Hallo,
ich habe am Dienstag ein Vorstellungsgespräch für eine Praktikumsstelle.
Ich selber bin Student, und die Firma ist ein Finanzberatungs-Dienstleister, vornehmlich Anlageberatung.
Dass ich im Anzug erscheine ist klar, die Frage ist, sollte ich auch eine Krawatte tragen? Oder wäre das für einen zukünftigen Praktikanten etwas übertrieben?
Dass ich im Anzug erscheine ist klar, die Frage ist, sollte
ich auch eine Krawatte tragen? Oder wäre das für einen
zukünftigen Praktikanten etwas übertrieben?
Also, normal geht man ja eher leicht overdresst in ein Vorstellungsgespräch. Bei Anlageberatern dürfte die Krawatte daher absolut Pflicht sein.
Ist der Werteverfall in unserer Gesellschaft wirklich schon so
weit fortgeschritten, dass man soetwas im Internet fragen
muss?
Holla die Waldfee…
Vielen Dank für diesen außerordentlich hilfreichen Beitrag.
Ist doch schön, wenn meine Frage für Sie eines der größten gesellschaftlichen Probleme darstellt, und nicht etwa U-Bahnschläger oder noch tausend andere Dinge, die ich anführen könnte.
Vielen Dank für diesen außerordentlich hilfreichen Beitrag.
Ist doch schön, wenn meine Frage für Sie eines der größten
gesellschaftlichen Probleme darstellt, und nicht etwa
U-Bahnschläger oder noch tausend andere Dinge, die ich
anführen könnte.
Traurig wird es erst wieder, wenn man das eine erfolgreich in Beziehung zum andern setzt…
Ist der Werteverfall in unserer Gesellschaft wirklich schon so
weit fortgeschritten, dass man soetwas im Internet fragen
muss?
Ganz ehrlich, da wo ich arbeite, wäre jemand, der mit Krawatte zum Vorstellungsgespräch erscheint, falsch angezogen.
Ok, wir sind eine Agentur. Aber auch nicht das Klichee vom Kicker spielenden, Turnschuh tragenden Werber. Wir tragen alle Anzug und Kostüm, zumindest wann immer wir auf Kunden treffen. Krawatte trägt wirklich seltenst jemand, auch nicht bei den Kunden (Technologie, IT, Consulting).
Das mit der Krawatte ist nämlich echt nicht mehr so wie früher… (Außer in der Sparkasse vielleicht.) Von daher finde ich die Frage durchaus berechtigt. Denn man kann damit heute unter Umständen übertrieben steif und altmodisch wirken. Kommt ganz auf die Branche und die Firmenkultur an. Und eben nicht so klar wie erwartet. Denk mal Consulting, denk mal da die ganz großen Namen in Deutschland… Sehr wenig Krawattenträger. Ehrlich.
Ist der Werteverfall in unserer Gesellschaft wirklich schon so
weit fortgeschritten, dass man soetwas im Internet fragen
muss?
Ich erwarte von einem Bewerber, dass er adäquat gekleidet zum
Vorstellungsgespräch erscheint. Desweiteren halte ich bspw. bei jungen
Bewerbern auf eine Praktikums- oder Ausbildungsstelle ein Sakko ohne
Krawatte, in dem sich der Bewerber augescheinlich wohlfühlt und womit er
„natürlich“ rüberkommt, für adäquater, als jemanden mit Strick um den Hals,
dem man ansieht, dass das so gar nicht passt.
Schließlich soll der Bewerber mit seiner Kleidung nicht zeigen, dass
Mami einen Four-in-hand hinbekommt, sondern dass er sich auf so eine
Situation gut einstellen kann. Das gilt aber umgekehrt auch für die
Gastgeber - Schlipsdogmatiker zeigen das nicht grad erfolgreich.
Denk mal Consulting, denk mal da die
ganz großen Namen in Deutschland… Sehr wenig
Krawattenträger. Ehrlich.
Ja, ganz ehrlich. Ich habe noch keinen!!! Berater gesehen, der hier ohne Krawatte aufgeschlagen ist. Da bei uns nur die großen (McK, BCG, Berger) ein und aus gehen, habe ich da einen ganz guten Überblick.
Hallo Norah,
kenn ich genauso.
Ich habe ein paar Jahre bei RB gearbeietet und auch ein Praktikum bei McK hinter mir - Krawatten wurden nur getragen, wenn es in Unternehmen ging, bei denen das üblich war - Banken etc.
Ansonsten galt Anzug, Hemd, evtl. Pullover, als ausreichend. Musste aber natürlich edlerer Stoff sein alles. Mit einem günstigen 300 Euro-Anzug durfte man da nicht auftauchen.
Insgesamt meine Erfahrung: Je höher die Tiere, desto unwichtiger die Krawatte, aber desto wichtiger die Qualität und die Details, z.B. Schuhe, Uhr, etc.
Mit Gruß,
Jakob