Kreislaufzusammenbruch

Hallo Wissende,

es ist mir nicht zum ersten Mal passiert, dass mein Kreislauf zusammenbricht, wenn das Thema „Blut, Blutfluss, Adern“ besprochen wird.

Wenn ich beim Arzt (Blutabnahme, Bludruck messen) bin, sage ich das schon vorher und es passiert nichts.

Aber ich falle kurz in eine Bewusstlosigkeit, wenn ich Kanülen sehe oder wenn über diese Themen gesprochen wird.

Konkreter Fall: Besuch im KH, ein am Tropf hängender Patient möchte auf die Toilette, verläßt sein Bett geht an mir vorbei, ich sehe den Adereingang mit der Kanüle (ich weiß nicht, ob dieser Ausdruck hier medizinisch korrekt ist), Druck im Kopf, keine Luft zum Atmen, Bewusstlosigkeit. Danach geht es mir nach ca. 2 Stunden wie vorher.

Dabei merke ich, dass es passieren wird, bremse schon (Bitte Themenwechsel, schaue weg) kann den Kollaps aber nicht verhindern.

Anatomisch: kein Übergewicht, NR und NT, Sportlich, regelmäßiger Saunagänger, Blutdruck i.O., kein Diabetiker

Ich möchte wissen, ob ich psychologisch dieses Problem lösen kann oder ist das wirklich nur ein medizinisches Problem?

Gruß Hans

Hallo Hans,

mit der sogenannten „Arzt-Krankenhausallergie“ steht du nicht allein da.
Bin bei Impfungen als Kind regelmäßig in Ohnmacht gefallen.Auch bei Krankenhausbesuchen musste ich manchmal sofort an die frische Luft,weil mir durch den Geruch der Kreislauf weggesackt ist.
Habe dann immer ein Taschentuch mit Kölnisch Wasser zum inhalieren dabei gehabt und vermieden Spritzen und Gerätschaften anzuschauen.
Das hat sich Gott sei Dank irgendwann erledigt.Auslöser war,so glaube ich eine Notsituation (ein Unfall mit einer offenen Fleischwunde),in der ich gezwungen war zu helfen und meine Angst vor dem Umfallen verdrängt habe.Ich schätze auch bei dir ist es eher ein Psychisches Problem.Ein Gespräch mit einem Psychologen wäre als erstes in meinen Augen angebracht.

alles Gute
Bollfried

Wie sang schon Roy Black …
… Du bist nicht allein (cha cha cha)…

Servus Hans !

Das Phänomen ist (meines Wissens) verbreitet. Z.B. ein Sportlerkollege (kräftig, trainiert) will mich im Krankenhaus besuchen und kippt auf dam Gang um. Der gleiche Kollege sieht als Proband bei einer Versuchsreihe, wie jemand anderem regelmäßig Blut aus dem Ohrläppchen abgezapft wird und rennt mit graugrünem Gesicht raus.
Auch ich muss vor Betreten eines Krankenhauses ein paar mal tief Luft holen, wenn ich quasi „nur zu Besuch“ da bin. In einer „Notsituation“ (z.B. Frau ins Krankenhaus bringen, oder selber als Betroffener eingeliefert werden), hat mein Hirn offensichtlich „keine Zeit“, sich um irgendwelche versteckten Ängste zu kümmern.
Das hilft Dir jetzt erstmal nicht weiter, dieses Phänomen bei Dir zu ändern, soll Dir aber zumindest bedeuten, dass Du kein „Weichei“ oder „Sonderling“ bist.
Warum das so ist, kann ich leider nur spekulieren: Blut, Schläuche, Kanülen wecken bei Dir mölicherweise eine Erinnerung, die Du erfolgreich so weit verdrängt hast, dass sie nicht erkennbar an die Oberfläche kommt, aber gleichzeitig so weit stark wirkt, dass hier psychosomatische Reaktionen auftreten.
Wenns für Dich sehr störend ist, wäre - wie schon vorgeschlagen - ein Gang zum geeigneten Therapeuten das Mittel der Wahl, um herauszufinden, ob wirklich eine solche verdrängte Geschichte vorliegt bzw. um Mittel und Wege zu finden, dem Phänomen entgegen zu wirken.

Grüße aus Wien
Helmut