Krankhafte Eifersucht/Misstrauen

Hallo,

Ein Mensch rennt wirklich mit Scheuklappen durch die Welt und nichts anderes, als das was er allein denkt, lässt er gelten.Er lässt es einfach nicht zu, das es tatsächlich anders sein könnte, als ER denkt. Manchmal habe ich das Gefühl er WILL nicht. Er ist einfach stur…und legt die Scheuklappen deswegen nicht ab. Ähnlich wie ein Drogenjunkie, ein Alkoholiker oder ein Raucher, der natürlich mit seiner Sucht nicht aufhören kann, solange es selbst in seinem Kopf „klick“ macht und er aufhören WILL.

Ich denke immer: wenn man sein misstrauen bekämpfen WILL (egal welche Gründe man dafür hat), dann kann man es auch. Ist das so? Oder geht das gar nicht? Irre ich mich vielleicht?

Kann man das Misstrauens-Zentrum im Gehirn vielleicht operativ entfernen? :wink: (naja…war nur´n Witz)

Meine Frage nun:

kann man soetwas abstellen?
wenn ja? wie? nur mit Geduld?
wie macht man das bei Süchtigen, sie auf den richtigen Weg zu bringen?
gibt es den Hebel im Hirn eines solchen Menschen, den man umlegen kann?
IST es so ähnlich wie einem Süchtigen?
Kann man diese Art von Sucht heilen?
Hilft der Gang zu einem Therapeuten?
(ich hatte das schon vorgeschlagen…aber …hier auch wieder der Vergleich mit dem Süchtigen: der Betroffene tut das als Schwachsinn ab;wie z. B. ein Alkoholiker ja nicht glaubt, daß er Alkoholiker ist)

wer leidet ?
Moin,

grundsätzlich würde ich sagen, ein Mensch kann sich nur dann ändern, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Der Wille zu Veränderung wird aber häufig leider erst durch einen gewissen Leidensdruck geweckt. Zudem muss ein Mindestmaß an Einsicht für die zumindest möglichen ursächlichen Zusammenhänge zwischen dem Leiden und dem zu verändernden status quo vorhanden sein, wobei der Versuch, diese Zusammenhänge zu erkennen, schon Teil des Änderungsprozesses sein kann.

Alternativ kann man natürlich auch die Situation ändern. Sprich: wenn ein Partner an einem rumnörgelt kann man sich entweder an die Erwartungen des Partners anpassen, versuchen die Erwartungen des Partners zu verändern (sofern bei diesem der Wille dazu vorhanden ist) oder sich einen anderen Partner suchen.

Ist all das nicht gegeben, kannst du dich auf den Kopf stellen, mit den Ohren zittern und eine ganze Meute von Therapeuten auf ihn hetzen. Es wird nichts nutzen.

Ändern kannst du in diesem Fall höchstens bei dir selbst etwas, in dem du erkennst, was bei dir zur Unzufriedenheit führt und die entsprechenden Konsequenzen ziehst.

Gruß
Marion

Moin,

grundsätzlich würde ich sagen, ein Mensch kann sich nur dann
ändern, wenn der Wille dazu vorhanden ist.

Ja, der Meinung bin ich auch. Und ich habe mit ihm auch schon darüber gesprochen. Er sieht das auch so. Er sagt er könne nicht, er käme mit meiner Art nicht klar. Dabei HABE ich meine Art schon geändert. Gravierend! ICH habe den Willen und habe ihn auch gezeigt. Ich BIN also nicht so, wie er denkt…aber er lässt nicht davon ab.

Er sagt auch er leidet. Und er sagt, ich leide auch, wenn er so mistrauisch ist. Er weis …oder vermutet also manchmal doch, das er mir vielleicht unrecht tut und mir somit Leid zufügt. Trotzdem ist er nicht in der Lage das Mistrauen abzustellen.
?? warum? Wieviel Wille muss vorhanden sein?
WAS in Hergottsnamen kann ich noch tun?? Wenn ich mich doch schon verändert habe?

> wobei der Versuch, diese Zusammenhänge zu

erkennen, schon Teil des Änderungsprozesses sein kann.

Der Versuch war scheinbar schon da…jedoch …bisher ohne Erfolg.

Danke für Deine Antwort!
Tanja

Moin Tanja,

Ja, der Meinung bin ich auch. Und ich habe mit ihm auch schon
darüber gesprochen. Er sieht das auch so. Er sagt er könne
nicht,

er könne was nicht ?

er käme mit meiner Art nicht klar. Dabei HABE ich meine
Art schon geändert. Gravierend! ICH habe den Willen und habe
ihn auch gezeigt. Ich BIN also nicht so, wie er denkt…aber er
lässt nicht davon ab.

Vielleicht ein Hinweis, dass deine Art gar nicht ursächlich für euer Problem ist/war ?

Er sagt auch er leidet. Und er sagt, ich leide auch, wenn er
so mistrauisch ist. Er weis …oder vermutet also manchmal
doch, das er mir vielleicht unrecht tut und mir somit Leid
zufügt. Trotzdem ist er nicht in der Lage das Mistrauen
abzustellen.
?? warum? Wieviel Wille muss vorhanden sein?

Das ist natürlich generell nicht so einfach zu beantworten. Um welche Art Misstrauen geht es denn ? Worin vertraut er dir nicht ?

Ansonsten kann ich nur raten, wenn der Wille vorhanden ist, aber sich dennoch nichts bewegt, sollte man vielleicht tatsächlich professionelle Hilfe suchen. Wenn er dies ablehnt, wie du im vorhergehenden Posting andeutetest, dann ist jedoch die Frage, in wiefern der Wille tatsächlich vorhanden, und nicht nur vorgeschoben ist, bzw. welche alternativen Möglichkeiten er selbst als Lösungsweg anbietet. Manchmal hat die Vorstellung, die jemand sich von einem Änderungsprozess macht, mehr Schrecken, als die Leid erzeugende Situation selbst (die kennt man wenigstens).

WAS in Hergottsnamen kann ich noch tun?? Wenn ich mich doch
schon verändert habe?

Bei Projekten nennt man sowas: Ziel vorgeben, Planung aufstellen, Umsetzen, Umsetzungsprozess kontrollieren.

Also in deinem Fall: In welcher Form möchtest du deine Partnerschaft verändern ? Könnt ihr euch hier auf ein gemeinsames Ziel einigen ? Wie soll eure Partnerschaft aussehen ?. Dann versucht gemeinsam einen Weg zu finden, wie ihr da hinkommt. Wo sind die größten Probleme, was macht ihr, wenn es an einem Punkt nicht weitergeht, besteht generell Bereitschaft, dann Hilfe von außen zu suchen ? Falls nicht, wie könnt ihr selbst euer Spektrum erweitern ? Und dann, kleine Schritte gehen. Vielleicht nicht grade mit dem größen Problem anfangen. Merken, dass es im Kleinen funktioniert und Vertrauen zueinander fassen.

> wobei der Versuch, diese Zusammenhänge zu

erkennen, schon Teil des Änderungsprozesses sein kann.

Der Versuch war scheinbar schon da…jedoch …bisher ohne
Erfolg.

Danke für Deine Antwort!
Tanja

Siehe oben. Wenn du allerdings das Gefühl hats, dass bei ihm nicht wirklich eine Bereitschaft zur Mitarbeit vorhanden ist, dann such du wenigstens für dich selbst Hilfe. Zur Not auch ohne ihn.

Gruß
Marion

Hi!

Sieht so aus, als ob er dich noch gar nicht kennt. Zumal er dann wüsste, wie dein Verhalten zu interpretieren ist und dass kein Grund zur Sorge besteht. Dieser Satz ist übrigens nicht ungeeignet. Sag es ihm im gleichen Wortlaut: „Schatz, würdest du mich kennen, dann wüsstest du…“ Du bist ein lebensfroher Mensch - und er ist es nun mal weniger. Komm nicht auf die Idee, deine Natur seiner anzupassen (wobei du das gar nicht kannst). Allein der Versuch würde dich unglücklich machen.

Gruß Tom

Hallo,

meiner Ansicht nach haben Eifersucht und Verstand oder Willen nichts miteinander zu tun. Mich erinnert das eher an die Fremdelphase von Kleinkindern, in der aufgrund des kindlichen Entwicklungszustands sie bis auf die Knochen erschüttert sind, wenn die Mutter nicht in ihrer Nähe ist, auch wenn sie genügend vertraute Gesichter um sich haben. Da hilft auch kein gutes Zureden.

Ähnlich wie ein Drogenjunkie, ein
Alkoholiker oder ein Raucher, der natürlich mit seiner Sucht
nicht aufhören kann, solange es selbst in seinem Kopf „klick“
macht und er aufhören WILL.

Wie eine Sucht wird wohl die Eifersucht auch sein. Er kann einfach keine Gelassenheit an den Tag legen, wenn ihn bestimmte Situationen reizen. Und der Reiz funktioniert automatisch, als hätte er Relais in sich: ein Anruf, dein Lachen, wer ist das, wieso kommt dieser Anruf unerwartet, sie hat gar nicht erzählt, da stimmt was nicht…
Die anschließenden Gespräche zwischen Euch gehören dazu, auch das ist Gewohnheit. Da gibt es für ihn und für dich kein Entrinnen. Egal, was man sagt, es hat Gewicht.

Ich denke immer: wenn man sein misstrauen bekämpfen WILL (egal
welche Gründe man dafür hat), dann kann man es auch. Ist das
so? Oder geht das gar nicht? Irre ich mich vielleicht?

wahrscheinlich geht es nur, wenn er wieder bei klarem Verstand ist, und merkt, dass die Beziehung sehr darunter leidet.

Kann man das Misstrauens-Zentrum im Gehirn vielleicht operativ
entfernen? :wink: (naja…war nur´n Witz)

Mein Kollegin ist zur Zeit Stalking-Opfer von ihrem Ex-Freund, der sie vor ihrem Auszug nicht einmal mehr alleine im Bad ließ, und ihr dort unendlich viele Fragen stellte, wenn sie sich pflegte: für wen tust du das, hast du einen anderen, du willst mir nichts sagen…
Ich leide richtig mit ihr mit. Fingernägel bis zur Haut abgenknabbert, bleich, Schlafmangel, Nervenschmerzen…Die Polizei greift nur ein, wenn sie um ihr Leben bangen muss.
Ob man so eine Misstrauens-Zentrum im Gehirn beseitigen kann? Ich bin für´s Notschlachten. (war auch nur ein Witz)

kann man soetwas abstellen?
wenn ja? wie? nur mit Geduld?
wie macht man das bei Süchtigen, sie auf den richtigen Weg zu
bringen?
gibt es den Hebel im Hirn eines solchen Menschen, den man
umlegen kann?
IST es so ähnlich wie einem Süchtigen?

Deine Fragen klingen nach einer Person, die Kraft für 10 Leute aufbringen kann. Und diese Kraft ist meiner Ansicht nach um 9 Einheiten zuviel. Er selbst muss sich auf die Hinterbeine stellen, nicht du. Du kannst ihn mit Konsequenzen konfrontieren, die dir aus dem Bauch raus einfallen. Zur Not stelle ihm ein Ultimatum, damit er ein Gefühl dafür bekommt, dass es so nicht unendlich weiter gehen kann.

Hilft der Gang zu einem Therapeuten?
(ich hatte das schon vorgeschlagen…aber …hier auch wieder
der Vergleich mit dem Süchtigen: der Betroffene tut das als
Schwachsinn ab;wie z. B. ein Alkoholiker ja nicht glaubt, daß
er Alkoholiker ist)

Meiner Ansicht nach hilft nur ein Therapeut, weil dahinter eine Gewohnheit steckt, der er nicht entkommen kann. Und wie bei jedem Süchtigen haben Gewohnheiten oft eine lange Geschichte hinter sich, die nur Profis auftrudeln und aufarbeiten können.
Darum empfehle ich dir ihn richtig unter Druck zu setzen, damit er zum Therapeuten geht, mit einem ausgeprägten Sinn für Egoismus. Er macht den Mist und er soll ihn wegräumen - bei aller Liebe.

viele Grüße
claren

Hi!

Eine gut Freundin von mir hat auch das Problem, dass sie krankhaft eiferSÜCHTIG (da steckt ja das Wort Sucht schon drin) ist. Sie ist seit einigen Wochen in Therapie. Bis dahin war es ein weiter Weg und mehrere Beziehungen sind dadurch kaputt gegangen. Dabei ist es fast immer ein Mangel an Selbstbewusstsein, der sojemand krankhaft werden lässt.

Nun zu dir: Sei nicht böse, aber ich finde, du bist ein klein wenig mit Schuld, dass er sich so uneinsichtig verhält. Wenn du dich wegen ihm geändert hast, hast du ihm damit signalisiert, „ja, du hast Recht, so wie ich bin, ist es nicht o.k“ Und das bestärkt ihn in seinem Glauben, mit IHM sei ja alles in Ordnung. Ich würde dir raten, sprich anders mit ihm, in einem ernsten, konsequenten Ton. Geh das Gespräch vorher allein durch und überlege, was er dir auf diesen oder jenen Satz wohl antworten könnte. Sage ihm, dass du sein Verhalten nicht mehr länger ertragen kannst und nenne ihm eine Zeit, bis zu der er sich Gedanken darüber machen soll, wie es weiter geht. Gib ihm zwei Möglichkeiten, entweder eine Therapie, oder Verhaltensregeln, die er einhalten muss: Z. B. „Wenn ich mit einer Freundin ausgehe, dann will ich später nicht ausgefragt werden, ob wir noch zufällig andere (männliche) Bekannte getroffen haben!“, usw. Wenn er darauf eingeht (auf die Therapie wird er wohl nicht eingehen), kannst du ihm am Besten beweisen, dass er ein Problem hat, denn er wird die Regeln nicht einhalten KÖNNEN, wenn er wirklich krankhaft eifersüchtig ist. Vielleicht ist das ein Schritt in die Richtung, in der er ein bisschen einsichtig wird…

Hoffe, dir ein bisschen geholfen zu haben.

Grüßle, Iris

Hi,

vieles ist schon gesagt. Verhaltensweisen wie Misstrauen oder Eifersucht lassen sich mit Geduld verbessern. (Es gibt keine Pillen, die man einwerfen muss, man muss stattdessen eine Therapie machen.)

Wenn Du ihm den Gang zu einem Therapeuten VORSCHLÄGST, war die Antwort zu erwarten. Für viele Menschen und gerade auch Männer) hat das den faden Beigeschmack : „Du tickst nicht richtig, geh da doch mal hin“.

Meine Checkliste für Dich :

  • mache ihm klar, das Du ihn liebst und er auch nicht eifersüchtig sein muss
  • sage ihm, dass Du auch weiter mit ihm leben willst
  • mache aber dann die entscheidende Einschränkung : Du wünschst Dir, daß er sich ändert. Du kannst das nicht erzwingen, aber wenn Du ihm deutlich machst, dass er die Beziehung gefährdet, hört er vielleicht zu
  • werde versöhnlicher und sage, daß Du ihn dabei unterstützen willst, hier Hilfe zu bekommen
  • Erst, wenn er einsieht, dass er ein Problem „im Kopf“ hat und wenn er selber den Willen hat, das abzustellen, werdet ihr erfolgreich sein. Erste Anlaufstelle ist dann (meine Empfehlung) ein Neurologe.

Gruss Hans-Jürgen
***

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Hallo Nachtigall,

krankhafte Eifersucht ist ein Zeichen von fehlendem Selbstwertgefühl und Minderwertigkeitsempfinden der eigenen
Person.

Oder die Folge eigener Untreue , wenn man auf den Partner reflektiert,
was man selber tut.

Hoffnung auf Besserung sollte man nicht zu lange haben ,
um das eigene Selbstwertgefühl zu retten.

Gruß

Merkur