Kreditaufkäufer legal?

Hallo zusammen,

es wurde in den Medien oft etwas über Kreditaufkäufer gebracht.
Leute die Immobilienbesitz haben wurden von der Hausbank ihr Kredit an einen Kreditaufkäufer verkauft. Anschließend wurden die Kreditnehmer gepfändet, weil sie die überteuerten Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten.

Ist Das legal?

Hallo,

eine Quelle dieser Info wäre ganz nett.

Da gibt es also einen Kreditvertrag zwischen dem Immokäufer und der Bank. Darin wird festgeschrieben, dass die Bank Geld zur Verfügung stellt und anschließend der Käufer dieses Geld zu bestimmten Konditionen an die Bank zurückzahlt. An diesen Vertrag haben sich sowohl Bank als auch Kreditnehmer zu halten. In der Regel sind Ausgleichszahlungen („Vertragsstrafen“) im Vertrag enthalten, wenn z.B. der Kreditnehmer den Kredit frühzeitig tilgen will (als Ausgleich für die Bank für die entgangenen Zinsen).
Es würde wohl auch dem Ruf und dem Kreditgeschäft der Bank unglaublich gut tun, wenn sie die von dir beschriebenen Dinge durchführen würde. Wer würde dort sein Haus finanzieren lassen, wenn die Bank den Kunden übers Ohr hauen will.

Etwas anderes sind Umschuldungsversuche nach dem Motto „20000 Barkredit ohne Sicherheiten und Bürgen direkt ausbezahlt.“

Gruß, Niels

Die Quelle ist:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/985/44…

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Hallo,

Leute die Immobilienbesitz haben wurden von der Hausbank ihr
Kredit an einen Kreditaufkäufer verkauft. Anschließend wurden
die Kreditnehmer gepfändet, weil sie die überteuerten Kredite
nicht mehr zurückzahlen konnten.

die Abtretung einer Forderung ist ohne Zustimmung des Gläubigers möglich, die Änderung der Konditionen bestehender Verträge nicht.

Gruß,
Christian

Kredit an einen Kreditaufkäufer verkauft. Anschließend wurden
die Kreditnehmer gepfändet, weil sie die überteuerten Kredite
nicht mehr zurückzahlen konnten.

Kurz nachgefragt: Wie kommst Du darauf, daß die Kredite überteuert waren bzw. sind?

Interessiert,

Christian

Also ich hab mir den Artikel den du als Quelle angegeben hast mal durchgelesen …

Entscheidend ist hier das es sich um N O T L E I D E N D E Darlehen handelt, auf gut deutsch das der Kreditnehmer nicht mehr zahlt !!!

Die Banken wollen aber die ganze Arbeit mit dem „Eintreiben“ der Schuld nicht mehr haben und verkaufen daher an die dort genannte Firma, die das dann souverän erledigt.

1.Was soll da jetzt illegal sein ???
2. Wieso überteuerte Kredite ??? Diejenigen haben doch die ursprünglichen Verträge unterzeichnet, in denen auch drin steht, was passiert wenn man nicht mehr zahlt ???
3. Híer gehts nicht um Fritz Müller mit seinen 20.000 EUR Renovierungsdarlehen, sondern eher um Immo-Groß-Kredite… die gehen dann in die Millionen…

Hoffe das beantwortet deine Frage ausreichend.
Gruß
Uli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

also gehts wohl um den Spiegel-Artikel und die Frage des Verstoßes gegen ein Bankgeheimnis.

Sachverhalt (für alle anderen, die den Spiegel gestern nicht gelesen haben): X hat ein Darlehen mit Konditionsbindung bis Datum xx.xx.xxxx. Das Darlehen als solches ist nicht notleidend oder sonst was, lediglich der Schuldner hat keine gute Bonität. Also will der Kreditgeber den Schuldner möglichst loswerden um sein eigenes Rating zu verbessern. Also verkauft Bank die Forderungen gegen X zum Preis von Nennbetrag - Abschlag an Z. Z wartet nun bis die Bindungsfrist des alten Darlehens abläuft. Wenn nun der X es verpennt hat sich um schnelle Anschlussfinanzierung zu kümmern, weil er dachte, die gute X wird ihm schon ein Angebot machen, sitzt er nun vor dem Problem. Die Z wird ihm die Weiterführung des Darlehens nur gegen überhöhte Konditionen anbieten, weil sie ja auch was verdienen will. X mit schlechter Bonität muss nun einschlagen, weil er keine andere Bank findet. Also wird X nun wie eine Zitrone ausgequetscht. Da mit der Forderung auch die Sicherungen (Grundschuld zumeist) übergegangen ist, wird also Z die Daumenschraube (Zins) solange andrehen, bis X nicht mehr kann. Dann gehen seine Sicherheiten (das Eigenheim) in Versteigerung. Z hat damit in kürzester Zeit einen guten Gewinn gemacht, weil er das Darlehen mit Abschlag gekauft hat und auch noch gute Zinsen abkassiert hat. Wenn es dann ganz gemein ist, hat er beim Zwangsversteigerungstermin das Sicherungsobjekt auch noch durch eine Tochtergesellschaft auf den Bahamas für Apfel&Ei (geringstes Gebot) kaufen lassen. Diese kann dann das Objekt auch noch bei guter Marktlage und nach zuwarten vielleicht mit Gewinn verkaufen.

Das Perfide: der kleine Kreditnehmer X hat immer seine Schulden bedient. Nur weil er ggf. Arbeitslos wurde und schlechte Bonität hatte und auf seine alte Hausbank vertraut hat, ist er im Eimer.

Frage: Hat die Bank gegen das Bankgeheimnis verstoßen, weil sie das Darlehen gegen X an die Z verkaufte ohne im es vorher zu sagen? Sinn macht das ganze ja nur, wenn der X möglichst spät vor Bindungsende vom Geschäft Kenntnis erlangt.

Diese Frage wird uneinheitlich beantwortet. Fakt ist, auch wenn Bank gegen das Geheimnis verstoßen haben soll, bekommt X davon sein Haus nicht mehr.

Ergo: Als Kreditnehmer sollte man nie seine Kredite sicher wägen. Nie vor Ablauf von Bindungsfristen darauf setzen, die gute alte Hausbank wird schon ein Angebot machen. Immer in die Offensive gehen und bei der Bank oder anderen Banken rechtzeitig um Anschlussfinanzierung bemühen.

Mfg vom

showbee

  1. Híer gehts nicht um Fritz Müller mit seinen 20.000 EUR
    Renovierungsdarlehen, sondern eher um Immo-Groß-Kredite… die
    gehen dann in die Millionen…

Das stimmt nicht ganz. Es sind eine ganze Reihe Fritz-Müller-Eigenheim Kredite verkauft worden. Im Bereich der Hypothekenbanken hat es in den letzen zwei Jahren einige Veränderungen gegeben (Namen will ich hier aus naheliegenden Gründen nicht nennen) und dabei sind ganze Portfolios verkauft worden. Im WDR gab es dazu kürzlich einen Bericht, der darstellte, das auch brave Kreditnehmer in Schwierigkeiten kamen, bis hin zur Zwangsversteigerung.

Die Kreditaufkäufer waren und sind professionell genug, um das ganze völlig legal abzuwickeln. Mißlich ist es trotzdem, Heuschrecken-Kapitalismus eben.

Hallo,

also gehts wohl um den Spiegel-Artikel und die Frage des
Verstoßes gegen ein Bankgeheimnis.

nein, es geht um den weiter unten verlinkten SZ-Artikel.

notleidend oder sonst was, lediglich der Schuldner hat keine
gute Bonität. Also will der Kreditgeber den Schuldner
möglichst loswerden um sein eigenes Rating zu verbessern.

Es geht immer nur um notleidende Kredite, bei denen also die Bank die Einbringlichkeit mehr oder weniger stark gefährdet sieht. Anderfalls ergäbe der Verkauf keinen Sinn, weil sich die Abschläge im Bereich von 10-90% bewegen. Da ein einzelner Kredit nur eine nicht meßbare Wirkung auf das Rating des Kreditgebers hat, ein Verkauf unter par bzw. eine Abschreibung jedoch immer eine real meßbare Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung, überlegt man sich den Verkauf sehr gründlich.

Hinzu kommt, daß ein notleidender Kredit durch die aufwendige Betreuung meist sehr hohe Kosten verursacht. Auch das kann dazu führen, daß man sich irgendwann dazu entscheidet, einen Kredit zu verkaufen.

Frage: Hat die Bank gegen das Bankgeheimnis verstoßen, weil
sie das Darlehen gegen X an die Z verkaufte ohne im es vorher
zu sagen? Sinn macht das ganze ja nur, wenn der X möglichst
spät vor Bindungsende vom Geschäft Kenntnis erlangt.

Gegen das Bankgeheimnis kann man nur verstoßen, wenn man Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers preisgibt. Aus diesem Grund werden Kredite gerne als Gesamtportfolio verkauft, das vorher als ganzes (!) bewertet wird. Eine Weitergabe von Informationen zu einzelnen Kreditnehmern findet dann gar nicht statt.

Außerdem werden Formulierungen in Kreditverträgen immer mehr zum Standard, die es dem Kreditgeber erlauben, Informationen zum Zweck des späteren Verkaufs weiterzugeben. Da käme es dann auf den Einzelfall bzw. auf das Vorhandensein einer solchen Klausel an.

Unternehmen, die sich das erlauben können, streichen eine solche Klausel inzwischen übrigens auch ganz gerne mal, was in der Praxis dazuführen kann, daß dann tatsächlich ein Verstoß gegen das Bankgeheimnis vorliegt, weil die verkaufende Abteilung gar nichts von der Streichung wußte. Aber wie gesagt: Da kommt es auf den Einzelfall an.

Gruß,
Christian

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Hi,

nein, es geht um den weiter unten verlinkten SZ-Artikel.

Na, wer hat da von wem abgeschrieben. SZ vom Spiegel? Jedenfalls geht es um das selbe Problem an anderem Beispiel.

Es geht immer nur um notleidende Kredite, bei denen also die
Bank die Einbringlichkeit mehr oder weniger stark gefährdet
sieht. Anderfalls ergäbe der Verkauf keinen Sinn, weil sich
die Abschläge im Bereich von 10-90% bewegen. Da ein einzelner
Kredit nur eine nicht meßbare Wirkung auf das Rating des
Kreditgebers hat, ein Verkauf unter par bzw. eine Abschreibung
jedoch immer eine real meßbare Auswirkung auf die Gewinn- und
Verlustrechnung, überlegt man sich den Verkauf sehr gründlich.

Ja, es geht vielleicht um einen „Schlag“ von Krediten, aber das sind mitunter auch Einfamilienhauskredite bzw. Kleinunternehmerkredite. Gerade die Privatbanken wollten diese im Osten loswerden, aus Angst vor Basel2. Ich kenn es persönlich, was bspw. eine bajuwarische Großbank die nun Pasta ißt für Druck ausgeübt hat. Es ging um Kredite in der Bandbreite von 500.000DM bis 2.000.000DM aus den 90ern mit 10Jahreslaufzeit an KMU. Die Annuitäten haben die KMU aus dem Unternehmen gepresst. Das Risiko für die Bank war hoch, aber der hohe Zins aus Anfang der 90er war „Entschädigung“. In der Phase der niedrigen Zinsen hätte das Risiko/Ertragsverhältnis nicht mehr gestimmt. Also wollte man die Kredite loswerden. Vor 5 Jahren hat man die Kredite vielleicht noch nicht an Lonestar verkauft, aber Druck auf den KMU wurde aufgebaut.

Hinzu kommt, daß ein notleidender Kredit durch die aufwendige
Betreuung meist sehr hohe Kosten verursacht. Auch das kann
dazu führen, daß man sich irgendwann dazu entscheidet, einen
Kredit zu verkaufen.

Gegen das Bankgeheimnis kann man nur verstoßen, wenn man
Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Kreditnehmers preisgibt. Aus diesem Grund werden Kredite gerne
als Gesamtportfolio verkauft, das vorher als ganzes (!)
bewertet wird. Eine Weitergabe von Informationen zu einzelnen
Kreditnehmern findet dann gar nicht statt.

Wenn du sagst, nur Notleider werden verkauft, dann kann man sich schon vortrefflich streiten, ob man nicht schon verraten (im Sinne des Bankgeheimnisses) ist, wenn man in das Portfolio mit Rating „poor“ gesteckt wird.

Wie gesagt, in der Rechtswissenschaft gerade ein Thema. Aber am Ergebnis wird es nicht viel ändern, weil der gelackmeierte KMU (oder Privatier) selbst von der Verstoßfeststellung nichts mehr hat. Sein Haus oder seine Firma sind weg. Da wohl kaum ein KMU viel Chancen hat Klauseln im Vertrag mit der Bank zu ändern bzw. er vor 7 Jahren nicht dran gedacht hat, bleibt nur: vor Zinsbindungsfristende sich um Anschlußfinanzierung zu kümmern.

Mfg vom

showbee

Guten morgen,

nein, es geht um den weiter unten verlinkten SZ-Artikel.

Na, wer hat da von wem abgeschrieben. SZ vom Spiegel?
Jedenfalls geht es um das selbe Problem an anderem Beispiel.

das finde ich aber nicht. Im einen Fall, so er denn in der Form stimmt, geht es darum, daß der Kreditkäufer bewußt versucht, die Kreditnehmer über den Tisch zu ziehen. Im anderen Fall ist es mehr der Verkäufer der Forderungen, der über den Tisch gezogen wird, weil er weder den richtigen Wert seiner Kredite kennt, noch weiß, wie er richtig mit Problemkrediten umzugehen kann.

die Abschläge im Bereich von 10-90% bewegen. Da ein einzelner
Kredit nur eine nicht meßbare Wirkung auf das Rating des
Kreditgebers hat, ein Verkauf unter par bzw. eine Abschreibung
jedoch immer eine real meßbare Auswirkung auf die Gewinn- und
Verlustrechnung, überlegt man sich den Verkauf sehr gründlich.

Ja, es geht vielleicht um einen „Schlag“ von Krediten, aber
das sind mitunter auch Einfamilienhauskredite bzw.
Kleinunternehmerkredite. Gerade die Privatbanken wollten diese
im Osten loswerden, aus Angst vor Basel2.

Nur, daß Immobilienfinanzierungen von Basel II im Vergleich zu heute bei der Eigenkapitalunterlegung begünstigt werden. Allein mit diesem Absatz zeigt sich schon, daß das es hier um ein breites Spektrum komplizierter Einzelthemen geht, so daß es kaum sinnvoll ist, daß alles auf einen Rutsch abzuarbeiten.

Ich kenn es
persönlich, was bspw. eine bajuwarische Großbank die nun Pasta
ißt für Druck ausgeübt hat. Es ging um Kredite in der
Bandbreite von 500.000DM bis 2.000.000DM aus den 90ern mit
10Jahreslaufzeit an KMU. Die Annuitäten haben die KMU aus dem
Unternehmen gepresst.

Die Annuitäten haben die Klein- und mittelständischen Unternehmen aus dem Unternehmen gepreßt? Ich fürchte, das verstehe ich nicht.

Das Risiko für die Bank war hoch, aber
der hohe Zins aus Anfang der 90er war „Entschädigung“. In der
Phase der niedrigen Zinsen hätte das Risiko/Ertragsverhältnis
nicht mehr gestimmt.

Dabei übersiehst Du, daß der Bank der Bruttozinssatz, den der Kunde zahlt, überhaupt nicht interessiert. Entscheidend ist die Marge und die bleibt grundsätzlich gleich, egal wie hoch der Marktzinssatz ist. Allerdings kann man bei niedrigen Marktsätzen höhere Margen besser verstecken, insofern verdienen die Banken zumindest nicht weniger, wenn die Zinssätze niedrig sind.

Also wollte man die Kredite loswerden.

Kann wohl sein, aber die Ursache muß (s.o.) eine andere gewesen sein.

Gegen das Bankgeheimnis kann man nur verstoßen, wenn man
Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Kreditnehmers preisgibt. Aus diesem Grund werden Kredite gerne
als Gesamtportfolio verkauft, das vorher als ganzes (!)
bewertet wird. Eine Weitergabe von Informationen zu einzelnen
Kreditnehmern findet dann gar nicht statt.

Wenn du sagst, nur Notleider werden verkauft, dann kann man
sich schon vortrefflich streiten, ob man nicht schon verraten
(im Sinne des Bankgeheimnisses) ist, wenn man in das Portfolio
mit Rating „poor“ gesteckt wird.

Es gibt verschiedene Kriterien, nach denen man ein Portfolio zusammenstricken kann: nach Qualität der Kredite, nach Kundenart, nach Branche, nach Volumen usw. usf. Der Umstand, daß man zu einem Portfolio gehört, sagt gar nichts aus. Ein Kredit könnte ja auch noch dazugepackt worden, um das Rating des Portfolios zu verbessern.

Gruß,
Christian