Krankenzusatzversicherung

Hallo,

man stelle sich mal vor:

Eine Person möchte sich gerne eine Krankenzusatzversicherung anschaffen. Es geht um Zweibettzimmer im KH und Chefarztbehandlung. Diese Person hatte in der Vergangenheit div. kleinere Unfälle, die folgenlos ausgeheilt sind. Des Weiteren eine lange Erkrankung, die seit Entfernung der Gebärmutter nicht mehr aufgetreten ist und auch höchstwahrscheinlich nie mehr Ärger machen wird. Die Diagnostik hat sich unendlich lange hingezogen und ging quer durch diverse Fachbereiche inkl. Psychologie. Genauso die Behandlungsversuche.

Aktuell sind noch Folgen eines Unfalles vorhanden, die wohl auch noch länger Ärger machen könnten. Im Zehnjahreszeitraum stehen da rund zehn Operationen, wobei sieben auf die o.g. Geschichte entfallen. Es besteht ein annerkannter Grad der Behinderung von vierzig Prozent. Hauptsächlich aufgrund der fehlenden Gebärmutter, ein Teil des GDB wurde aber auch wg. des letzten Unfalles anerkannt.

Besteht trotz vielfältiger Krankenvorgschichte generell die Chance, dass eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden kann?

Wenn Erkrankungen von der Leistung ausgeschlossen werden: Wird sehr genau ausgeschlossen oder betrifft das dann ganze Bereiche? Wenn der Jemand jetzt z.B. eine Verletzung des ersten Lendenwirbels hatte - ist dann auch automatisch der vielleicht in fünf Jahren auftretende Bandscheibenvorfall am fünften Lendenwirbel mit ausgeschlossen?

Mir wurde gesagt, dass Frauen teurere Tarife haben als Männer. Dies weil sie ja zur Schwangerschaft neigen :smile:. Wenn die Dame nun ja keine Gebärmutter mehr hat… Kann das vielleicht sogar von Vorteil sein?

Vielleicht kann hier jemand eine Einschätzung abgeben, ob die Beantragung einer Versicherung trotzdem Sinn macht. Die Person hat nämlich so gar keine Lust die ganze Krankenversicherung mit einem Vertreter durchzukauen um dann eine Abfuhr zu erhalten.

Danke und viele Grüße
Monroe

Vollzitat entfernt

Guten Tag Monroe,
bei der geschilderten Kranken-Vorgeschichte kann ich mir vorstellen,
dass sich die Person ein Vermittlergespräch sparen kann.
Das mag zu allem führen, aber zu keiner KV-Zusatzpolice.
Gruß
Günther


[MOD] Vollzitat entfernt
CM

Vermutung, Erfahrung oder Wissen?

Guten Tag Monroe,
bei der geschilderten Kranken-Vorgeschichte kann ich mir
vorstellen,
dass sich die Person ein Vermittlergespräch sparen kann.
Das mag zu allem führen, aber zu keiner KV-Zusatzpolice.
Gruß
Günther

Hallo,

die Befürchtung hat die Person ja auch. Deshalb ja auch die Frage. Man kann leider weder aus Deinem Profil noch aus der Antwort heraus erkennen, wie fachkundig jetzt diese Antwort ist.

VG
Monroe

Guten Tag Monroe,
ja, so mag das sein.
Indessen verspüre ich wenig Neigung dazu, hier ein sogenanntes
Profil auszubreiten, um meiner Ansicht dadurch vermeintlich zu mehr
Glaubwürdigkeit zu verhelfen.

Sagen wir es so: Sicheres Wissen kann es nicht sein. Denn dazu
fehlen die detailierten Angaben aus der Krankengeschichte, die sich auf ärztliche Aussagen gründen.
Immerhin wurden so viele und hinreichend differenzierte Angaben
gemacht, dass Erfahrung aus der Vergangenheit mich zu einer
Vermutung geführt hat, von der ich meine, dass sie mit hoher
Wahrscheinlichkeit die Sachlage trifft.
Das schließt nicht aus, dass andere hier im Brett andere Einschätzungen abgeben. Jeder ist aufgefordert, das zu tun.
Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
gerade bei einer Zusatzversicherung ist die Gefahr der „Abfuhr“ ziemlich gering. Bestehen Vorerkrankungen wird die Zusatzversicherung
entweder alle Leistungen die diese Vorerkrankungen betreffen ausschließen oder einen Risikozuschlag verlangen.
Ohne ein klärendes Gespräch mit der PKV bzw. deren Vertreter wird
es letztendlich dann doch nicht abgehen. Informationen hier sind
wohl eher allgemein verbindlich als individuell.
Was die Fachkompetenz der „Experten“ hier angeht, so sollte jeder
Leser sich selbst ein Urteil bilden um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Gruß
Czauderna

Guten Tag Monroe,
Sie sollen nicht annehmen, ich hätte es mir bei meiner Einschätzung
leicht gemacht. Deswegen hier noch eine Langversion:

Zweifelfsfrei steht also fest, dass die in Rede stehende Person im
für die Erfüllung der vorvertraglichen Anzeigepflicht maßgeblichen
Zeitraum von 10 Jahren 10 Operationen und eine psychologische
Behandlung über sich hat ergehen lassen.

Nach meiner Kenntnis der Branche (diese gründet sich auf einen
Zeitraum von 25 Jahren und dabei auf Erfahrungen von außen,
von innen, von ganz innen und von innen oben) reicht jeder einzelne
Punkt aus, um eine Antragssablehnung zu kassieren. Ohne Wenn und Aber.
Insbesondere ohne Ausschlüsse und ohne Prämienzuschlag, da hier
ein grundsätzliches erhöhtes Krankheitsrisiko vorliegt, das sich
aufgrund der psychischen Erkrankung zudem nur schwer eingrenzen lässt.

Und das bei den maßgeblichen Krankenversicherern.

Was ich verstehen kann, ist die vorhandene Scheu der betreffenden
Person, alles vor einem Vermittler auszubreiten. Diese Scheu ist nachvollziehbar. Die Person sollte sich ein Antragsformular direkt beim Versicherer unter Hinweis auf Kontaktscheuigkeit besorgen
(das geht) und sodann den Antrag selbst ausfüllen. Die Antworten
auf die Gesundheitsfragen werden peinlich genau und vollständig auf mehreren Zusatzblättern vermerkt, sodann durchnummeriert und jedes einzelne Zusatzblatt unterschrieben. Im Antrag wird handschriftlich auf die beigelegte Anzahl der Zusatzblätter hingewiesen.

Bei dieser Vorgehensweise wird vermieden, dass dem Vermittler beim
Ausfüllen der Zusatzblätter die Tinte ausgeht oder dieser Einzelheiten
der Krankengeschichte niederzuschreiben vergisst bzw. wegen
vermeintlicher Unbedeutsamkeit einfach weglässt, um dadurch die
Antragschancen zu verbessern, gleichzeitig aber die Chancen auf
Rücktritt vom Vertrag seitens des Versicherers beim ersten Leistungsfall und genauer Prüfung der Krankengeschichte erhöht.

Mit Abgabe eines solchen Antrages ist nun keineswegs gesagt, dass
dieser sicher abgelehnt wird. Denn jeder Versicherer prüft für
sich und nach eigenen Kriterien. Wenn der Versicherer meint, dass
eine in jeder Hinsicht durchschnittliche Risikotragung ins Haus steht, wird er policieren. Denn dann hat er begründete Aussicht,
dass die Summe der Beiträge die nach Krankengeschichte vermuteten künftigen Leistungen übersteigen wird. Die nicht zu vermutenden
künftigen Leistungen werden ohnehin über das Gesetz der großen Zahl
versicherungsmathematisch durch die Gesamtheit der Tarifkunden
abgefangen.

Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

vielen Dank,
damit kann ich doch was anfangen.

Durch die Gebärmutterentfernung ist wirklich eine Menge rausgefallen. Da hätte ein Versicherer keinen Ärger mehr zu erwarten. Damit fällt auch der ganze psychosomatische Kram raus. Das waren auch Besuche zur Diagnosefindung, weniger zur Therapie.

Ich würde der Person einfach mal raten, es zu probieren.

VG
Monroe

Hallo!

Durch die Gebärmutterentfernung ist wirklich eine Menge
rausgefallen. Da hätte ein Versicherer keinen Ärger mehr zu
erwarten.

Ganz so naiv ist die Rechnung auch nicht aufzustellen. Dafür kommen z.B. Problem wie Blasensenkung, Hormonen und Co. mit ins Boot.

Gruß
CM