Hi!
Du hälst also psychische und geistige Begebenheiten als Ursache für die Krebsentstehung an? Tja, im Grunde seh ich das genauso, es gibt aber einige „aber“ 
Eine (teilweise) Bestätigung seh ich auch tagtäglich: ein Teil der Krebspatienten, nämlich die, die eine positive Grundstimmung haben und sowohl gegen den Krebs als auch für ihr Leben bzw. bessere Lebensqualität kämpfen, diesen Pat. ergeht es meist viel besser, sie vertragen die Therapie besser und viele von ihnen werden geheilt.
und man versucht
nicht zu verstehen warum Krebs überhaupt entsteht.
Das ist nicht wahr! Die Forschung arbeitet sogar sehr intensiv daran!
Allerdings ist das auch nicht ganz einfach, weil es eben nicht DIE Ursache dafür gibt, da spielen wohl sehr viele wie auch sehr unterschiedliche Faktoren eine Rolle.
Meine persönliche Überzeugung ist, daß psychische/geistige Faktoren sehr wohl ein Rolle spielen, aber sicher nicht als einziger Auslöser und auch nicht obligat (sprich, nicht jeder, der „schlecht drauf ist“ oder „lebensmüde“ oder am Burn-out-Syndrom oder wasweißich leidet, entwickelt automatisch Krebs).
Das heißt aber nicht, daß ich wissenschaftliche Theorien nicht anerkenne, ich sehe sie vielmehr als ineinandergreifend: Eine Theorie besagt beispielsweise, daß die betreffenden Zellen aufgrund einer Störung nicht mehr erkennen können, daß in ihrer Umgebung bereits „genug“ Zellen vorhanden sind, und sich daraufhin verstärkt anfangen zu teilen ->Krebs. Zu den Faktoren, die zu dieser Störung führen, könnten beispielsweise eben unter anderem psychische Faktoren gehören.
Aber darüber kann man sich streiten und ich bezweifle, daß solche Fragen jemals geklärt werden können 
Da gleich zur Chemo zu greifen oder gleich eine Brust abzuschneiden
finde ich persönlich sehr unprofessionel und unwissenschftlich.
Nun, was auch immer die Ursache für Krebs ist, zweifelsfrei steht jedenfalls fest, daß die Erkrankung zu einem schnellen und vor allem qualvollen Tod führt.
Erst einmal steht die Rettung des Lebens an erster Stelle, danach kann man sich um andere Dinge sorgen…
Schließlich mußt du auch bedenken: selbst wenn deine Theorie stimmen würde, die Beseitigung der Ursache (meinetwegen das Leben wieder in Ordnung bringen) beseitigt nicht gleichzeitig den Krebs! Der hat dann zwar seine Funktion als „Hilferuf“ erfüllt, ist aber immer noch da und wächst unkontrolliert…
Und ich hab noch weitere Gegenargumente gegen die „Krebs als Hilferuf“-Theorie:
Es gibt Krebsarten, die erst sehr spät überhaupt Symptome machen und somit bemerkt werden und da sind sie meist schon inoperabel und haben meist auch schon gestreut…
z.b. Gallenblasen-Karzinom: langsames Wachstum und erst späte Metastasierung, Überlebenszeit im Durchschnitt trotzdem nur 2-3 Jahre
Andere Krebsarten machen wiederrum relativ früh Symptome, sind aber dermaßen aggressiv, daß auch da die Überlebenszeit trotz Therapie extrem kurz ist…
z.b. Glioblastom (Hirntumor): Beschwerdenentwicklung über einige Wochen, mittlere Überlebenszeit 5-12 Monate, nach 5 Jahren geht die Überlebensrate nahe 0%…
Fazit: ist zwar schön und gut mit der psychischen/geistigen Theorie (und teilweise teile ich sie ja auch), aber helfen tuts dem Patienten leider nicht…
Gruß,
Sharon