Du bist Dir schon darüber im Klaren, daß man früher auch für
das, was man heute betriebliche Ausbildung nennen würde,
bezahlen mußte, oder? Aber das ist auch nicht so wichtig. Die
Grundannahme ist, daß ein Student a) kein Einkommen bezieht
und b) mindestens genauso viel Zeit in sein Studium
investiert, wie andere Leute arbeiten müssen.
Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. So oder so hat der
Azubi in diesem Szenario ein Einkommen, daß ihn im Regelfall
befähigt, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das fehlt dem
Studenten, daher das Bildungsdarlehen.
Dafür hat der Student ja aber eben entweder die Unterhaltspflicht der Eltern oder das Bafög, dadurch hat er ebenso sein Mindesteinkommen!
Und der Punkt mit dem realistisch ist gerade der springende, theoretisch kann ich das nachvollziehen, die Realität sieht nun mal etwas anders aus.
Hinzu kommt, daß ein Student in der Regel auch nicht geringe
und vor allem unvermeidbare Ausgaben für ein Studium
aufzubringen hat. Studiengebühr (und im Zuge deren Einführung
wurden die Bildungskredite ja überhaupt erst in großen Stil
eingeführt), Lehrmaterial, Kopierkosten, Alkohol… das
übliche halt.
Ich würde sagen (ohne Studiengebühren) sind durch BAB und Bafög die Einkommen gleich verteilt, dafür muss der Azubi in der Praxis deutlich mehr Zeit aufwenden (ich kenne keinen Studenten der auch in den Semesterferien mindestens 40 Stunden nur für die Uni lernt).
Dann sollten auch beide Gruppen einen Bildungskredit bekommen.
Wer übrigens nicht gerade eine Ausbildung zur Friseurin macht muss sich auch einige Bücher kaufen, zumal der Azubi nicht mal auf eine super ausgestattete Biliothek zurückgreifen kann wie der Student(der somit eigentlich nicht mal Bücher kaufen MÜSSTE).
Kopierkosten hatte ich praktisch keine, wieviel Euro sollen das auch bitte im Monat sein? Und Azubis dürfen keinen Alkohol trinken oder wie?
Bei Studiengebühren sieht die Sache anders aus, da gebe ich dir recht, hier in Berlin muss ein Student aber keine zahlen und darf trotzdem so einen Kredit bekommen, tut mir leid, ich finde das immer noch nicht „gerecht“.
Aber ich würde sagen, diese Diskussion beenden wir mal, denn ausser wir bekommen einen Minister oder die Bundeskanzlerin dazu, sich hier zu beteiligen bringt das ja sowieso nix! 
Nebenbei: Wer als Azubi 800€ oder mehr verdient, da würde ich eure Meinung teilen, gibt aber auch genug die deutlich weniger kriegen.
Und diese DÜRFEN vertraglich meistens nicht mal noch einen anderen Job z.B. am Wochenende ausüben, haben also im Gegensatz zu den Studenten gar keine Chance irgendwoher noch Geld zu bekommen.
naja…