Hi Gemeinde! Hi Yve, Elke und Biggi!
Yve und Elke stimme ich (wie bei Elke so oft!) voll zu.
Es stimmt durchaus, daß wenn man kurz vom Ende im Krankenhaus liegt, oft dem eigenen Leben Revue passiert wird. Und dann entstehen sehr wichtige Entscheidungen. Eine davon ist eben, ob ich möchte, daß meine Organe (falls ich in Frage komme, wie Yve sehr zu Recht gesagt hat) bei meinem Tod gespendet werden oder nicht. Deine Meinungsfreiheit besteht darin, noch zu diesen (letzten) Zeiten Deines Lebens, Deine Entscheidung zu bestätigen oder eben zu ändern. Beides steht Dir zu und es wird respektiert.
Auch stimmt, daß bei sehr schwerkranken Menschen kurz vom Ende, eine deutliche Besserung des allgemein Zustandes eintrifft. Jeder der sich mit Menschen in diesem Stadium beschäftigen, wird es dir auch bestätigen können. Doch der Schein trügt, leider…
Ansonsten m.W. ein 90-jähriger Mensch hat ein sehr langes Leben hinter sich. Vielleicht ein tolles Leben. Aber vielleicht eben nicht. Das hat eine riesen Bedeutung bei der Lebenswille überhaupt. Wer nichts mehr vom Leben zu erwarten hat (oder zumindest so denkt und das glaubt) wird bestimmt bald sterben. Es hört sich grausam an, aber es stimmt. Auch jeder Arzt wird es Dir bestätigen können. Eventuell Dein Nachbar, als Du ihn trafst, war gerade in so einer Phase, wo er sich bestens fühlte und Hoffnung wieder schöpfte. Vielleicht auch nicht… Aber Deiner Beschreibung nach, kann ich mir sehr gut vorstellen, daß es so ist.
Du kennst bestimmt jemand der Krebs hat oder der jemand in seiner Familie hat, der daran gestorben ist. Stimmt’s? Wenn es so ist (und davon gehe ich jetzt mal aus) frage sie mal. Es istleider so, daß die Chemotherapie eine sehr gewaltige Wirkung hat, nämlich: Menschen haben kaum Appetit und müssen sich oft überbegen. Brech- und Würgereiz ist so allgegenwärtig, daß man nur weg vom jegliche Nahrungsmittel sein will. Diese Chemotherapie wirkt, indem Zellen abtötet. Leider aber nicht nur die befallenen sondern auch gesunde. Dieses Vorgang hat u.a. o.g. Wirkung zur Folge. Was ist damit meine??? Nur eins: Ich frage mich nämlich weshalb du von vorne herein davon ausgehst, daß dein Nachbar absichtlich nichts zu Essen bekam. Glaube mir, Biggi, so was habe ich, in meiner langjährigen Berufsleben noch nie erlebt (ausser medizinische Gründe dagegen sprechen).
Schönen Gruß
Helena
*die seit Jahren einen Spendenausweis hat und jeder in ihrer Nähe davon informiert hat*
*die einen Organspendeausweis für sein 2-jährigen Sohn hat ausstellen lassen und ebenfalls jedem davon in Kenntnis gesetzt hat*
*die spätestens seitdem sie zum ersten mal in einer Dialyse-Station war, davon überzeugt ist, eine gute Sache gemacht zu haben*
*die eine sehr gute Freundin hat, die ausschließlich noch am Leben ist, weil sie die Niere eines Spenders in sich trägt*
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