Nachdem ich jetzt etwa weiss wie der Versuch abläuft, kann ich
auch etwas dazu schreiben. Ich versuche es mal ganz „kurz“ zu
erklären:
Vorab moechte ich fuer die anderen Leser erklaeren, dass ich Joerg direkt angeschrieben habe, um ihn um eine Antwort zu bitten. Mir hatten naemlich seine Artikel zur Fahradfrage sehr gefallen und geholfen.
Lieber Joerg,
Vielen Dank fuer Deine Antwort; ich denke, Du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getoffen.
Wenn die Drehachse des Rades genau parallel zu Deiner ist,
passiert überhaupt nichts, wenn Du Dich drehst, egal in welche
Richtung.
Ich hatte versucht, die Drehachse des Rades parallel zu meiner eigenen zu halten, aber der Zustand war so labil, dass das Rad trotzdem um 180° kippte. Ein Mensch kann die Achse nicht exakt parallel halten.
Sobald die Drehachse jedoch eine Schräglage bekommt, was ja in
diesem Versuch immer passiert, erzwingst Du durch Deine eigene
Drehung eine Präzessionsbewegung des Kreisels. Genau wie das
Kippmoment die Präzessionsbewegung verursacht ( wie beim auf
der Spitze stehenden Kreisel ), verursacht eine erzwungene
Präzessionsbewegung auch ein Kippmoment. Dieses Kippmoment
versucht den Kreisel um die tangentiale Drehachse zu drehen
und ist umso stärker, je schräger die Drehachse des Kreisels
ist.
Je nach Drehrichtung versucht das Kippmoment den Kreisel jetzt
in die stabile Paralleldrehung zu bringen ( gleiche
Drehrichtung ) oder aus ihr heraus zu drehen (
entgegengesetzte Drehrichtung ). Im Fall der gleichen
Drehrichtung entsteht um die parallele Achslage herum also ein
stabiles und umgekehrten Fall ein labiles Gleichgewicht.
Vielleicht reicht einfach mein Vorstellungsvermoegen nicht aus, aber das das Gleichgewicht drehrichtungsbedingt einmal stabil und einmal labil ist, verstehe ich noch nicht. Vorallem verstehe ich es dann nicht, wenn ich die Stange radial halte und das Rad dann um die radiale Achse kippt. Ich werde es unter zuhilfenhme Deiner Erklaerung einmal mit Punktmassen durchdenken, aber das kann dauern.
Im
labilen Gleichgewichtes wird sich der Kreisel in Bewegung
setzen um schließlich nach einer 180°-Drehung der Kippachse in
das stabile Gleichgewicht zu „fallen“.
Gut ausgedrueckt, denn es fuehlt sich wirklich an, als wuerde das Rad in die stabile Position „fallen“
Nochmals vielen Dank,
Marcus