Kreditsumme stimmt nicht mit Saldo überein

Guten Abend an alle, die sich mit Kreditverträgen auskennen.

Wenn jemand einen Ratenkreditvertrag über z.B. 10 000€ abgeschlossen hätte, dann ergäbe das mit Bearbeitungspauschale und Zinsen eine Schuld von vierzehntausend-ungerade Euro.

Angenommen, es gäbe ein das Girokonto von dem die fälligen Raten abgebucht würden, gäbe es natürlich auch Kontoauszüge davon. In diesen gäbe es eine Aufschlüsselung wieviel der Rate Zinszahlung ist und wieviel Abtragung. Wenn daneben auch noch ein Betrag auftauchte, der „Saldo“ genannt würde, dann müsste dies doch die Summe sein, die er noch zu zahlen hätte? Oder nicht??

Wahrscheinlicher wäre es wohl, dass der phantasierte user wiedermal irgendwas nicht richtig verstünde.
Wenn angenommen würde, dass er erst drei Raten von einer Kleinigkeit über 200€ bezahlt hätte, dieser genannte Saldo aber unter 10 000 € läge, dann wären so um die 4000€ irgendwie „verschwunden“.

Welchen Punkt hätte der unwissende user nicht bedacht, bzw. falsch verstanden?

Für Antworten dankbar, grüßt
Renate

Hi

Wahrscheinlicher wäre es wohl, dass der phantasierte user
wiedermal irgendwas nicht richtig verstünde.
Wenn angenommen würde, dass er erst drei Raten von einer
Kleinigkeit über 200€ bezahlt hätte, dieser genannte Saldo
aber unter 10 000 € läge, dann wären so um die 4000€ irgendwie
„verschwunden“.

Nein, die wären nicht verschwunden, die kommen erst im Laufe der Zeit dazu. Die Zinsen werden ja nicht gleich am Anfang verrechnet, sondern während der Laufzeit vom ausstehenden Saldo.
Aber die Bank kann natürlich errechnen und angeben, was für den Ratenkredit unter den Bedingungen bei Abschluß an Gesamtrückzahlung zusammenkommt. In Deinem Beispiel am Ende der Laufzeit eben 14.000 EUR für einen Kredit in der Höhe von 10.000 EUR.

Gruß
Edith

Hallo Edith,

vielen Dank für deine Antwort. Nachdem ich in diesem Brett ein paar andere Artikel gelesen habe, spare ich mir in der „Angenommen-Form“ zu schreiben. Ich will ja auch keine Beratung, ich möchte nur verstehen was „Saldo“ bedeutet.

  1. Es ist die Summe, die ich noch zurückzahlen muss. Dann wären 46** Euro „verschwunden“. Dass dies nicht der Fall ist, hast du mir schon erklärt. Darüber hinaus ist es auch äußerst unwahrscheinlich, da der Kredit nicht bei einer Bank besteht mit Sitz in Wolkenkuckucksheim.

  2. Es ist die Summe, die ich von dem ausgezahlten Kreditbetrag noch zurückzahlen muss. Das wiederum kann auch nicht stimmen, dafür wäre sie um genau 300€ zu niedrig. Nun beträgt der Posten „Bearbeitungsgebühr“ im Kreditvertrag genau 300€. Das würde heißen, dass „Saldo“ bedeutet: Ausgezahlter Betrag plus Bearbeitungsgebühr, minus bisher gezahlte Abtragung.

Nein, die wären nicht verschwunden, die kommen erst im Laufe
der Zeit dazu. Die Zinsen werden ja nicht gleich am Anfang
verrechnet, sondern während der Laufzeit vom ausstehenden
Saldo.

Wenn ich den Kreditvertrag richtig lese und verstehe, dann ist es eben doch so, dass die Zinsen gleich am Anfang zu dem ausgezahlten Betrag dazu gerechnet werden. Die Posten „Netto-Kreditbetrag“ „Bearbeitungsgebühr“ und „Zinsen“ ergeben etwas, das „Gesamtbetrag“ genannt wird. Der ist dann aber, nach deinen Erklärungen, eben nicht mit dem „Saldo“, der in den Kontoauszügen genannt wird, identisch.

Habe ich das jetzt richtig verstanden?
Danke für die Nachhilfe in Sachen „Saldo“

von Renate

PS
Grundsätzlich: Ich will hier nicht darauf hinaus, dass da rechtlich irgendwas nicht stimmt. Ich möchte es nur einfach verstehen.

Jetzt versuch ich mal mein Glück:
Unter der Annahme, ich wäre Banker und hätte ein Herz für meine Kunden.
Weiter angenommen, es würde ein solcher kommen und 10.000€ Kredit benötigen, die ich ihm natürlich gern geben würde, da ich auch gern etwas verdienen möchte. Da ich als herzensguter Mensch nun meinen Kunden etwas Gutes tun möchte, würde ich ihm ausrechnen, was er im Laufe der Zeit alles bezahlen muss. In diesem Falle wären es also etwas über 14.000€. Finde ich persönlich auch schöner als diese nutzlose Unsitte mit dem Effektivzins.
Nun nehmen wir mal an, der Kunde bekommt seine 10.000€ aufs Konto gutgeschrieben und leistet seine vereinbaretn Zahlungen. Diese bestehen aus einem Zins- und einem Tilgungsteil. Die zusammengerechneten Zinsen und Gebühren beziehen sich jedoch auf den Tilgungsbetrag, der vereinbart wurde. Kommt mein Kunde nun auf die Idee, diese Tilgung zu erhöhen, würde dadurch natürlich die Restschuld stärker als geplant sinken und damit wären die Zinsen der gesamten Laufzeit zu hoch. Umgekehrt natürlich zu niedrig.
Auch würden meine Kunden ziemlich verdutzt reagieren, wenn ich die Zinsen der gesamten Laufzeit auf den Nominalbetrag geschlagen werden würden, da in diesem Falle die Zinsen auch wieder steigen würden.
Ziemlich lästig, glaube ich.
Der Saldo ist also der Betrag, der noch offen ist. Irgendwo in den Kreditunterlagen solltest du also sehen, was für Gebühren bei vorzeitiger Auflösung anfallen. Diese würden dann mit oben draufgeschlagen werden.
Viel Spaß mit dem Saldo. Oder wars der Salto?

Hallo Dirk,

vielen Dank für die Mühe, die du dir mit deiner Antwort gemacht hast. Leider ist es mir offensichtlich nicht möglich mich bei meinen Fragen verständlich zu machen.

Herzlichen Gruß
Renate