Hallo Romana,
ich denke, das Thema ist dermaßen komplex, dass es sich nicht in ein paar wenigen Sätzen erschöpfend behandeln lässt. Aber auf jeden Fall sträube ich mich ein wenig dagegen, als Allheil-Antwort geografische Ursachen zu sehen (à la Deutsche sind unkreativ, mufflig etcetera).
In gewisser Weise auch im Zusammenhang mit den letzten
Postings möchte ich fragen, weshalb bei uns Kreativität so
wenig gefördert wird? In den Schulen wird (zumeist) keine
Möglichkeit geboten, Kreativität in sich zu entdecken und zu
entwickeln?
Kreativität ist ja auf den Punkt gebracht nichts weiter, als Ideen zu haben. Weil diese Gabe, die in jedem Menschen angelegt ist, vielleicht nur wenig bis gar nicht gefördert wird oder sogar unterbunden, bedeutet das nicht automatisch, dass sie nicht (mehr) da ist. Ich würde da also auch nicht die Schulen als Buhmänner ausmachen, auch wenn ich es traurig finde, da ich sehe, dass gerade hier so viele Möglichkeiten einfach verschenkt werden. Übrigens habe ich mit der Schule meines Sohnes da außerordentlich gute Erfahrungen gemacht (Theater AG, Museumsbesuche, Leseclub u. ä.).
Kreativität mag auch ein wenig Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten voraussetzen. Haben das die Menschen so wenig?
Die größten Schriftsteller oder Maler stammen unter anderem auch aus sehr mittellosen, armen Familien…
Was ist Kreativität? Schaffen von Neuem? Wäre das allein nicht
etwas kurz gegriffen? Lebt es sich kreativ nicht auch
„besser“, bunter, abwechslungsreicher?
Jeder lebt sein Leben so, wie er es einrichten kann. Er passt sich den Gegebenheiten, auch den Zwängen an. Für mich fängt hier schon eine gewisse Kreativität an (oder ist das jetzt schon philosophisch
)?
Doch gerade in Anlehnung an das vorletzte Posting, wird
Kreativtät aus Angst vor Neuerungen so wenig gefördert? Angst
vor Chaos?
Davor haben alle Menschen (mindestens eine latente) Angst…
Weshalb wird bei uns Kreativität so wenig gefördert?
Bei uns?
Viele Grüße
Jana