Hallo,
meiner Ansicht nach haben Eifersucht und Verstand oder Willen nichts miteinander zu tun. Mich erinnert das eher an die Fremdelphase von Kleinkindern, in der aufgrund des kindlichen Entwicklungszustands sie bis auf die Knochen erschüttert sind, wenn die Mutter nicht in ihrer Nähe ist, auch wenn sie genügend vertraute Gesichter um sich haben. Da hilft auch kein gutes Zureden.
Ähnlich wie ein Drogenjunkie, ein
Alkoholiker oder ein Raucher, der natürlich mit seiner Sucht
nicht aufhören kann, solange es selbst in seinem Kopf „klick“
macht und er aufhören WILL.
Wie eine Sucht wird wohl die Eifersucht auch sein. Er kann einfach keine Gelassenheit an den Tag legen, wenn ihn bestimmte Situationen reizen. Und der Reiz funktioniert automatisch, als hätte er Relais in sich: ein Anruf, dein Lachen, wer ist das, wieso kommt dieser Anruf unerwartet, sie hat gar nicht erzählt, da stimmt was nicht…
Die anschließenden Gespräche zwischen Euch gehören dazu, auch das ist Gewohnheit. Da gibt es für ihn und für dich kein Entrinnen. Egal, was man sagt, es hat Gewicht.
Ich denke immer: wenn man sein misstrauen bekämpfen WILL (egal
welche Gründe man dafür hat), dann kann man es auch. Ist das
so? Oder geht das gar nicht? Irre ich mich vielleicht?
wahrscheinlich geht es nur, wenn er wieder bei klarem Verstand ist, und merkt, dass die Beziehung sehr darunter leidet.
Kann man das Misstrauens-Zentrum im Gehirn vielleicht operativ
entfernen?
(naja…war nur´n Witz)
Mein Kollegin ist zur Zeit Stalking-Opfer von ihrem Ex-Freund, der sie vor ihrem Auszug nicht einmal mehr alleine im Bad ließ, und ihr dort unendlich viele Fragen stellte, wenn sie sich pflegte: für wen tust du das, hast du einen anderen, du willst mir nichts sagen…
Ich leide richtig mit ihr mit. Fingernägel bis zur Haut abgenknabbert, bleich, Schlafmangel, Nervenschmerzen…Die Polizei greift nur ein, wenn sie um ihr Leben bangen muss.
Ob man so eine Misstrauens-Zentrum im Gehirn beseitigen kann? Ich bin für´s Notschlachten. (war auch nur ein Witz)
kann man soetwas abstellen?
wenn ja? wie? nur mit Geduld?
wie macht man das bei Süchtigen, sie auf den richtigen Weg zu
bringen?
gibt es den Hebel im Hirn eines solchen Menschen, den man
umlegen kann?
IST es so ähnlich wie einem Süchtigen?
Deine Fragen klingen nach einer Person, die Kraft für 10 Leute aufbringen kann. Und diese Kraft ist meiner Ansicht nach um 9 Einheiten zuviel. Er selbst muss sich auf die Hinterbeine stellen, nicht du. Du kannst ihn mit Konsequenzen konfrontieren, die dir aus dem Bauch raus einfallen. Zur Not stelle ihm ein Ultimatum, damit er ein Gefühl dafür bekommt, dass es so nicht unendlich weiter gehen kann.
Hilft der Gang zu einem Therapeuten?
(ich hatte das schon vorgeschlagen…aber …hier auch wieder
der Vergleich mit dem Süchtigen: der Betroffene tut das als
Schwachsinn ab;wie z. B. ein Alkoholiker ja nicht glaubt, daß
er Alkoholiker ist)
Meiner Ansicht nach hilft nur ein Therapeut, weil dahinter eine Gewohnheit steckt, der er nicht entkommen kann. Und wie bei jedem Süchtigen haben Gewohnheiten oft eine lange Geschichte hinter sich, die nur Profis auftrudeln und aufarbeiten können.
Darum empfehle ich dir ihn richtig unter Druck zu setzen, damit er zum Therapeuten geht, mit einem ausgeprägten Sinn für Egoismus. Er macht den Mist und er soll ihn wegräumen - bei aller Liebe.
viele Grüße
claren