Hallo Mirko,
na ja - das klingt ja dann einigermaßen, als ob das Ganze Hand und Fuß hat. Wobei - mit Gutachterpreise wäre ich dennoch immer vorsichtig - denn erstmal müßtest Du jemanden finden, der auch wirklich den Preis aus dem Gutachten bezahlt. Aber sei es drum.
Und dann - was ist denn mit den laufenden Kosten einen Hauses?
Ist es erschlossen oder kommen da auf Euch im Laufe der Zeit
Erschließungskosten zu (wann hat die Stadt da das letzte Mal
was gebaut? Es kann sein, daß diese Kosten JAHRE nach der
letzten Straßenbaumaßnahme kommen!). Ist es ans Kanalsystem
angeschlossen oder hat es ne Sickergrube? Wenn ja - darf es
die noch lange haben oder verlangt die Stadt in nächste Zeit
Anschluß an die Kanalisation? Das kostet Tausende.
Jup, ist eine Randsiedlung von der Stadt und vor etwa 5-8
Jahren an die Kanalisation mit angeschloßen. Das Haus ist vom
„Grundwohnfläche“ 95m² (Dachschrägen denke ich mal sind nicht
herrausgenommen) und das Grünstück ist 980m³ „groß“.
Erschlossen ist das Grundstück schon, weil links und rechts
vom Grundstück auch Häuser stehen. Das Grundstück ist von 2
Seiten begehbar und somit ist es komplett Bauland. Gas- und
Wasseranschluss wurden auch vor 5 Jahren neu gemacht!
Vorsicht - Erschließungskosten können von der Stadt berechnet werden, wenn die Erschließungsmaßnahme in dem Gebiet komplett beendet ist. Als Beispiel: Meine Eltern haben 1980 ein Reihenhaus gekauft, da war vorher ein großes Stück unbebautes Land - daraus enstand eine Siedlung, die quasi zwei Stadtteile miteinander verband.
2003 wurde dann die letzte Straße in dieser Siedlung fertiggestellt und dann flatterte den Eigentümern in dieser Siedlung eine Rechnung der Stadt über Erschließungskosten ins Haus. Bei einem Haus etwa 12.0000 €.
(in dem Fall gabs zwar - zum Bedauern der Stadt - die Konstellation, daß die Stadt die Kosten schon 1980 vorab kassiert hatte - bei einem Hauspreis von seinerzeit 240.000 DM immerhin 20.000 DM! und das in Vergessenheit geraten war - auch bei vielen Hausbesitzern, weils im Kaufpreis mit drin steckte - und die Stadt im Nachhinein - als das rauskam - alles Rechnungen wieder zurücknehmen mußte). Aber grundsätzlich ist es möglich, daß die Erschließungskosten jahrzehnte nach Bau abgerechnet werden. Also Vorsicht - und genau erkundigen bei der Stadt!!!
Ist Euch klar, daß jedes Jahr außer den Raten auch noch Kosten
anfallen, die bei ner Mietwohnung im Begriff „Nebenkosten“
stecken - und zusätzlich etwa ein Drittel mehr, die nämlich
ein Vermieter dem Mieter nicht berechnen darf.
Ja sind uns im klaren, deswegen gehen wir von den 300€ Rate
aus und kommen mit nochmals 250€ Nebenkosten für das Haus gut
hin.
Versucht trotzdem, nicht 1 % zu tilgen, sondern vielleicht 2 %. Oder vereinbart (das ist problemlos möglich), daß Ihr einmal im Jahr eine Sonderzahlung leisten könnt. Üblicherweise erlaubt die Bank bis zu 5 % der Kreditsumme. Vielleicht gibts doch mal ein üppiges Weihnachtsgeld oder ne unerwartete Erbschaft oder der Lottogewinn - dann zahlt das ein! Klappt es gar nicht, müßt ihr das nicht zahlen.
Hat das Haus einen Energiepaß? Ist heutzutage Vorschrift beim
Verkauf. Und wie sieht der Wert aus? Heizt ihr jedes Jahr das,
was das Haus billig ist auch zum Fenster raus? Öl und auch
Holz sind teuer inzwischen!
Nein, Energiepaß nicht vorhanden! Fenster sind 1995 neu
reingekommen und Heizung auch in etwa dieser Zeit.
Laßt einen erstellen. Das kostet nicht die Welt und müßte eigentlich der derzeitige Eigentümer machen.
Ab 01.01.2009 ist der Energiepass auch für Wohnimmobilien Pflicht, die nach 1965 errichtet wurden.
Ab 01.07.2009 muss auch für Nicht-Wohngebäude ein solcher Energiepass vorliegen
Ein Verbrauchsabhängiger Energiepaß kann sogar online erstellt werden - bzw. man kann unverbindlich sogar die Werte abchecken.
Einfach mal nach Energiepaß online googlen.
Wie sieht das Dach aus? Eine neue Dachdeckung kostet gerne mal
20.000 €!
Jup, das Dach müsste dann in ungefähr 10 Jahren gedeckt
werden. Dachdecker ist vorhanden
dieser würde mir
tatkräftig mit unter die Arme greifen.
Die Rate sieht im Moment akzeptabel aus - aber wie Du sagst -
von den 50.000 € sind nach Ablauf von 10 Jahren gerade mal
5.000 € bezahlt. Und ob man in 10 Jahren nochmal nen Kredit
für den derzeit sehr günstigen Zinssatz bekommt, ist mehr als
fraglich.
Von den 65.000€ meinste bestimmt
. Ja leider, so würde es
dann aussehen
aber in 10 Jahren möchte ich mehr abzahlen
wollen.
Und dabei bekommt ihr gar nicht, was möglich wäre - weil ihr
eben so hoch beleihen müßt - da packt die Bank ganz schnell
einen Sicherheitsaufschlag drauf.
Also bei der letzten Anfrage bei der „netten Frau von der
Bank“ sagte Sie „65.000€ sind bei uns kein Problem. Von den
65T gehen fast 700€ Gebühr ab und dann 5-6% Grundbuch,
Erwerbssteuer ect.“
Wofür Gebühren? Normalerweise kostet die Darlehensgewährung keine Gebühren! Die Bank verdient am Zins. Es gibt Banken, die Gebühren verlangen - und andere nicht. Recherchiert! Die Hausbank ist selten die günstigste - und 1 % Zinsunterschied könntet ihr besser als Abzahlung nutzen - das kostet Euch über die Jahre ein Vermögen, das Ihr nicht habt.
Oder das kling nach einer 1 % Abschlußgebühr für einen Bausparvertrag?!
Wieviele Banken habt Ihr abgeklappert? Laßt Euch Angebote machen von anderen - sind andere günstiger, ist oft die Hausbank auch erstaunlicherweise in der Lage, bessere Konditionen zu geben.
Geh mal auf Hypothekenvergleich im Internet und klappere die Institute ab, die da möglicherweise bessere Konditionen bieten. Geht ja online heutzutage. da kannst Du zudem gut sehen, wie sich der Zinssatz schnell unterscheidet bei "Beleihungsgrenze 60 %, 80 % und 100 %. Ist lehrreich! Denn das ist Geld, daß besser zum Tilgen genutzt würde.
Wobei sich die Frage stellt: Könnt Ihr in der Familie vielleicht ein Privatdarlehen bekommen, das Eure Eigenkapitalquote hebt, so daß Ihr einen bessere Beleihungsgrenze erreicht und weniger Zinsen zahlen müßt? Ich find anpumpen zwar nicht so gut, aber möglicherweise wären Eure Elternpaare bereit, da ein bißchen „private Förderanstalt“ zu spielen. 5.000 € von jeder Seite wären ja schon ein netter Brocken, der Euch in eine andere Liga katapultieren würde. Da wärt Ihr schon in der 20 % Eigenkapitalgruppe…
Das wundert mich eben auch „?“, dachte immer man bräuchte eben
Eigenkapital. Und als wir gerade bei Bank X ankommen und diese
sagt, dass das Eigenkapital mit meiner Eigenleistung
verrechnet würde waren die AUgen bei uns größer geworden 
Tja - „Muskelhypothek“ zählt schon, und wenn Ihr alles gelernte Handwerker seid, könnt Ihr den Aufwand ja auch realistisch einschätzen, nicht wie mancher Hobbyhandwerker, der sich gnadenlos verschätzt.
Danke, ich werde mich auch zu über 100% reinhängen und lesen
um alles zu verstehen. Du hast mir schon echt erst mal in der
Hinsicht mir geholfen
Danke nochmals…
DAS ist das wichtigste - Du gehst ja schonmal den richtigen Weg und versuchst Dich zu informieren.
Ich will Dir um himmelswillen auch nichts ausreden - ich hab selbst meine erste Wohnung in etwa Deinem Alter gekauft, allein - und die Hypothek von damals 40.000 DM hat mich nächtelang nicht schlafen lassen - die Gedanken rotierten: Schaff ich das…
Ich hab viel gelernt mittlerweile - und das wichtigste ist: DU darfst nicht glauben, daß in IRGENDEINER Bank jemand Euer Bestes im Sinn hat. Deren Interesse ist ein Geschäft, bei dem die Bank das bessere Geschäft macht als Du.
Und nur durch eigene Information kannst Du die Karten für Dich ein bißchen besser gestalten. Nur eigenes Wissen, eigenes Rechnen…
Viel Erfolg