Kratzer im Parkett

Liebe Wissende, liebe Handwerker,

wir ziehen aus unserer Wohnung aus, die vor 1,5 Jahren komplett mit Parkett ausgestattet worden ist. Im Schlafzimmer haben wir leider 15-20 Kratzer auf einer Fläche so groß wie ein Handteller; die von unserem Lattenrost herrühren, auf dem wir geschlafen haben, bevor wir das dazu passende Bettgestell gekauft haben.

Nun ist meine Frage: Der Vermieter wird wegen diesen Schäden den Boden nicht abschleifen, möchte jedoch eine Entschädigung haben.

Was könnte ich ihm denn dafür geben? Ich bin mir sehr unsicher, wie ich diesen Anteil berechnen kann, denn vom Material her ist das ja nicht viel.

Vielen Danke schon einmal,
Annika

Hallo Annika,

bei aller Liebe.

Eine Wohnung wird vom Vermieter nicht als nicht anfassbares Gut vermieten, sondern um darin zu leben.

Daher werden von der Benutzung der Wohnung entstandene Abnutzungen (und als solche kann ein einfahcer Krazter im Parkett angesehen werden) von jedem Gericht als durch den Vermieter tragbar angesehen.

Ich sehe nach meiner Erfahrung als Mieter und die mir als Laie bekannten Rechtsvorschriften keinen Grund dafür dass ÜBERHAUPT eine Entschädigung statt findet. Vor allem dann nicht, wenn der Vermieter selbst zugibt dass er nichs am Boden machen will. Will er nur einmal kostenlos essen gehen? TseTseTseTseTseTseTseTse!

Kopfschüttel!

Gruß
Edgar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Beschädigung ist kein Abnutzung
Hallo,

einen kantigen Lattenrost direkt auf den Boden zu legen ist wohl kaum normaler Gebrauch oder Abnutzung. Bei Parkett ist es durchaus üblich Filzgleiter oder ähnliches unter die Füße zu kleben um ein verkratzen zu verhindern. Nach nicht einmal 2 Jahren sollte das Parkett normalerweise noch gut in Schuß sein.

Natürlich kann der Vermieter hierfür Geld verlangen auch wenn er es nicht direkt reparieren lässt. Ist beim Autounfall ja ähnlich, der Geschädigte lässt sich einen Kostenvoranschlag machen, ob die Reparatur gemacht wird ist letztendlich egal. Es geht um eine Wertminderung- auch hier.

Ich würde beim Parkettleger nachfragen, was eine Reparatur kosten würde und mir dann überlegen wieviel Prozent davon man anlegen könnte. So spart man Geld, denn schließlich könnte der Vermieter auch die kompletten Kosten, wenn es sich um unsachgemäßen Gebrauch handelt, auf den Mieter abwälzen.

Gruß
Juhe

Hallo Annika

Die Idee mit dem essen gehen von Musico war doch schon mal gar nicht so schlecht; wieso lädst du den Vermieter nicht zu einem feudalen Essen, aufgrund des zurückliegenden guten Mietverhältnisses ein.
Damit ist die Sache für ihn vielleicht „gegessen“.

Im Recht ist er allemal. Er hat dir gegen Entgelt sein Eigentum zur Verfügung gestellt, welches du über Gebühr abnutztest.
Was wär eine dir entgegenkommende Entschädigung, handelte es sich um deinen Parkettboden?

Mal eine kleine mutmaßliche Reparaturwertaufstellung (worst case):
Riefen in Würfelparket knapp zu tief zum entfernen durch abschleifen;
also 1/2 qm Parkett ausgefräst und neu eingklebt.
Sockelleisten entfernen.
Kompletten Schlafzimmerboden (18qm?) grob abschleifen, mehrere Feinschliffe; Mehraufwand Übergang zu bestehendem Parkett Korridor, Mehraufwand um Heizungsrohre aus Fußboden; Maschinenmiete.
Lackieren, feinschleifen, lackieren, feinschleifen, lackieren, polieren; inkl. Lack und Maschinenmiete.
Sockelleisten neu montieren.

Geh also mal locker von ca. 1500,-€ aus; aber wie gesagt „worst case“.

Doch kommen wir noch einmal darauf zurück, ob ihm die Instandstellung zusteht. Ja. Amortisationsphasen von Parkett sind höher als 2 Jahre :wink:
Eine Versicherung ist hier Gold wert.

Gruß,
B.

Anmerkung
Hallo,

Ich würde beim Parkettleger nachfragen, was eine Reparatur
kosten würde

Ich hatte grad so jemanden im Haus. Der nimmt pro qm 16€ für Abschleifen und Versiegeln. Nur mal so als Anhaltswert.
Gruß
loderunner

Hallo loader

Ich würde beim Parkettleger nachfragen, was eine Reparatur
kosten würde

Ich hatte grad so jemanden im Haus. Der nimmt pro qm 16€ für
Abschleifen und Versiegeln. Nur mal so als Anhaltswert.

Die Arbeit von solchen zumeist „IchAGs“ sah ich auch schon;
bei dem kannste dann grad ein Ab0 abschließen.

Gruß,
pathfinder

Hi,

eigentlich ist schon alles gesagt,
aber eigentlich sagen wir immer, wenn das Gegenteil zutrifft:

Wie kann Vollholz einen Fußbodenlack abschleifen?

Ich halte es für einen normalen Gebrauch,
wenn unter einem Bett
[ob 4 Pfosten oder
ein Lattenrost, das über die größere Fläche weniger Druckkraft (Kraft/Fläche) auf den Fußboden bringt]
keine Filzgleiter sind.

Wenn das Holz Kratzer gemacht hat,
war die Fußbodenoberfläche für normalen Gebrauch ungeeignet.

Ausnahme:
Das Lattenrost war nicht zufällig aus Metall?

Herzlichst
tischler-ole-welzel.de

Aha… Nun ja, ich werd’ mal sehen…
Hallo Ihr alle miteinander,

danke für Eure unterschiedlichen Meinungen! Was unseren Lattenrost anging, so ist dieser aus Holz, und unten hatten wir acht Filzplättchen hingeklebt. Wie da die Kratzer reinkamen, ist uns deshalb schon ein bißchen schleierhaft.

Ansonsten habe ich heute bei den original Parkettherstellern angerufen, die den Quadratmeter für 45,- reinlegen, schleifen und versiegeln. Wenn das jetzt ein Handteller ist, dann tät’ ich diesen Preis eben entsprechend teilen, oder?

Mit dem Vermieter essen ist leider nicht. Der gute Mann will ja mitunter nicht mal ganz normale Gebrauchsspuren akzeptieren, möchte auch, daß ich das immer schon marode Fensterbrett im Treppenhaus ganz abschleife, weil an einem eierbechergroßen Fleck wegen eines meiner Blumentöpfe nun der glänzende Lack abgeht (Das Brett hat aber schon andere Stellen, an denen selbiges passiert sein muß - und mit einem matten Lack darübergestrichen wurde).

Tja. Also die Sache mit den 16,- ist sicherlich ein guter Anhaltspunkt… was meint Ihr? Ansonsten nehme ich von Euch jetzt mit, daß ich nochmal über normale Gebrauchsspuren reden sollte…

(Als die vor einem Monat übrigens die Whg. über uns komplett renovieren und ein neues Parkett verlegen ließen, rutschte dem Parkettleger aus Versehen raus, daß das ja das billigste sei - als er bei uns in der Whg. war, um das Muster anzusehen. Da war der Vermieter aber schnell mit einer weiteren Antwort und sagte, daß das günstig und nicht billig hieße…)

Viele Dank noch einmal und schöne Grüße an Euch alle!

Hallo,

Die Arbeit von solchen zumeist „IchAGs“ sah ich auch schon;
bei dem kannste dann grad ein Ab0 abschließen.

Ähm - nichts für ungut, das ist weder eine Ich-Ag noch ein Anfänger. Er macht das schon einige Jahre, hat die Firma von seinem Vater übernommen - dem Onkel meiner Frau (bevor Du fragst: nein, das war kein Sonderpreis).

Hast Du evt. den qm-Preis mit dem Stundenlohn verwechselt? Dann lass Dir sagen, dass er für unsere 14qm etwa 3,5Stunden (nur Schleifen, ohne Versiegeln) gebraucht hat.

Gruß
loderunner

Nichts für ungut :wink:
Hallo loader

Die Arbeit von solchen zumeist „IchAGs“ sah ich auch schon;
bei dem kannste dann grad ein Ab0 abschließen.

Ähm - nichts für ungut, das ist weder eine Ich-Ag noch ein
Anfänger. Er macht das schon einige Jahre, hat die Firma von
seinem Vater übernommen - dem Onkel meiner Frau (bevor Du
fragst: nein, das war kein Sonderpreis).

Hast Du evt. den qm-Preis mit dem Stundenlohn verwechselt?
Dann lass Dir sagen, dass er für unsere 14qm etwa 3,5Stunden
(nur Schleifen, ohne Versiegeln) gebraucht hat.

Also, um mit dem ersten Missverständnis anzufangen:
Du schriebtest im vorherigen Artikel, dass er 16,- € für
abschleifen und versiegeln nimmt, per Quadratmeter.
Soll vernünftig abgeschliffen werden, müssen die
Fußleisten ab.
… und natürlich später wieder dran.
Weiterhin schreibst du nun, dass er 3,5h für die
Schleifarbeiten benötigte, ohne vesiegeln.
Ein qualitativ akzeptables versiegeln geschieht, wie
beschrieben in drei Schritten. Dauer bei 14 qm (wenn er die
Trocknungspausen auf seine Kappe wartet) ca. 1,5 - 2,5h.
Addiere 1h für die Demontage/Montage der Fußleisten.
Bei dieser Berechnung wurde der Boden, sprich der alte Lack
nur angeschliffen/glattgeschliffen, um mit der neuen
Versiegelung eine neue Optik zu verschaffen; in meinem
worstcase behandelte ich abschleifen bis auf Parkett (eine
ganz andere Dimension).

Summa summarum sind wir bei rund 6,5 Stunden für deine
Aufstellung + 1 Stunde An- Abfahrt und Administration (ganz zu
schweigen vom Maschinenkram).

Und das ist der Arbeitsaufwand, um nur neuen Glanz in die
Hütte zu bekommen.

14 x 16,-€ 0 224,-€ : 7,5h = 29,90 €

Nett kalkuliert :wink:
Ich stell ihn als Subunternehmer ein, wenn ich das Fachgebiet
meiner Selbstständigkeit ändere.

Gruß,
pathfinder

Hallo,

Du schriebtest im vorherigen Artikel, dass er 16,- € für
abschleifen und versiegeln nimmt, per Quadratmeter.

Genau.
Und auch genau dafür. Nichts weiter. Ich weiß nicht, was er für Anfahrt und Fußleistenmontage haben will. Ich weiß nichtmal, ob der Fragesteller Fußleisten hat und ob der ‚Schleifer‘ die demontiert haben will. Ich weiß auch nicht, mit was genau der Boden später versiegelt wird.
Und deshalb habe ich darüber auch nichts geschrieben. Vielleicht liest Du einfach nochmal nach und versuchst, nicht alles mögliche hineinzudichten, was ich nicht geschrieben habe. Offensichtlich liegt da Dein Missverständniss.

Und noch eins, das:

Bei dieser Berechnung wurde der Boden, sprich der alte Lack
nur angeschliffen/glattgeschliffen,

macht er nicht. Er ist in den 3,5h dreimal mit der Maschine drübergegangen und hat hinterher einen kompletten Eimer Schleifstaub rausgetragen und das Holz ist jetzt ein Millimeter dünner.

Kannst ja nachmessen kommen, wenn Du mir nicht glaubst.

Gruß
loderunner

sollte kein Schlagabtausch werden :wink: owT

D