Kreisrunder Haarausfall - Radikallösung

Hallo!

Eine Frau von Anfang 30 litt unter starkem Haarausfall. Ursprünglich sehr langes Haar, waren Teile des Kopfes enthaart. Die Frau griff in ihrem Leidensdruck zur Radikalmaßnahme und scherte sich den Kopf vollständig kahl. Danach wuchs ihr Kopfhaar wieder in der ursprünglichen Fülle ohne kahle Stellen.

In den Folgejahren traten gelegentlich dünn behaarte Stellen auf, die aber auch wieder verschwanden.
Die Frau ist inzwischen eine Endvierigerin und wieder ist sie seit Monaten von stärker werdendem Haarausfall betroffen - eine leicht gerötete, weitgehend kahle Stelle am Hinterkopf und darüber eine größere Stelle mit wenigen hauchdünnen Haaren. Die Betroffene empfindet sich als entstellt und überlegt, wieder zur Radikalmaßnahme zu greifen, sich den Kopf also kahl zu scheren. Sie hofft dabei, dass wie schon früher geschehen, die Haare wieder gleichmäßig nachwachsen.

Meine Empfehlung, einfach auf das bisher praktizierte dunkle Färben der Haare zu verzichten, es beim natürlichen (und in meinen Augen attraktiven) Grau zu belassen, so dass schüttere Stellen weniger auffallen, wirkt aus mir unbekannten Gründen nicht überzeugend.

Was sagen Betroffene zur Situation? Kann das Kahlscheren eine hilfreiche Maßnahme sein? (Wenigstens wäre dann die Farbe weg und ungleichmäßiges Nachwachsen würde weniger auffallen :smile:
Ich bedanke mich schon im Voraus für hilfreiche Antworten.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

Haarausfall hängt in der Regel von der Wurzel ab. Haare können zwar auch „verloren“ gehen, indem sie abbrechen, aber das hinterlässt keine kahlen Stellen, wie du sie beschreibst.

Der Haarwurzel selbst ist es halbwegs egal, was weiter oben passierrt: Mein Haar wächst ja auch nicht stärker, schöner oder dünner, wenn ich mir die Spitzen schneide. Tja… und vereinfacht ausgedrückt ist Haare scheren nicht viel anders als Spitzen schneiden, nur dass es etwas näher am Kopf ist.

War die Betroffene denn nie mal beim Dermatologen oder gar Endokrinologen? Damals gab es zwar keine Diagnose, aber heute könnte es am durch die Wechseljahre veränderten Hormonspiegel liegen (weniger weibliche Hormone; erhöhter Einfluss des Testosterons, welches Haarausfall begünstigen kann). Das ist allerdings ein vages Raten, da uns keinerlei Sicht- oder Laborbefunde vorliegen.

Da sie ja offenbar an ihrem Haar hängt, würde ich eher einmal den Gang zum Arzt auf mich nehmen als wieder zum Rasierer zu greifen.

Grüße
Liete

Hallo!

War die Betroffene denn nie mal beim Dermatologen oder gar
Endokrinologen? Damals gab es zwar keine Diagnose, aber heute
könnte es am durch die Wechseljahre veränderten Hormonspiegel
liegen…

Medizinische Befunde oder irgendeine gesicherte Kenntnis der Ursachen gibt es trotz aller Bemühungen weder in diesem noch in anderen Fällen des sog. kreisrunden Haarausfalls (Alopecia areata). Meistens normalisiert sich das Haarwachstum irgendwann spontan von selbst. Die Betroffenen haben aber oft in größeren zeitlichen Abständen mehrmals damit zu tun.

(weniger weibliche Hormone; erhöhter Einfluss des
Testosterons…

Alles im grünen Bereich. Medizinisch o. B.

…da uns keinerlei Sicht- oder Laborbefunde vorliegen.

Gesucht wurde intensiv, aber ohne irgendeinen Befund. Das geht aber allen anderen Betroffenen ebenso.

Da sie ja offenbar an ihrem Haar hängt, würde ich eher einmal
den Gang zum Arzt auf mich nehmen…

Auf solche Ideen kam die Betroffene selbst und braucht dafür kein Internet-Forum. Weil die Medizin derzeit hilf- und ratlos ist (es gibt an einer Uni-Klinik Reihenuntersuchungen, aber außer Verdachtsmomenten noch kein greifbares Ergebnis, geschweige denn eine Therapie) hoffte/hoffe ich auf Antworten von Betroffenen, um zu erfahren, wie sie damit umgehen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

ich glaube, das liegt nicht am färben. Bin selber seit 20 Jahren betroffen und mir ziemlich sicher, dass der Auslöser eines neuen Schubes psychische Ursachen hat. Zuverlässige Auslöser bei mir sind Trennung, Trauerfall, Vollnarkose, Jobverlust. Der Haarausfall kommt jeweils 6 Monate danach.

Bislang hatte ich Glück und die Stellen waren unauffällig und die Haare wuchsen nach wenigen Monaten wieder nach. Für den Fall, dass es mich mal schlimmer erwischt, habe ich immer ein paar Euro zurückliegen, um mir eine ordentliche Perücke leisten zu können.

Es gibt keine wirksame Therapie. Dass das Kahlscheren vermeintlich einen Effekt hatte, war Zufall (oder Placebo) - die Haare wachsen ja sowieso wieder nach, es sei denn, es ist Alopecia totalis.

Viele Grüße und mein herzliches Mitgefühl an die Betroffene!
Yasa

Hallo,
Ich wuerde auf die Haarfaerbung verzichten. Es ist bekannt, Haarfaerbung kann manche Allergien hervorrufen und die Therapie dann kann sehr schwer sein. Ein klassischer Test ist etwas von der Haarfarbe unter die Schultern oder an anderen sehr empfindlichen Stellen zu tropfen, mehrere Stunden wirken lassen, oder besser ueber Nacht. Wenn die Stelle rot wird, das ist ein Anzeichen fuer eine Allergie. Besser waere noch, diesen Test von einem spezialisierten Labor zu machen, um ganz sicher zu sein. Bis man ganz sicher ist, dass keine Allergie vorhanden ist, sollte man auf jeden Fall auf die Haarfaerbung verzichten, und in diesem Sinne ist Kahlscheren eine angesagte radikale Methode, alle Schadstoffe zu entfernen. Ebenfalls, sich mit Seifen waschen, welche neutrales pH haben.
VG, qas

Danger!!! Don’t try this at home!
Gude!

Ich wuerde auf die Haarfaerbung verzichten. Es ist bekannt,
Haarfaerbung kann manche Allergien hervorrufen und die
Therapie dann kann sehr schwer sein.

Mag sein, der hier beschriebene Kreisrunde Haarausfall ist allerdings keine allergische Reaktion, sondern eine Autoimmunerkrankung. Haarefärben kann keinen Kreisrunden Haarausfall auslösen!

Ein klassischer Test ist
etwas von der Haarfarbe unter die Schultern oder an anderen
sehr empfindlichen Stellen zu tropfen, mehrere Stunden wirken
lassen, oder besser ueber Nacht.

Aha! Wer hat denn diesen Klassiker erfunden? Das ist hochgradig kriminell, so etwas hier zu verbreiten!

Haarfarbe ist dafür entwickelt und getestet, dass sie 30 - 45 min auf dem Haar appliziert wird, evtl. noch auf die Kopfhaut gelangt, und dann abgewaschen wird.
Eine Haarfarbe auf die Haut zu applizieren und dort stundenlang einwirken zu lassen ist weder im Sinne der vorgesehenen Anwendung noch sinnvoll, weil nämlich durch diese Extremexposition eine Allergie erst hervorgerufen werden kann!!!

Allergietests dürfen Dermatologen durchführen, niemand sonst, nichtmal ein Friseur!!

Bis man ganz sicher ist, dass keine Allergie
vorhanden ist, sollte man auf jeden Fall auf die Haarfaerbung
verzichten, und in diesem Sinne ist Kahlscheren eine angesagte
radikale Methode, alle Schadstoffe zu entfernen.

Schadstoffe, die von der Kopfhaut ad-/ab- oder resorbiert wurden, können durch Kahlscheren nicht entfernt werden!

Ebenfalls,
sich mit Seifen waschen, welche neutrales pH haben.

Seife??? Neutralen pH-Wert?

Ich würde hier jetzt gern mal Dieter Nuhrzitieren!!!

Gruß, noi

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Da sie ja offenbar an ihrem Haar hängt, würde ich eher einmal
den Gang zum Arzt auf mich nehmen…

Auf solche Ideen kam die Betroffene selbst und braucht dafür
kein Internet-Forum. Weil die Medizin derzeit hilf- und ratlos
ist (es gibt an einer Uni-Klinik Reihenuntersuchungen, aber
außer Verdachtsmomenten noch kein greifbares Ergebnis,
geschweige denn eine Therapie) hoffte/hoffe ich auf Antworten
von Betroffenen, um zu erfahren, wie sie damit umgehen.

Das kann ich ja nicht riechen.
Du fragtest, ob es hilfreich sein kann, die Haare zu scheren: Nein, ist es nicht.

Da kann ich mich nur wundern. Fuer diesen Unsinn hast du Sternchen bekommen.

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Da kann ich mich nur wundern. Fuer diesen Unsinn hast du
Sternchen bekommen.

Ich kann mich nur freuen: Du hast hier den letzten Unsinn verzapft.

RF

Hallo!

Ja, es kann helfen, um den neuen Haaren mehr Zeit zu geben, sich wieder zu erholen. Mein Hausarzt hat mir zusätzlich Zink und Biotin verschrieben. Die Haare sind seit 14.12. bis auf Igel ab.

Gruß Ines