gesetzlich? Dann gilt seit
2007 Versicherungspflicht! Privat? Dann gilt seit 2007 Aufnahmezwang für die Privaten - und ab 1.1.09 Versicherungspflicht in der Privaten!
Gruß J.K.

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Es gibt aber Menschen, die nicht die Harz-4 Geschichte machen wollen, weil sie gerade keine Arbeit suchen (etwa weil sie Kinder betreuen oder Studieren,…) und/oder noch ein kleines Vermögen haben aus dem sie einen bescheidenen Lebensunterhalt zeitweilig überbrücken können, mit dem sie aber keinen Harz4 Anspruch haben.
Was heißt Versicherungsplicht? Ist eine gesetzliche Krankenkasse auch nach 10 oder 20 Jahren noch verpflichtet jemanden wieder aufzunehmen. Und wie berechnet sie einen Beitragsatz von jemanden der ohne Einkommen aus seinen Ersparnissen lebt?

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Hallo,
wenn, wovon ich mal einfach ausgehe, letztmals Krankenversicherung über eine Gesetzliche Krankenkasse bestand, ist die betreffende Person seit 1.4.2007 verpflichtet sich bei einer gesetzl. Kasse zu versichern.
Verbunden auch mit rückwirkender Zahlungspflicht. Je länger gewartet wird, um so mehr Beitrag muss auch rückwirkend entrichtet werden. Wie hoch der ist? Gesetzliche Kasse fragen. Evtl. Mindestbeitrag, mtl. ca 120/130 €.
Gruß Joerg Koenig

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Aber wie kann eine Kasse rückwirkend Geld für etwas verlangen, wofür sie keine Leistungen erbrachte?!
Heißt das, wer das Geld nicht von sich aus aufbringen kann, ist verpflichtet sich arbeitssuchend für Harz IV zu melden, damit die Versicherung übernommen wird? (auch wenn er absolut nicht jobben will, weil er z.B sich um seine pflegebedürftige Mutter kümmern will, oder ein Studium abschließen will,…)?
Was geschieht mit Obdachlosen, die nicht versichert sind?
Oder mit Menschen bei denen sich so binnen Jahren ein mächtiger Schuldenberg auftürmt, vielleicht ohne dass es ihnen bewusst ist?
Gilt für Selbständige, die sich mit irgendeinem Kleinstunternehmen versuchen auch dieselbe versicherungspflicht?

Hallo,

Aber wie kann eine Kasse rückwirkend Geld für etwas verlangen,
wofür sie keine Leistungen erbrachte?!

Das Problem ist nicht die Kasse, sondern der Gesetzgeber. Dieser schreibt Versicherungs- und Beitragspflicht vor. Die Kassen haben dem
Gesetz zu folgen und entsprechend zu handeln. Im übrigen, bei aller evtl. berechtigten Kritik an unserer Gesundheitsministerin: Die Einführung der Krankenversicherungspflicht für alle Bundesbürger war aus meiner Sicht absolut richtig. Wer soll denn sonst die Kosten für die Behandlung einer schweren Erkrankung zahlen? Der Steuerzahler?
Keiner? Soll eine etwa schwer erkrankte, nicht versicherte Person sterben, nur weil keiner die Kosten zahlt??? Es kann sich im Einzelfall durchaus um Kosten in 6-stelliger Höhe handeln. Soll derjenige, der seit Jahr und Tag treu und brav Krankenkassenbeiträge und Steuern zahlt, für denjenigen, der die Kassenbeiträge sparen will, auch noch mittels Steuern die Krankheitskosten zahlen? Das kann doch so nicht richtig sein!
Gruß Joerg König

Wie kann dann aber eine Krankenkasse, die keine staatliche Organisation ist, Gelder einziehen, für die sei selbst keine Leistungen erbrachte? Wenn das sich-nicht-versichern unrechtens ist, müsste doch der Staat selbst, als Exekutive sich darum kümmern. Und sei es in Form eines Bußgelds, dessen Erträge er an die Kassen weiterleitet.
Nichts gegen eine allgemeine Versicherung.
(Das Einzelfallargument ist allerdings nicht fair, man muss schon mit statistischen Mitteln rechnen – auch der, der treu und brav Beiträge bezahlt, lässt sich im millionenschweren Schadensfall von seinen Mitbürgern aushalten. So gesehen geht es bei minderbemittelten Menschen lediglich um die monatlichen 130 Euro). Tja und bis wir eine gerechte Krankenkassenregelung für alle haben, das erleben wir wohl kaum mehr… Ungerecht scheint es dann doch auch, wenn jemand unversichert war, weil er meinet es sich nicht leisten zu können - nicht zum Arzt ging oder ihn aus eigener Tasche bezahlte, dann auch noch nachzahlen muss. Man ist doch nicht aus Spaß unversichert. In diese Lücke kann man ja beinahe nur tapsen, wenn man absolut kein Geld hat – oder es nicht wusste. (zumal all die Jahre davor tatsächlich viele Menschen vergeblich versuchten irgendwie in eine bezahlbare Versicherunge zu kommen) Es ist ja nicht so, dass die Leute persönlich auf die Versicherungspflicht hingewiesen und zum Kasseneintritt aufgefordert worden wären.
Aber wir würden jenseits einer Gerechtigkeitsdebatte dennoch gerne wissen, wie man Menschen die jetzt noch unversichert sind, helfen kann das zu Regeln. Grundsätzlich ist es für sie ja eine großes Plus, dass sie zu einem Satz weit unter dem Durchschnitt aufgenommen werden können. Aber wie soll man die zur Kasse schicken, wenn sie als erstes damit rechnen müssen einen nach ihren Verhältnissen, riesigen Rechnungsbetrag vorgesetzt zu bekommen, für den sie nichts getan haben.