Seit nicht mehr zählbarer Zeit habe ich Karl Kraus’ „Die letzten Tage der Menschheit“ als Lektüre im Auge, ließ mich aber von der Aussicht auf die zahllosen Austrizismen stets abschrecken. Nun gibt es im Suhrkamp Verlag eine „Kurzversion“ dieses Werks, eine von Kraus selbst gekürzte Fassung, die er erstellte, um es an einem Abend vortragen zu können. In dieser Ausgabe sind die Austrizismen im Anhang erläutert. Dennoch würde ich lieber das Buch in seiner originalen Länge lesen. Leider sind in der Ausgabe der Langfassung keine Worterklärungen enthalten. Daher meine Frage: Gibt es Sekundärliteratur zu den „Letzten Tagen“, die einen kompletten Erläuterungsapparat bieten? Wer weiß etwas?
Lies los - es sind gar nicht so viele, wie du vielleicht annimst - und besorg dir „Wehle, Sprechen Sie Wienerisch?“
Und vergiss nicht, hier gibt es einige Österreicher.
Ich bin gerne bereit, dich per mail durch das ärgste „Ösigestrüpp“ zu leiten…
Aber ich schließe mich Fritz an, probiers einfach mal:smile: Und versuch doch auch, selbst draufzukommen, was die „Austriazismen“ bedeuten. Die Suche kann recht spannend sein und du bewegst dich damit ganz auf Karl Kraus’ Spuren!
Das Österreichische Deutsch ist oft „Deutscher“, als das Deutsche…siehe Kartoffel und Erdäpfel, Tomaten und Paradeiser, Obers und Sahne, Laberln und Bouletten…
vielen Dank für Eure Antworten, die ja Antworten von ausgewiesenenen Sprachliebhabern sind (bei Dir, Fritz, mir bekanntermaßen; bei Dir, Jenny, entnehme ich es Deiner Antwort und Deiner VK). Manchmal kommt man um den Eindruck nicht herum, der Liebe Herrgott will einem einen kleinen Wink geben. So bin ich vor kurzem wie die Jungfrau zum Kinde auf die „Strudlhofstiege“ von Doderer gestoßen, einem Autor, der mir bis dahin allenfalls namentlich bekannt war. Von dem Buch bin ich so begeistert, daß ich mich fast nicht mehr weiter zu lesen getraue! Habe mich nach nur 100 Seiten sogar schon zu der Bemerkung „deutsch(sprachig)er Proust“ verstiegen (Auwei!). Just in diesen Taumel hinein springt mir, ohne entfernt daran zu denken, die Kurzfassung von Kraus’ „Die letzten Tage der Menschheit“ in die Augen, samt seit langem ersehnten Worterklärungen. Was besagt das alles? Dies: Der Liebe Herrgott will mir einen wienerischen Lesewinter bescheren! *g*
Das Wienerische liebe ich seit langem, obgleich mir jeder äußere Bezug dazu fehlt. Es ist sogar ein bißchen so etwas wie eine „gefährliche Geliebte“, die Schöne und das Biest in einem: das ungemein Direkte am Wienerischen trifft mich mitten ins Herz und löst gleichzeitig ein Schaudern bei mir aus. Ich hoffe, ich werde richtig verstanden .
Peter Wehle, ein „Musiker, Komponist, Textdichter, Kabarettist“, wie ich gerade lese, ist mir gar nicht bekannt, zumindest jetzt nicht erinnerlich. Danke für den Tip, Fritz. Wenn ich darüber hinaus Fragen habe, nehme ich Dein Angebot, Jenny, gern ein Anspruch, dankeschön!
Eh aber erstmal der Doderer .