Krebsregister

Hallo,

es gibt ja das Krebsregister, welches zum Beispiel für Statistiken benutzt wird, um lokal erhöhte Krebsvorkommen zu erkennen.

Wie läuft die Meldung in der Praxis ab?
Wird wirklich jede Krebserkrankung zuverlässig gemeldet?

Angenommen, man könne sich nicht erklären, warum es statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Leukämierekrankungen und der Asse gibt, könnten die sich evtl. daurch erklären, dass Ärzte in der Nähe von Atomanlagen sich bensonders motiviert fühlen, jede Krebserkrankung zu melden, während ein Arzt weiter weg die Meldung auch mal vergisst?

Und wo wir bei Statistik sind:
Um welche Fallzahlen geht es eigentlich?
Sind es wirklich signifikant erhöhte Fallzahlen?

Ich erinnere mich, dass mal in einem einzigen Bericht drin stand, dass neben irgendeinem AKW statistisch eine einstellige Zahl (lass es 6 oder 9 gewesen sein) Leukämie-Erkrankungen zu erwarten seien, tatsächlich aber eine zweistellige Zahl (in meiner Erinnerung 12 oder so) gemeldet wurden. In vielen anderen Berichten stand lapidar „60% höheres Leukämierisiko neben AKW“.

Die erfassten Strahlungsarten und -höhen können solche „Häufungen“ ja eigentlich nicht erklären, da wird ja immer der Bewohner des Schwarzwaldes hinzugezogen, der ja bei einem Besuch seines Kellers soviel Strahlung abbekommt wie ein AKW Mitarbeiter an X Tagen Dienst.

Hallo,

schau mal hier:
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichte…

Da werden zahlreiche Studien genannt - vielleicht hilft dir das weiter.

Gruß,
p+p

Hallo,

schau mal hier:
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichte…

Da werden zahlreiche Studien genannt - vielleicht hilft dir
das weiter.

Puh, ne Menge Stoff.

Ich hatte gehofft, dass jemand mir sagen kann, wie ein Krebsregister funktioniert.

Teilweise wurden in den (Meta)Studien signifikant erhöhte Krebsrisiken auch bei 50km Entfernung zum AKW festgestellt.
Das kann ich mir pyhsikalisch kaum vorstellen - nimmt doch die Strahlung stark überproportional mit der Entfernung ab. Wenn in 50km Entfernung noch ein deutlicher Effekt da ist, dann müsste man in unmittelbarer Nähe des AKW nachts kein Licht anmachen, würden doch die Menschen alleine im Dunkeln leuchten.

Darum vermute ich, dass evtl. eine selektive Wahrnehmung diese Statistiken beeinflusst. Mein Verdacht wäre, dass z.B. ein Kinderarzt nahe Krümmel jede Leukämie einem Register meldet, während ein Kinderarzt von mir aus in Winterberg dies nicht unbedingt immer macht.

Kann das sein?
Erfasst ein Krebsregister zwangsweise jede Erkrankung oder ist es auf freiweilliges, aktives Mitwirken der Ärzte angewiesen?

Hallo,

unter folgendem Link kannst du unter Punkt 9.1.3 - Seite 245 eine Krankheitsstatistik, auf Seite 246 - Gesundheitszustand, finden:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/des…

Da z.B. Leukämie nicht gesondert aufgeführt ist, dürfte diese unter Krankheiten des Blutes D50-D90 mit eingeflossen sein.

Für weitere Angaben - Bundesamt für Statistik
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/

Und hier - als Einstieg und weiterem recherchieren:
http://www.gbe-bund.de/gbe10/trecherche.prc_them_rec…

Kinderkrebsregister:
http://www.kinderkrebsregister.de/
Hier findet sich denn doch noch einiges.
Unter Informationen für Dokumentare, weiter mit Erhebungsbogen und Therapieprotokoll dürftest du einige Antworten finden…

Leider ist es sehr schwierig und aufwendig sich hier durchzuhangeln. Ich bin früher mal auf eine Seite gestoßen, die auch angibt, was, wer, wie, wann meldepflichtig ist, kann die Seite aber leider nicht mehr finden. Ähnliches gibt es auch für die EU.

Zu deinem Kommentar: Leukämiefälle in 50 km Abstand von AKW unwahrscheinlich - dabei ist an die Hauptwindrichtung zu denken. Cattenom, Frankreich, 4 Reaktoren, liegt nahe der deutschen Grenze, etwa Höhe Trier, bei überwiegend Winden aus West, bekommen die Deutschen weit mehr davon ab als die Franzosen… Und wie weit trägt der Wind radioaktive Wölkchen, sicher viel weiter als bei Windstille.

Wie genau die Ärzte solche Fälle melden, liegt wohl letztlich in deren Verantwortungsbereich. Da sie ohnehin mit bürokratischem Müll überlastet sind, kann man wohl davon ausgehen, daß sie dieser Pflicht nicht allzu gewissenhaft nachgehen. Irgendwann müssen sie sich ja auch mal um ihre Patienten kümmern und nicht um Formulare, Formulare, Formulare… Dazu müßte man auch herausfinden, wie genau diese Meldepflicht aussieht, irgendwo steht das, aber wo?

Von meinem früheren Ausflug ins Netz weiß ich, daß diese Vorschriften je EU-Land, je Krankheit und teils sogar je Bundesland, unterschiedlich sein können. Deshalb haben wohl auch einzelne Ärzte für ihre Patienten eigene Studien durchgeführt.

Bei den Ursachen von krankheitsbedingten Todesfällen besteht außerdem das Problem, daß viele Patienten mehrere Krankheiten haben wenn sie versterben - die Zuordnung zu einer Krankheit wird daher immer ungenau sein.

Gruß,
p+p