Kreationismus in der Schule

Hallo,
mich würde interessieren, ob es hier Eltern/Schüler gibt bei denen im Unterricht schonmal das Thema „Kreationismus“ aufgetaucht ist.
Wenn ja: in welchem Fach? In welcher Form (kritisch, „werbend“, neutral)?
Ich weiß, das die Frage auch in anderen Brettern passen würde, da es mir aber explizit um den Unterricht geht stelle ich die Frage hier.
Danke schonmal
Backs

Hallo Backs,

Eltern/Schüler

Warum nicht auch LehrerInnen wie meine StudDir?

Wenn ja: in welchem Fach?

Konkret: Gymnasium, Biologie, Evolution

In welcher Form (kritisch, „werbend“, neutral)?

Konkret: Analytische und historische Darstellung eines verzweifelten Versuchs des Christlichen Fundamentalismus, Naturwissenschaft und wiss.Evolutionstheorie zu widerlegen; also selbstverständlich als kuriose Randerscheinung, in Memoriam John Scopes 1925.

Dass die Europ. Resolution gegen K und ID kanpp gescheitert ist (an CDU-Stimmen), ist ja bekannt; weniger bekannt ist vielleicht eine ausführliche neutrale Dokumentation des Prof.Leinfelder; Einstieg etwa über http://141.84.51.10/palaeo_de/edu/kreationismus/stel…

Liebe Backs: Eine Studentin würde ich schon mal bitten wollen, die Zielrichtung der Fragestellung anzugeben: Statistik, Diplomarbeit, religiös, soziologisch, pädagogisch usw usf Wenn Du hier Antworten von „betroffenen“ Eltern/Schülern erntest, dann ist das ein winzigster völlig unrepräsentativer Ausschnitt des RL, keinesfalls wiss. verwertbar. Oder Dich interessiert Smalltalk - ist legitim :wink:

mfg:stuck_out_tongue:it
[em.uni]

Hallo pit,
danke erstmal für deine Antwort. Ich habe die Lehrer vergessen mitaufzuzählen und natürlich „dürfen“ die auch antworten :wink:

http://141.84.51.10/palaeo_de/edu/kreationismus/stel…

Den Linke kenne ich, trotzdem Danke!

Liebe Backs: Eine Studentin würde ich schon mal bitten wollen,
die Zielrichtung der Fragestellung anzugeben: Statistik,
Diplomarbeit, religiös, soziologisch, pädagogisch usw usf Wenn
Du hier Antworten von „betroffenen“ Eltern/Schülern erntest,
dann ist das ein winzigster völlig unrepräsentativer
Ausschnitt des RL, keinesfalls wiss. verwertbar. Oder Dich
interessiert Smalltalk - ist legitim :wink:

Also irgendwie verwerten will ich die Antworten nicht. Dafür würde ich dann schon eine „richtige“, empirisch Auswertbare Umfrage entwickeln. Mein Interesse geht also schon ehr in Richtung Small Talk, ich bin schlichtweg an Erfahrungen interessiert.
LG Backs

Hi BB

Bei mir auch in Biologie, 13. Klasse, Evolution. Hat etwa eine Seite im Biobuch eingenommen.

Die Lehrerin hat sich bemüht es möglichst neutral darzustellen. Aber wir fanden die Idee sehr albern, sind ja zum glück nicht in Amerika, wo das eventuell jemand ernst nehmen würde :wink:
War auch nur eine von 5 Versionen der Evolution die wir durchgenommen haben.
Wir sprachen kurz die Situation in Amerika an, es wurde aber nicht grundsätzlich verteufelt, was ich richtig finde.

Ich finde den Kreationismus an dieser Stelle durchaus angebracht 1. weil es in einem wissenschaftlichem Fach geschieht 2. weil es nunmal eine Theorie aus dem Bereich Evolution IST 3. Weil die Schüler, wenn sie nicht grade von Fundis erzogen sind, von alleine merken, wie absurd das ganze ist.
Vor allem wenn man im Anschluss über Paläontologie, C14 Methode etc. pp spricht.

Besser als wenn es in Reli angesprochen wird und man evtl. an einen möchtegern-Missionar gerät. (Gilt natürlich nicht für alle Religionslehrer, gibt’s aber.)

lg
Kate

Hallo,
nicht als Eltern oder Schüler, aber bei Unterrichtsbesuchen im Religionsunterricht. Besonders erfolgreich ist hier ein fachübergreifender Unterricht mit der Biologie und Politik/Gesellschaftswisenschaften.
Das setzt hohen Respekt der unterrichtenden Personen vor dem Fach des jeweils anderen voraus und auch vor der intellektuellen Integrität.
Kreationismus ist ein modernes Phänomen (auch wenn das keiner wahrhaben will), so dass es, aufgrund seiner explizit modernitätskritischen Motive kaum unkritisch behandelt werden kann - kritisch bedeutet hier, dass man an einer Stellungnahme nicht drumherumkommt.
Während der Biologieunterricht dann in die Grundlagen der Evolutionslehre einführt inkl. der BEdeutung Darwins, übernimmt der Religionsunterricht die Aufgabe, über die kg. und religiöse Lage des 19.Jh. und der Auswirkungen auf Theologie und Kirche aufzuklären. Im Anschluss geht es dann, unter Federführung des Politikunterrichts, die neue Strömung des Kreationismus darzustellen.
Das ganze kann einen phantastischen fächerübergreifenden UNterricht ergeben mit großen Erfolgen bei den Schülern.
Problematisch wird es nicht nur mit missionierenden RU-Lehrern, wobei, wer Ahnung hat von europäischer Kirchengeschichte, kaum annehmen würde, dass ein RU-Lehrer zum KReationismus missionieren wollte, sondern auch mit arroganten Lehrern anderer Fächer, die ihre Unkenntnis bspw. europäischer Kirchengeschichte mit dem MÄntelchen einzig alleine die Wissenschaft für sich gepachtet zu haben, verdecken.
Ich motiviere meine Studenten (RU-Lehrer), das Thema ganu deswegen aufzugreifen, damit sich dieser Unsinn, Kreationismus und Christentum gehörten zum Credo eines europäischen Protestanten, nicht noch weiter verbreitet wird.

Grüße
Taju

Ich motiviere meine Studenten (RU-Lehrer), das Thema ganu
deswegen aufzugreifen, damit sich dieser Unsinn, Kreationismus
und Christentum gehörten zum Credo eines europäischen
Protestanten, nicht noch weiter verbreitet wird.

Hallo, Taju,
das erstaunt mich jetzt etwas. Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass Protestantismus irgend etwas mit Christentum zu tun hat, ja, dass Christentum Grundbedingung des Protestantismus sei.

Wir sind uns aber sicher darüber einig, das Kreationismus und ID lediglich Auswüchse der fundamentalistisch-evangelikalen Version des Protestantismus darstellen.
Gruß
Eckard

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Hallo,

Ich motiviere meine Studenten (RU-Lehrer), das Thema ganu
deswegen aufzugreifen, damit sich dieser Unsinn, Kreationismus
und Christentum gehörten zum Credo eines europäischen
Protestanten, nicht noch weiter verbreitet wird.

das erstaunt mich jetzt etwas. Bisher war ich immer davon
ausgegangen, dass Protestantismus irgend etwas mit Christentum
zu tun hat, ja, dass Christentum Grundbedingung des
Protestantismus sei.

Nun, ich hätte „KReationismus und Christentum“ in Anführungsstrichen schreiben müssen. Es geht darum, dass sich, massenmedial beeinflusst, diese ZUsammenstellung zu einer Art neuem polulärem Irrtum zu entwickeln scheint.
Allerdings ist eben Differenzierung notwendig und ich möchte nicht über den Römisch-Katholizismus in der Ära Schönborn gesprochen haben und weiß außerdem, dass der Kreationismus unserer Tage durchaus ein protestantisches Phänomen ist, eben aber nicht des mitteleuropäischen.

Wir sind uns aber sicher darüber einig, das Kreationismus und
ID lediglich Auswüchse der fundamentalistisch-evangelikalen
Version des Protestantismus darstellen.

Wie erwähnt, scheint auch die römisch-katholische Kirche hier wieder recht aktiv zu sein (Schönborn ist ja nicht irgendwer). Und das pseudointellektuelle Gerede vom „Der Glaube (oder noch schlimmer die Theologie) kann auf Fragen Antworten geben, bei denen die Wissenschaft schweigen muss“ halte ich für eine zwar klug klingende, nichtsdestoweniger ebenfalls gefährliche Variante eines postaufklärerischen europäischen Kreationismus…

Grüße
Taju

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Hallo,
also für mich ist Kreationismus vor allem ein psychologisches Phänomen.
Dahinter stehen m. E. bestimmte psychische Bedürfnisse und gruppendynamische Strategien.
Das so im Unterricht aufzugreifen wird immer dann zum echten Problem wenn in der Klasse „Kreationisten“ sind.
Gruß
Werner

Hallo,

bei uns im kath. Reliunterricht: kritisch
bei unseren prot. Klassenkamaraden: werbend, der Lehrer war selbst Kreationist (oder zumindest ziemlich nah dran, einer zu sein)

Warum?

Viele Grüße
Kati