Kredit für die Pilgerfahrt?

Salam aleikum…

Nunja ich habe bitte eine frage an euch…

Kann ich einen Kredit aufnehmen um hadj zu ermöglichen

Mein Einkommen ist leider nicht so hoch… bzw… ich habe noch nicht so viel gespart um eine reise bezahlen zu können.

Ich weiß, das man hadj erst machen soll, wenn man die finanziellen mittel hat… (also das man auch keine Schulden hat)

Aber wenn man es geschenkt bekommt… bzw. ein anderer bezahlt… macht es dann einen unterschied?

Nunja… da unser Schicksal & Allah bestimmt wann wir sterben… möchte ich gerne schnellstmöglich meine eltern zu einer Pilgerfahrt schicken…

Vielen Dank…

BYE

Kann ich einen Kredit aufnehmen um hadj zu ermöglichen

Im Islam sind verzinsbare Kredite nicht erlaubt, das musst du berücksichtigen.

Mein Einkommen ist leider nicht so hoch… bzw… ich habe noch
nicht so viel gespart um eine reise bezahlen zu können.

Dann ist es auch nicht Pflicht, dass du zur Pilgerfahrt aufbrichst. Bedenke, es ist nur Pflicht, für den, der pilgern kann, d.h. u.a. sowohl physisch und finanziell.

Ich weiß, das man hadj erst machen soll, wenn man die
finanziellen mittel hat… (also das man auch keine Schulden
hat)

Aber wenn man es geschenkt bekommt… bzw. ein anderer
bezahlt… macht es dann einen unterschied?

Genau dieselbe Frage gab es schonmal in islamonline.net:
http://www.islamonline.net/fatwa/english/FatwaDispla…

In Kürze: Es ist nicht nötig, Geld auszuleihen, um zur Pilgerfahrt zu fahren, denn in dem Fall entfällt die Pflicht eh’. Es wird berichtet, dass der Prophet Mohammad einem Mann verboten hatte, eine Pilgerfahrt mit geliehenem Geld zu begehen.

Gruss, Omar Abo-Namous

Geschaefte waehrend/nach Hajj
Hi Omar,

wie steht’s mit Geld auf Hajj zu verdienen?
Ich frage, weil hier zur Hajj-Zeit (bzw. in den Wochen
danach) immer ganz andere Waren angeboten werden -
z.B. kriegt man an den unmoeglichsten Stellen ploetzlich
richtigen russischen Kaviar angeboten oder russische
Perlen. Die Quelle sind ganz eindeutig russische
Hajjis - ob auf diese Weise Hajj finanziert wird bzw.
die Kasse wieder aufgefuellt wird, weiss ich nicht.
Ist das eigentlich erlaubt?

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

wie steht’s mit Geld auf Hajj zu verdienen?
Ich frage, weil hier zur Hajj-Zeit (bzw. in den Wochen
danach) immer ganz andere Waren angeboten werden -
z.B. kriegt man an den unmoeglichsten Stellen ploetzlich
richtigen russischen Kaviar angeboten oder russische
Perlen. Die Quelle sind ganz eindeutig russische
Hajjis - ob auf diese Weise Hajj finanziert wird bzw.
die Kasse wieder aufgefuellt wird, weiss ich nicht.
Ist das eigentlich erlaubt?

ja, das ist erlaubt, solange man kein Ritual des Hajjs dadurch auslassen muss oder sich beim Hajj nicht konzentrieren kann.
Meist brechen die Leute schon vor dem Hajj-Anfang auf, was ihnen Zeit vorher (und manchmal auch nachher) gibt, ihrem alltäglichen Leben durch Handel, Besuch von Bekannten u.a. nachzugehen. Die Pilgerfahrt ist nicht zuletzt auch eine Zusammenkunft vieler Menschen aus den verschiedensten Teilen der Erde. Die Gelehrten gehen u.a. davon aus, dass ein Ziel (ausser dem Vollzug einer Säule des Islams) der Pilgerfahrt durchaus das Zusammenbringen dieser verschiedenen Menschen ist. Und was bringt Menschen näher als der Handel?

Gruss, Omar Abo-Namous

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hallo Omar,
ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass jeder Handel innerhalb der heiligen Stätten stengstens untersagt sind, oder?
Grüße
Raimund

ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass jeder Handel
innerhalb der heiligen Stätten stengstens untersagt sind,
oder?

Hallo Raimund,

nein, Mekka ist schon immer ein Handelsknoten gewesen, ob vor oder nach dem Islam. Dabei ist Mekka als heilige Stätte tatsächlich ein grosses Gebiet und nicht nur die Moschee. Handel ist erlaubt und wird tatsächlich praktiziert. Ich weiss nicht wie das genau in Medina aussieht, allerdings wird es auch da einen Markt geben.

Anders ist es, wenn es um den Handel innerhalb von Moscheen geht. Dort ist Handel verboten. Ich hoffe der Unterschied ist klar: heilige Stätte ist ganz Mekka, ganz Jerusalem (manche sagen auch ganz Palästina) usw… Dort darf trotzdem gehandelt werden. In den Moscheen darf aber nicht gehandelt werden, u.a. damit die Leute, die ihr Gebet verrichten wollen, nicht gestört werden.

Gruss, Omar Abo-Namous

heilig und verboten
Hallo Omar,

heilige Stätte ist ganz Mekka,

Und deshalb, nehme ich an, darf ich da als
Nicht-Moslima nicht hin.
Sorry, das haette eigentlich unten in den Toleranz-
thread gehoert.

Gruesse
Elke

Hallo Elke,

heilige Stätte ist ganz Mekka,

Und deshalb, nehme ich an, darf ich da als
Nicht-Moslima nicht hin.

Jerusalem ist auch heilig. Trotzdem darfst du auch islamisch gesehen rein. Nein, Mekka hat noch mal eine Sonderstellung.

Gruss, Omar Abo-Namous

Jerusalem ist auch heilig. Trotzdem darfst du auch islamisch
gesehen rein.

quark. ein gewisser ziemlich fetter jude betrat den tempelberg, was als grund gesehen wurde für… na du weißt schon.

ich wußte übrigens gar nicht, daß man nach mekka als nichtmoslem gar nicht reindarf. soviel zum „toleranten islam“.

datafox

Jerusalem ist auch heilig. Trotzdem darfst du auch islamisch
gesehen rein.

quark. ein gewisser ziemlich fetter jude betrat den
tempelberg, was als grund gesehen wurde für… na du weißt
schon.

Ok datafox, jetzt versuchen wir’s mal mit Verstand!
Juden, Christen und andere Menschen haben schon lange in Jerusalem gewohnt, ohne dass ihnen das verwehrt wurde. Der fette Jude kam zum Provozieren und hat es tatsächlich geschafft. Ausserdem kam er bewaffnet (nicht er selber, aber seine Garde)! Ich gehe davon aus, dass das selbst in einer Synagoge zu Aufruhr führen würde.

ich wußte übrigens gar nicht, daß man nach mekka als
nichtmoslem gar nicht reindarf. soviel zum „toleranten islam“.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Im Übrigen gibt es schon verschiedene Meinungen, was das angeht. Die einen vertreten die Meinung, dass Nicht-Muslime Mekka nicht betreten dürfen, andere meinen, dass Christen und Juden davon ausgenommen werden müssen (sie dürfen Mekka betreten, da sie ja eigentlich den selben Gott anbeten), wieder andere meinen, dass jeder Mekka betreten darf, aber dass sich nicht jeder dort ansiedeln darf.

Gruss, Omar Abo-Namous

Hallo Omar,

Im Übrigen gibt es
schon verschiedene Meinungen, was das angeht. Die einen
vertreten die Meinung, dass Nicht-Muslime Mekka nicht betreten
dürfen, andere meinen, dass Christen und Juden davon
ausgenommen werden müssen (sie dürfen Mekka betreten, da sie
ja eigentlich den selben Gott anbeten), wieder andere meinen,
dass jeder Mekka betreten darf, aber dass sich nicht jeder
dort ansiedeln darf.

Klingt alles wahnsinnig tolerant.

Gruesse
Elke

Hallo Data,

ich wußte übrigens gar nicht, daß man nach mekka als
nichtmoslem gar nicht reindarf.

Es fuehrt eine mehrspurige Autobahn von Jeddah nach Makkah.
Ungefaehr 30km davor trennt sie sich fuer Moslems und
Nichtmoslems. Die eine Autobahn fuehrt weiter Richtung
Makkah, die andere fuehrt im grossen Bogen drumherum.
Angeblich kommt einige Kilometer hinter der Gabelung
eine Polizeikontrolle, aber ich kenne niemand, der je soweit
gefahren ist. Nach Madina gibt’s das Gegenstueck dazu.

Als in Makkah vor ein paar Jahren (noch) ein Hotel gebaut wurde
und der Bauherr einen bestimmten deutschen Architekten wollte,
konvertierte der zum Islam. Angeblich lebt er noch immer
in Makkah und verdient recht gut. Wer will seinen Glauben
in Frage stellen? (kein Gewaehr fuer diese Geschichte).

Das Verbot wird aber 100% eingehalten. Wenn die Roentgenan
-lagen in den Krankenhaeusern von Makkah oder Madinah kaputt
sind, werden die lieber wochen- und monatelang stillgelegt,
bis ein moslemischer Techniker gefunden ist, als das man
einen Unglaeubigen die heilige Erde verunreinigen laesst.

Ich wusste aber bis zu Omars Posting nicht, dass dies
im Islam gegruendet ist und vermutete dahinter bislang nur
eine fundamentalistische saudische Spielart.

Gruesse
Elke

Korrektur fuer Madinah
Sorry, wurde klar aufgeklaert:
Madinah ist nicht ueberall fuer Nicht-Moslems
zugaenglich. Die Grenze laeuft anhand einer Strasse.
Auf einer Seite der Strasse gibt es -
ich beziehe mich auf eine Erzaehlung meines Mannes,
der schon dort war - einen Bankautomaten (der steht
schon im verbotenen Bereich, ist aber von der Strasse
aus gut zu sehen). Um den Automaten sitzen immer
Mutawas (=religious police, Sittenwaechter) und warten
nur darauf einen zu erwischen, der da nicht hin darf.

Gruesse
Elke

Juden, Christen und andere Menschen haben schon lange in
Jerusalem gewohnt, ohne dass ihnen das verwehrt wurde.

ja eben. das habe ich ja gemeint. es gibt gewiß ganz besonders üble kandidaten aus den reihen des judentums, aber derartig verbohrt, daß man gleich ALLEN den zugang zur kompletten stadt verweigerte, war man dann doch nicht. (der status jerusalems entspricht dem mekkas.)

datafox

hallo datafox,
so viel ich weiß, hatten die alten Juden das gleiche Gehabe mit ihrem Tempel (als er noch stand).
Ja, es war sogar so, dass Frauen diesen gar nicht betreten durften (das zum Thema Gleichberechtigung in der mosaischen Religion). In den inneren Bereich durften sogar nur Priester.
Was sind wir Christen doch für eine tolerante Religionsgemeinschaft (sich selbst auf die Schulter klopf!):smile:
Grüße
Raimund

so viel ich weiß, hatten die alten Juden das gleiche Gehabe
mit ihrem Tempel (als er noch stand).

U R right.
es geht aber 1. um jetzt und 2. um die heiligste stadt.

datafox