Krebs als Resultat einer Entzündung?

Hallo!
Hier kommt eine Frage eines absoluten Laien, entschuldigt!

Kann aus einer Entzündung ein bösartiger, sprich ein Tumor entstehen, der Krebszellen aufweist?
z.B.: Man hat sich eine Glasscherbe in die Ferse getreten und die Wunde hat sich entzündet oder eine Katze wurde gebissen und der Biss hat sich entzündet, besteht dann die Gefahr einer Tumorbildung und wenn ja unter welchen Umständen?
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Herzlichen Dank und einen schönen Sonntag!
ash

Kann aus einer Entzündung ein bösartiger, sprich ein Tumor
entstehen, der Krebszellen aufweist?

Jede Zelle kann entarten und tut dies auch oft. Unser Körper vernichtet tägliche unzählige entartete Zellen. Das ist ganz normal. Unter besonderen Umständen kann der Körper aber eine entartete Zelle übersehen oder aber deren Selbstzerstörungsprogramm läßt sich nicht mehr aktivieren. Dann können sich diese Zellen vermehren und einen Tumor bilden.

Eine Entzündung bedingt bei der Heilung einen vermehrten Zellaufbau. Da bei jeder Zellteilung entartete Zellen entstehen, erhöht sich eben auch bei jeder Entzündung die Wahrscheinlichkeit für eine Tumorbildung. Die Wahrscheinlichkeit kann ich nicht beziffern, sie ist jedoch wahrscheinlich unmeßbar klein. Anders sieht das bei chronischen Entzündungen aus. Hier addieren sich diese Wahrscheinlichkeiten über die Zeit.

Benni

Hallo!

Hier kommt eine Frage eines absoluten Laien, entschuldigt!

Kann aus einer Entzündung ein bösartiger, sprich ein Tumor
entstehen, der Krebszellen aufweist?

Jain.

z.B.: Man hat sich eine Glasscherbe in die Ferse getreten und
die Wunde hat sich entzündet oder eine Katze wurde gebissen
und der Biss hat sich entzündet, besteht dann die Gefahr einer
Tumorbildung und wenn ja unter welchen Umständen?

Es gibt unter Hunden einen klonalen Tumor, besonders der Genitalien glaube ich. Der kann unter Hunden meine ich durch intensiven Kontakt verbreitet werden.

Es gibt natürlich auch einige Viren, die Tumore auslösen können und die sind auch mit Entzündungen assoziiert die Infektionen.

Schließlich aber noch, was Du eigentlich meintest. Es ist höchst unrealistisch, dass an der Stelle einer einmaligen Verletzung ein maligner Tumor entsteht. Nichtsdestotrotz sind Entzündungen der Tumorentstehung zuträglich. Die Art des Beitrags hierbei bezeichnet man als Tumorprogression. Die Verletzung und die folgende Entzündung ist damit ein Tumorpromotor.
An grundsätzlich tumoranfälligen Labormauslinien könnte man sicherlich mit häufigen kleinen Verletzungen der Haut an einer Stelle dort einen Hautkrebs auslösen! Das Risiko bei einer einmaligen Sache ist jedoch sehr gering. Verantwortlich für dieses Risiko sind wohl Zytokine und andere Wachstumsfaktoren, die im Zuge von Entzündungen und Heilungsprozessen ausgeschüttet werden. Aber damit kenne ich mich nicht genau aus.
Bedeutsam wird das bei chronischen Entzündungen.

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Du wirst wohl von den Texten nichts verstehen, da alles Fachchinesisch ist. Wenn Du dich dennoch reinstürzen willst:

Tschau, Stefan

„The chemokine network in cancer - much more than directing cell movement“ Abstract und Full-Text
http://www.ijdb.ehu.es/web/paper.php?doi=10.1387/ijd…

„At the crossroads of inflammation and cancer.“ Cell, 2004
Zu dem Fulltext hast Du keinen Zugang, daher der Abstract:

Chronic inflammation and cancer are closely associated in the intestine. Anti-inflammatory medication reduces intestinal neoplasia, while colorectal cancer incidence is increased in ulcerative colitis. Cyclooxygenases are key to both diseases, yet the molecular basis of the association remains incompletely understood. Two recent Cell (Greten et al., 2004; Rakoff-Nahoum et al., 2004) papers illuminate roles of Toll-like receptors and the NF-kappaB pathway in the control of epithelial homeostasis in health and disease.

„Inflammatory Cells and Cancer: Think Different!“ als Fulltext
http://www.jem.org/cgi/content/full/193/6/F23

„Inflammation and cancer.“ Nature, 2002
Ohne Datenbankzugang nur als Abstract:
„Recent data have expanded the concept that inflammation is a critical component of tumour progression. Many cancers arise from sites of infection, chronic irritation and inflammation. It is now becoming clear that the tumour microenvironment, which is largely orchestrated by inflammatory cells, is an indispensable participant in the neoplastic process, fostering proliferation, survival and migration. In addition, tumour cells have co-opted some of the signalling molecules of the innate immune system, such as selectins, chemokines and their receptors for invasion, migration and metastasis. These insights are fostering new anti-inflammatory therapeutic approaches to cancer development.“

herzlichen Dank
für die interessanten und informativen Antworten! Ich werde mir bei Gelegenheit auch die Links genauer ansehen! Englischkenntnisse und Pschrymbel vorhanden! :wink:
Ganz liebe Grüße
ash

Die chronischen Entzündungen sind sehr im Verdacht, Krebs auszulösen. Bestes Beispiel chronische Hepatitis B. Sie führt sehr häufig zu einem Lebertumor.Bei einer einmaligen Verletzung die bald wieder abheilt ist das aber nicht zu befürchten.
Udo Becker

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!
http://www.krebsinformationsdienst.de/Krebsarten/geb…

geht durch die medien

gruss
ich

Hallo!

Wie bei fast allen krebsassoziierten Viren sind es hier jedoch weniger die entzündlichen Vorgänge, sondern Proteine, die von den Viren codiert werden, die Krebs auslösen. Im Falle der gefährlichen Papillomviren sind dies Proteine, die die wichtigsten beiden Tumorsupressorgene p53 und pRb funktionell inaktivieren.

Grüße, Stefan

Hallo Stefan
super.

Ich hab´s gefunden, Du hast es erklärt und ashara hat wieder einen Hinweis

Nennt man sowas Zusammenarbeit?

Freundlicher Gruss von Kermit