Kredit für Azubi?

Hallo, in meinem Bekanntenkreis ist eine Azubine, die mit ihrem Geld nicht hinkommt. Der sog. Bildungskredit ist bescheuerterweise nur für Studenten und besondere Ausbildungen, nicht für die „normale“ Ausbildung.
BAB bekommt sie schon (ca. 50€ glaube ich), die Banken gewähren natürlich keinen normalen Kredit, was kann sie machen? Gibt es denn nichts vergleichbares zum Bildungskredit auch für Auszubildende?

Danke
Granini

Hallo,
auch wenn es nicht gut ankommen mag, aber Lehrjahre sind keine Herren(ähm Damen)jahre. Neben dem BAB gibt es wohl keine weiteren öffentlichen Mittel, weil die sich meist gegenseitig ausschließen (bei z.B. der Wohngeldstelle fragen, kostet aber erstmal nichts), daher sollte man versuchen mit dem Geld für den normalen Unterhalt auszukommen.
Ein Bankkredit wird ohne Bürgen kaum machbar sein, dann kann man auch gleich den potentiellen Bürgen fragen, ob er einem selbst einen Kredit für dringend nötige Anschaffungen/Reparaturen außer der Reihe gibt. Von Krediten um den Unterhalt zu finanzieren, würde ich dringend abraten, das ist oft der erste Weg in eine Schuldnerkarriere.

Cu Rene

Hallo,

in meinem Bekanntenkreis ist eine Azubine, die mit
ihrem Geld nicht hinkommt. Der sog. Bildungskredit ist
bescheuerterweise nur für Studenten und besondere
Ausbildungen, nicht für die „normale“ Ausbildung.
BAB bekommt sie schon (ca. 50€ glaube ich), die Banken
gewähren natürlich keinen normalen Kredit, was kann sie
machen? Gibt es denn nichts vergleichbares zum Bildungskredit
auch für Auszubildende?

Du hast doch unten erklärt, praktisch alle im Finanzgewerbe wären moralische Verbrecher und nun suchst Du jemanden, der einer Azubine, die mit ihrem Einkommen nicht klarkommt, einen Kredit gibt? Das hat aber jetzt schon ein bißchen ’was von Pharisäer findet

Christian

Hallo,
zunächst einmal ging es in dem anderen Artikel um die sog. „Finanzberater“, mit denen ich selber schon meine schlechten Erfahrungen machen durfte.

Ausserdem geht es mir ja primär um einen Kredit ähnlich dem Bildungskredit, denn wieso bekommen Studenten die mit ihrem Geld nicht klarkommen Bafög (was ja zur Hälfte schon ein Kredit ist!) UND den Bildungskredit, das wäre ja wohl eher noch verantwortungsloser als das einem Azubi zu gewähren.
Dass die Banken dies nicht tun ist ja vollkommen nachvollziehbar.
Nun gut, wie Rene schrieb gibt es wohl für Azubis kein Äquivalent zum Bildungskredit was ich jetzt etwas überraschend finde aber so ist das dann eben…
Und ein Kredit zu den super Zinsen wie es sie momentan gibt (2,7% Bildungskredit) finde ich durchaus nicht problematisch wenn man im letzten Ausbildungsjahr ist und dadurch über 1000€ die man im Dispo ist ablösen kann.

Nun ja, danke für eure Antworten

Granini

denn wieso bekommen Studenten die mit ihrem Geld nicht klarkommen
Bafög (was ja zur Hälfte schon ein Kredit ist!) UND den
Bildungskredit, das wäre ja wohl eher noch verantwortungsloser als
das einem Azubi zu gewähren.

Nun ja… vielleicht liegt das daran, dass der Azubi eine Ausbildungsvergütung bekommt, während der Student fürs Studium keine Geld bekommt?

Nun ja… vielleicht liegt das daran, dass der Azubi eine
Ausbildungsvergütung bekommt, während der Student fürs Studium
keine Geld bekommt?

Ist zwar eigentlich nicht das Thema :wink: aber:
(Ich selber bin übrigens kein Azubi, ich kann das also recht objektiv sehen, und finde eindeutig dass Studenten deutlich besser gestellt sind.) Als Student kann man z.B. mit sehr geringen Abzügen problemlos nebenbei oder in den Semesterferien arbeiten gehen, was einem Azubi der praktisch die Arbeitszeit eines normalen Angestellten hat nicht möglich ist. Ausserdem liegt die Ausbildungsvergütung z.T. UNTER dem Bafög-Satz, also erschließt sich mir immer noch nicht warum Studenten zusätzlich in den Genuß des Bildungskredites kommen, Auszubildende aber nicht.

Hallo,

(Ich selber bin übrigens kein Azubi, ich kann das also recht
objektiv sehen, und finde eindeutig dass Studenten deutlich
besser gestellt sind.) Als Student kann man z.B. mit sehr
geringen Abzügen problemlos nebenbei oder in den
Semesterferien arbeiten gehen, was einem Azubi der praktisch
die Arbeitszeit eines normalen Angestellten hat nicht möglich
ist.

Du bist Dir schon darüber im Klaren, daß man früher auch für das, was man heute betriebliche Ausbildung nennen würde, bezahlen mußte, oder? Aber das ist auch nicht so wichtig. Die Grundannahme ist, daß ein Student a) kein Einkommen bezieht und b) mindestens genauso viel Zeit in sein Studium investiert, wie andere Leute arbeiten müssen.

Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. So oder so hat der Azubi in diesem Szenario ein Einkommen, daß ihn im Regelfall befähigt, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das fehlt dem Studenten, daher das Bildungsdarlehen.

Hinzu kommt, daß ein Student in der Regel auch nicht geringe und vor allem unvermeidbare Ausgaben für ein Studium aufzubringen hat. Studiengebühr (und im Zuge deren Einführung wurden die Bildungskredite ja überhaupt erst in großen Stil eingeführt), Lehrmaterial, Kopierkosten, Alkohol… das übliche halt.

Ausserdem liegt die Ausbildungsvergütung z.T. UNTER dem
Bafög-Satz,

http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsausbildungsbeihilfe

Gruß
Christian

Ja wenn es sich dir nicht erschliesst, kann ich auch nix machen :wink:

Du bist Dir schon darüber im Klaren, daß man früher auch für
das, was man heute betriebliche Ausbildung nennen würde,
bezahlen mußte, oder? Aber das ist auch nicht so wichtig. Die
Grundannahme ist, daß ein Student a) kein Einkommen bezieht
und b) mindestens genauso viel Zeit in sein Studium
investiert, wie andere Leute arbeiten müssen.

Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. So oder so hat der
Azubi in diesem Szenario ein Einkommen, daß ihn im Regelfall
befähigt, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das fehlt dem
Studenten, daher das Bildungsdarlehen.

Dafür hat der Student ja aber eben entweder die Unterhaltspflicht der Eltern oder das Bafög, dadurch hat er ebenso sein Mindesteinkommen!
Und der Punkt mit dem realistisch ist gerade der springende, theoretisch kann ich das nachvollziehen, die Realität sieht nun mal etwas anders aus.

Hinzu kommt, daß ein Student in der Regel auch nicht geringe
und vor allem unvermeidbare Ausgaben für ein Studium
aufzubringen hat. Studiengebühr (und im Zuge deren Einführung
wurden die Bildungskredite ja überhaupt erst in großen Stil
eingeführt), Lehrmaterial, Kopierkosten, Alkohol… das
übliche halt.

Ich würde sagen (ohne Studiengebühren) sind durch BAB und Bafög die Einkommen gleich verteilt, dafür muss der Azubi in der Praxis deutlich mehr Zeit aufwenden (ich kenne keinen Studenten der auch in den Semesterferien mindestens 40 Stunden nur für die Uni lernt).
Dann sollten auch beide Gruppen einen Bildungskredit bekommen.
Wer übrigens nicht gerade eine Ausbildung zur Friseurin macht muss sich auch einige Bücher kaufen, zumal der Azubi nicht mal auf eine super ausgestattete Biliothek zurückgreifen kann wie der Student(der somit eigentlich nicht mal Bücher kaufen MÜSSTE).
Kopierkosten hatte ich praktisch keine, wieviel Euro sollen das auch bitte im Monat sein? Und Azubis dürfen keinen Alkohol trinken oder wie?

Bei Studiengebühren sieht die Sache anders aus, da gebe ich dir recht, hier in Berlin muss ein Student aber keine zahlen und darf trotzdem so einen Kredit bekommen, tut mir leid, ich finde das immer noch nicht „gerecht“.

Aber ich würde sagen, diese Diskussion beenden wir mal, denn ausser wir bekommen einen Minister oder die Bundeskanzlerin dazu, sich hier zu beteiligen bringt das ja sowieso nix! :wink:

Nebenbei: Wer als Azubi 800€ oder mehr verdient, da würde ich eure Meinung teilen, gibt aber auch genug die deutlich weniger kriegen.
Und diese DÜRFEN vertraglich meistens nicht mal noch einen anderen Job z.B. am Wochenende ausüben, haben also im Gegensatz zu den Studenten gar keine Chance irgendwoher noch Geld zu bekommen.
naja…

Hallo,

Dafür hat der Student ja aber eben entweder die
Unterhaltspflicht der Eltern…

Die gibt es bei der Erstausbildung auch für Auszubildende. Aber wenn BAB gewährt wurde, wird da nicht viel sein, was die Freibeträge überschreitet.

Cu Rene