Kreischen, muss das sein ?

Hallo

meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt.
Sie ist wohl ansonsten ein ganz normales kleines Mädchen. Nun, die Zähne lassen noch auf sich warten, Krabbeln tut sie rückwärts lieber als vorwärts …, was halt für kleine Menschen in dem Alter so normal ist.
Aber leider hat es sie sich angewöhnt, gerne und oft laut und mit höchsten Tönen zu schreien. Ich meine nicht das Weinen, wenn sie z.B. Bauchschmerzen hat, sondern einzelne Laute, zwischen denen sie wieder lustig umher grinst. Und das ohne, dass wichtige Gründe dafür vorliegen. Meistens weil ihr grade kurz langweilig ist, oder einfach, um sich selbst in ihrer Umwelt kennenzulernen.
Das Problem dabei ist, das ich diese Laute nun überhaupt nicht vetrage. Ich vermute, dass in mir die Gene aus der Urzeit, bei denen Schreie eine Gefahr signalisierten und sofort zum Handeln zwangen, zu sehr aktiv sind.
Gibt es nicht Möglichkeiten, auch einem 9 Monate alten Kind schon anzuerziehen, etwas nicht zu tun ???
Ich bin für Tipps echt dankbar!

Gruß
armstein

Hi,

hier gibt es nur eines: ertrage es, bzw. lerne damit umzugehen.
Du kannst es ein wenig reduzieren, indem Du sie in diesen Momenten nicht beachtest (auch schimpfen o.ä. ist Beachtung und prägt sich dem Kind ein). Wenn sie merkt, daß sie damit keinerlei Aufmerksamkeit erhaschen kann, wird sie es nicht mit diesem Ziel tun.
Aber sie wird es sicher nicht sein lassen. Du hast die Gründe für das Verhalten schon sehr richtig erkannt und ein Kind in dem Alter kann schlicht nicht verstehen, daß sein Verhalten für andere nervig sein kann. Die Fähigkeit, die Folgen des eigenen Verhaltens für andere zu erfassen, muß sich erst noch entwickeln.
Aber halte durch: das „sinnlose“ Schreien wird immer weniger werden. Dafür entdeckt das Kind, das sie noch ganz andere Geräusche erzeugen kann. Und irgendwann geht es dann mit dem singen los. Unser Großer (im Sommer 4) unterhält täglich die gesamte Nachbarschaft (im Garten, auf dem Kloo oder wenn ihm sonst danach ist). Und Kinder können meist nur laut oder gar nicht. Leise rufen oder singen geht schlicht nicht… :wink:)

Gruß Stefan

meine Tochter ist jetzt 9 Monate alt.
Sie ist wohl ansonsten ein ganz normales kleines Mädchen. Nun,
die Zähne lassen noch auf sich warten, Krabbeln tut sie
rückwärts lieber als vorwärts …, was halt für kleine
Menschen in dem Alter so normal ist.
Aber leider hat es sie sich angewöhnt, gerne und oft laut und
mit höchsten Tönen zu schreien. Ich meine nicht das Weinen,
wenn sie z.B. Bauchschmerzen hat, sondern einzelne Laute,
zwischen denen sie wieder lustig umher grinst. Und das ohne,
dass wichtige Gründe dafür vorliegen. Meistens weil ihr grade
kurz langweilig ist, oder einfach, um sich selbst in ihrer
Umwelt kennenzulernen.
Das Problem dabei ist, das ich diese Laute nun überhaupt nicht
vetrage. Ich vermute, dass in mir die Gene aus der Urzeit, bei
denen Schreie eine Gefahr signalisierten und sofort zum
Handeln zwangen, zu sehr aktiv sind.
Gibt es nicht Möglichkeiten, auch einem 9 Monate alten Kind
schon anzuerziehen, etwas nicht zu tun ???
Ich bin für Tipps echt dankbar!

Gruß
armstein

Hallo,
wie soll dein Kind sich sonst „unterhalten“ und „verständigen“?
Dein Kind lernt gerade Sprechen und das ist wichtig.
Wenn es dir zu laut ist, einfach nicht darauf reagieren, dann wird es merken, das es garnicht so spannend für euch ist und wird anderes auszuprobieren, um eure Aufmerksamkeit zuergattern.
Aber schimpft nicht !!! Geh dann lieber mal an die frische Luft und geniesse draussen die Ruhe, denn einen genervten Papa will kein Kind haben!!!

MAnu

Hallo Armstein

Das Problem dabei ist, das ich diese Laute nun überhaupt nicht
vetrage. Ich vermute, dass in mir die Gene aus der Urzeit, bei
denen Schreie eine Gefahr signalisierten und sofort zum
Handeln zwangen, zu sehr aktiv sind.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du es deswegen nicht ertragen kannst, weil du selbst nie solche Laute ausstossen durftest, ist im Zweifel wesentlich größer.

Helfen würde es wirklich, wenn du es dir selbst auch mal erlauben würdest, in der gleichen Art zu kreischen. Versuch es mal! Vielleicht habt ihr irgendwo einen einigermassen schallgedämpften Raum, damit sich die Nachbarn nicht wundern? Und da versuch mal, mit deiner Tochter gemeinsam herumzukreischen.

Das ist erstmal peinlich, auch wenn kein Mensch zuhört. Aber denk dran, das ist nur deine eigene innere Instanz, die sowas verbietet. Dein Tochter findet das völlig ok.

Gibt es nicht Möglichkeiten, auch einem 9 Monate alten Kind
schon anzuerziehen, etwas nicht zu tun ???

Dazu hast du ja schon 2 Antworten.

Viele Grüße Thea

Hallo armstein

Aber leider hat es sie sich angewöhnt, gerne und oft laut und
mit höchsten Tönen zu schreien.

Meistens weil ihr grade kurz langweilig ist,

Ja, ihr ist kurz langweilig, weil sie
Euch reproduzierbar mit gerade dieser Frequenz
dazu bringt, in ihrem Gesichtskreis zu erscheinen.

In ihrem kleinen Leben dürfte das damit die
bisher „erfolgreichste“ Ton-Frequenz sein, die
sie hervorgebracht hat.

Wenn sie diese nicht nutzen würde, so lange
sie funktioniert, ware sie ja ziemlich doof.

Und das willst Du ja auch nicht :wink:

Das Problem: wenn Du auf einmal gar nicht mehr
reagierst, dann stimmt etwas in ihrer kleinen
Welt nicht mehr. Das macht ihr dann Angst.

Grüße

CMБ

Hallo,

Kinder haben immer mal wieder Phasen, in denen sie etwas, was uns missfällt, nervt oder sonstwie unliebsam ist, ganz toll finden. Sorry, da musste einfach durch, so was geht manchmal schneller vorbei als man denkt… Tipps zur Reduzierung hast du ja schon genügend bekommen.

Mitliediger Gruß

HariBoo

Ich vermute, dass in mir die Gene aus der Urzeit, bei
denen Schreie eine Gefahr signalisierten und sofort zum
Handeln zwangen, zu sehr aktiv sind.

Ich vermute, dass Du zuviel Alkohol trinkst! :wink:

Gruß
Mathias

Hi,
meine Tochter hat das auch eine Weile gemacht. Nach einer Weile hab ich dann mitgekrischen. Hat meine Spannung ein wenig abgebaut, ihr hats riesig Spaß gemacht, dass wir ein neues gemeinsames Spiel hatten. Zwischenzeitlich wurde sie dann zwar noch etwas lauter, um mich zu übertönen, aber nach ein paar Wochen war es dann komplett vorbei. Von einigen Freunden habe ich auch gehört, dass es bei ihnen genauso war. Mach dir einfach Luft, indem du mitkreischst. WEnn du dann aufhörst, kannst du sagen: So, Kleines, Schluss für heute, wir machen das morgen noch mal. Deine Tochter wird viel Spaß dabei haben und du irgendwann auch. (Sowas muss man sich doch sonst immer verkneifen, schreien und toben ist einfach out, und es tut ab und zu mal so gut!!)
Viel Spaß und halt durch, es hört irgendwann ganz von allein wieder auf.
Gruß, Miriam

Na hörmal, was ist das denn für eine Antwort? Dr. Ferndiagnose oder was? Oder eigene Erfahrungen?
*Kopfschüttel* Sophia

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Hallo Armstein,

mich würde interessieren, wie es bei dir weitergegangen ist, und ob du mit irgendeinem dieser Tipps was anfangen konntest.

Schreibst du uns mal?

Viele Grüße Thea

Hallo ihr,

vielen Dank erst mal für die Tipps. Wie ich befürchtet habe, ist ein wirkliche Antwort auf meine Frage nicht dabei gewesen. Inzwischen kann ich so 2, 3 Kreischlaute ertragen, erst wenn sie sich einkreischt :wink: verlasse ich das Zimmer. Ich hoffe, dass sie es nicht mitkriegt, für später, dass sie mich auf die Art und Weise los werden kann.

Den Drang zurückzukreischen habe ich zwar auch verspürt, verzichte aber darauf, erstens wegen der Nachbarn, zweitens wegen mir selbst (würde mir dabei doch arg kindisch vorkommen), drittens wegen meiner Stimmbänder und nicht zuletzt bestünde die Gefahr, dass mich das nicht wirklich entlastet und aus dem Mitkreischen ein sie anschreien werden könnte.

Aber mal ganz abgesehen davon, verbleibt in mir eine Anschlussfrage, ethisch/moralischer Art. Eine Funktionsweise von Erziehung besteht doch darin, ein Mittel anzuwenden, das sie mag (beim Anerziehen, als Belohnung) oder das sie nicht mag, aber auch nicht weh tut (beim Aberziehen, als ‚Strafe’). Warum sträubt es sich in uns, Erziehungsmethoden von Affen anzuwenden, die sich jetzt ungefähr auf gleichem ‚intellektuellen‘ Niveau befinden, und zwar kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen ?

Grüße
armstein

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Hallo

Eine Funktionsweise von Erziehung besteht doch darin,
ein Mittel anzuwenden, das sie mag (beim Anerziehen,
als Belohnung) oder das sie nicht mag, aber auch nicht
weh tut (beim Aberziehen, als ‚Strafe’).

OK, aber das halte ich für sekundär. Primär ist meiner
Ansicht nach:

  • durchgehendes Angstmanagement in den ersten drei Jahren
    (Beistand, Körperkontakt, Fürsprache) (*1)
  • Vorleben und Vorbildwirkung im Umgebungskontext,
    (grundlegende Verhaltensmuster werden einfach kopiert)
  • adäquate Reaktion auf Kommunikationsversuche sowie
    altersgerechte Kommunikationsangebote, damit Kind lernt,
    was an dem Ort, an dem es in die Welt geworfen ist,
    „erfolgreich“ ist und was nicht.

zu (*1): bedingt imho die „Originalverdrahtung“ bei der
Gehirnentwicklung und ist Ausschlaggebend für Erfolg
und Misserfolg aller späterer „Erziehungs“-Ambitionen.

Warum sträubt es sich in uns, Erziehungsmethoden von
Affen anzuwenden, die sich jetzt ungefähr auf gleichem
‚intellektuellen‘ Niveau befinden,

Hmmm, wieso befindest Du Dich auf gleichem ‚intellektuellem‘
Niveau mit Affeneltern? Oder meinst Du ‚emotionalem‘ Niveau?
Dazu müsste Mama das Kind beinahe den ganzen Tag am Körper
herumtragen. Wer erreicht schon dieses Niveau? Mal ehrlich :wink:

und zwar kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen ?

In der aktuellen Geo gibt es einen Artikel dazu;
Affenkinder können „Erkenntnisse“ aus Konkurrenz-
verhalten anderer Affen entnehmen, aber nicht
aus derem kooperativem Verhalten. Der Affe braucht
also in seiner „Kindheit“ vorwiegend die „aggressive“
Tour, das Menschenkind bedarf dieser nicht. Dieses
lernt sehr schnell, kooperative Signale zu verstehen
und auszuwerten.

Grüße

CMБ

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Hi,

macht die Kleine meiner Freundin ( 7 Monate) auch - ist so ein schrilles Queitschen, das Gläser zerspringen lassen kann.

Kauf Dir Ohropax. Frauen kommen scheinbar damit besser klar als Männer. Der Papa der Kleinen ist immer fix und fertig und glaubt, daß er ein besonders anstrengendes Kind hat.

Meine Freundin und ich sind der Ansicht, die Kleine ist superpflegeleicht und mag es nur „ab und an entertaint“ zu werden - sie freut sich schon, wenn man vor ihr in die Hände klatscht oder Ihr zwei Kochlöffeln aus Holz gibt.

Grüße

Wendy