Hi horsemanship,
man nenne mich einen Spiesser, aber mit Kreativität bei Bewerbungen wäre ich äusserst vorsichtig. Wenn Du gut bist (und zwar wirklich und richtig gut!) und die Sache gut (und zwar wirklich und richtig gut!) gemacht ist, mag das das i-Tüpfelchen sein, das aber dann wohl nimmer notwendig wäre.
Warum nun? Zumindest diejenigen Personaler, die ich so kenne sind im Dauerstress. Hier ist ein Mitarbeiter unzufrieden, dort kapiert einer nicht, warum er nicht eine Gehaltserhöhung von 100% kriegt, da drüben ist einer, dem man eine Abmahnung schreiben muss und dort kündigt jener, der siebzehnte will seinen Thailändischkurs gern von der Firma finaziert haben, plus noch dieses und verses.
Und nun kommt also die eine Bewerbung ganz kreativ im Pizzakarton (mit dampfender Pizza und viiiel Knoblauch, so dass man das gute Stück nichtmal essen kann, weil sonst der nächste Bewerber rückwärts wieder rausrennt). Die andere ist in einem riesigen Luftballon, der beim Zerplatzen den Personaler in einem Schwall Konfetti begräbt. Der dritte druckt seine Bewerbung in Spiegelschrift auf die Rückseite, so dass man das Werk nur lesen kann, wenn man’s gegen’s Licht hält. Der Vierte findet sich äusserst kreativ, wenn er sein Werk als Puzzle versendet und der fünfte schickt seine Bewerbun auf einer Klopapierrolle aufgedruckt.
Alles wirklich gute Ideen, die sicherlich viel mehr Zeit und Mut für die Umsetzung erfordern als eine „normale“ Bewerbung. Aaaber: meinste, dass der geneigte Personaler die nach Pizza duftende Bewerbung wirklich guten Gewissens weiterleitet? Dass er nach einer Stunde puzzeln wirklich gut auf den Bewerber zu sprechen ist? Dass er die Bewerbung gerne liest, wenn überall Konfetti rumliegt (und man womöglich zum nächsten Bewerber mit Konfetti im Haar kommt)? Meinst Du wirklich, er hat Freude daran, die Bewerbung jedesmal wenn er was nachlesen will ins Fenster zu halten?
Langer Rede kurzer Sinn: mach um Himmels Willen mit der „Verpackung“ dem Personaler nicht noch zusätzliche Arbeit. Er will auf einen Blick sehen, wer Du bist, was Du kannst und ob Du in die Firma passen könntest. Er will Deine Unterlagen einfach kopieren können, um sie vielleicht an die eine oder andere Fachabteilung weiterleiten zu können. Er will Deine Kontaktdaten sofort und auf einen Blick haben - egal ob er Dich nun lieber anschreibt, anruft, anfaxt oder anmailt
Wenn Dir was einfällt, das diese Punkte erfüllt - nur zu.
Ansonsten hindert Dich niemand, den Inhalt kreativ zu gestalten. Von mir aus schreib statt „Sehr geehrter Herr Personalmichl“ „Helau und Alaaaf“ (oder eins davon *wegduck*). Von mir aus kleb Konfetti auf Deinen Lebenslauf (insgesondere auf die dunklen Stellen) Oder schreib eine „Ode an den Personaler“, spiel mit den Firmenbuchstaben: „Als Erster Geselle arbeitet er gemeinhin allerbest, erstklassig, gern.“ (sollte man sich bei AEG bewerben *fg*) oder so 
Ob das zu Dir, zur Firma und zum ausgeschriebenen Job passt, musst Du dennoch abschätzen. Wobei ich hier eher zur Zurückhaltung denn zum Mut rate.
*wink*
Petzi