Kreta

Hi!

Meine Mutter fliegt im Juni nach Kreta!

Was gibt es dort als Sehenswürdigkeiten? Gibt es irgendwelche landschaftlichen Besonderheiten die sehenswert sind?

Wer kann mir Tipps geben?

Besten Dank im voraus

Dusan

die Venezianer wussten schon, warum Kreta!
Kreta zählt wohl zu den schönsten und abwechslungsreichsten Inseln der griechischen Inselwelt. Die Venezianer hatten lange Zeit auf Kreta großen Handelsstützpunkte und eine der ersten großen Sommerreiseziele des modernen Tourismus war sie ebenfalls, die Insel Kreta.

Neben den Ausgrabungen von Knossos, „der Palast von Knossos“ bietet die Insel aber auch zahlreichen landschaftliche Sehenswürdigkeiten:

Die Samaria-Schlucht, mit rund 18 km Länge und oft nur wenige Meter breit, ist sie die längste Schlucht Europas. Manchmal ragen die Felswände bis 600 m in die Höhe und an einem heißen Tag genießt man die Kühle zwischen den Felswänden.

Die Lasithi-Hochebene ist so etwas wie das Aushängeschild der Insel. Viele hunderte segelbespannte Windpumpen bewässern diese fruchtbare Hochebene und stellen nebenbei ein herrliches Fotomotiv dar.

Ganz im Nordosten, am Strand von Vaion, finden sich viele viele Palmen - ein Palmenstrand auf Kreta!

Zum Unterschied der relativ flachen Nordküste bietet die Südküste einen deutlichen Kontrast: kleinere und größere Gebirge (bis 2.450 m) fallen schrof zum Meer ab, bilden romantische Buchten, in denen auch so mancher Fischerort noch heute sein Dasein fristet. Natürlich dran auch dorthin der Tourismus, aber nicht so intensiv, wie an der Nordküste.

Ein Muss ist der Besuch eines griechisch-orthodoxen Klosters. Je kleiner und abgelegener, desto beschaulicher sind diese Refugien der Ruhe und Entspannung, von gastfreundlichen Mönchen oder Nonnen gepflegt und gehegt.

Der Juni ist ein wunderbarer Monat im Mittelmeerraum: nach einem hoffentlich regenreichen Frühjahr ist alles grün, die Früchte im Wachsen und der blaue Himmel mit dem saftig grünen Erdenbewuchs läßt unsere Seele einmal tief durchatmen.

Die Salzburger Senioren haben in diesem Jahr die Insel Kreta als ihr „Sonnenziel“ Ende Mai bis Mitte Juni erkoren. Nicht umsonst…

Herzliche Grüße aus Salzburg
Peter / mosaik

Ergänzungen
Hallo,

Neben den Ausgrabungen von Knossos, „der Palast von Knossos“
bietet die Insel aber auch zahlreichen landschaftliche
Sehenswürdigkeiten:

aus wissenschaftlicher Sicht ist der Palast von Knossos eine Katastrophe. Viele bunte Wände und getürkte romantische Zimmereinteilungen (Bad der Königin) für blöde Touris, aber er hat mit der früheren Realität nichts zu tun. Extrem empfehlenswert ist dagegen eine Führung durch den Palast von Malia, die von einem Archäologen gehalten wird, der u.a. diesen Palast und auch Teile von Santorini ausgrub.

Ganz im Nordosten, am Strand von Vaion, finden sich viele
viele Palmen - ein Palmenstrand auf Kreta!

Totale Enttäuschung. Von hunderten Touristen begaffte drei einsame Palmen nach in der Regel stundenlanger Anreise. Lieber bleiben lassen und stattdessen die West-Ost-Reise bei Agios Nicholaos abbrechen und durch die Stadt bummeln.

Wirkliche Tips - insbesondere was die Futterei angeht - gerne auf Anfrage per mail.

Gruß
Christain

kleine Anmerkungen zu den Ergänzungen

Hallo,

Neben den Ausgrabungen von Knossos, „der Palast von Knossos“
bietet die Insel aber auch zahlreichen landschaftliche
Sehenswürdigkeiten:

aus wissenschaftlicher Sicht ist der Palast von Knossos eine
Katastrophe. Viele bunte Wände und getürkte romantische
Zimmereinteilungen (Bad der Königin) für blöde Touris

****nicht jeder „blöde Touris“ will einen wissenschaftlichen Erguss vom Feinsten. Der durchschnittliche „blöde Touris“ will ein wenig sehen und hören. Weil wenn man von „Katastrophen“ spricht, kann man die Liste beliebig verlängern: Pompeij, Ephesos, Qmran, Macchu Picchu…*****

, aber er

hat mit der früheren Realität nichts zu tun.

****wer weiß denn schon wirkich, wie es „früher“ einmal wirklich gewesen sein mag? Sind nicht auch die wissenschaftlichen Überlegungen eher Vermutungen? Da gibt es in Norddeutschland „Pfahlbau-Siedlungen“, auch in Österreich übrigens - haben die wirklich SO ausgesehen??? ****

Extrem

empfehlenswert ist dagegen eine Führung durch den Palast von
Malia, die von einem Archäologen gehalten wird, der u.a.
diesen Palast und auch Teile von Santorini ausgrub.

Ganz im Nordosten, am Strand von Vaion, finden sich viele
viele Palmen - ein Palmenstrand auf Kreta!

Totale Enttäuschung. Von hunderten Touristen begaffte drei
einsame Palmen nach in der Regel stundenlanger Anreise. Lieber
bleiben lassen und stattdessen die West-Ost-Reise bei Agios
Nicholaos abbrechen und durch die Stadt bummeln.

****Nun will ich dir die drei Palmen nicht widersprechen, weil es schon einige Jahre her war, als ich das letzte Mal sie sah. Aber dein Vergleich hinkt mächtig: …hunderte Touristen… einsame Palmen… stattdessen … Agiois Nicholaos… - und dort??? TAUSENDE Touristen begaffen den „romantischen Hafen“!!!

Die Frage war: was kann man Mutti als (touristisch) schön vorschlagen? Überall, wo sich Massentourismus befindet, wird das Wort „schön“ eine andere Bedeutung erlangen. ****

Wirkliche Tips - insbesondere was die Futterei angeht - gerne
auf Anfrage per mail.

****Nichts für ungut, aber das Wort „Futterei“ löst bei mir immer Assoziationen mit „saufen, fressen, verblöden, nichts kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ aus. Du siehst, jeder Mensch denkt anders, wenn er etwas hört oder liest. Ganz abgesehen davon, dass ich mir in Griechenland unter „Futterei“ nicht wirklich was phänomenales vorstellen kann, was ich so kennen gelernt habe. Da ist die „Futterei“ in der Türkei oder Spanien wohl schon was anderes, geschweige denn die „Futterei“ in Italien…

Darf ich deinen Beitrag also für die „blöden Touris“ so zusammen fassen: Wer Rummel sucht, muss nicht ganz in den Osten fahren, es reicht Agios Nicholaos, wo die Futterei einen wesentlichen Punkt der landschaftlichen Schönheiten ausmacht.

Trotz meinem vielleicht beissenden Humor wünsche ich jedem seinen schönen Urlaub auf Kreta! Herzlichst Euer Peter

1 „Gefällt mir“

noch ein paar kleine Anmerkungen z.den Ergänzungen

aus wissenschaftlicher Sicht ist der Palast von Knossos eine
Katastrophe. Viele bunte Wände und getürkte romantische
Zimmereinteilungen (Bad der Königin) für blöde Touris

****nicht jeder „blöde Touris“ will einen wissenschaftlichen
Erguss vom Feinsten.

Es geht nicht um wissenschaftliche Ergüsse vom Feinsten, sondern darum, daß Evans in Knossos massivst Geschichtsfälschung betrieben hat. Der Vortrag in Malis hingegen erklärt anschaulich praktische Elemente des damaligen Lebens.

****wer weiß denn schon wirkich, wie es „früher“ einmal
wirklich gewesen sein mag? Sind nicht auch die
wissenschaftlichen Überlegungen eher Vermutungen?

Wenn man die Badewanne durch den halben Palast schleppt und dann behauptet, daß sei das Badezimmer der Königin gewesen, ist das frech. Mal ganz abgesehen davon, daß es in Knossos keine Königin gegeben hat. Wenn man higegen erklärt, daß die kleine Bank in der Ecke der Vorratskammer wohl dafür war, daß da jemand den ganzen Tag hockte, um die empfindlichen Ölkrüge im Auge zu behalten, die den eigentlichen Schatz der Stadt darstellten, ist das anschaulich. Wenn man außerdem Schrammen im Boden sehen kann, wo die Türen am Boden schubberten, wenn man erklärt bekommt, warum man sich sicher ist, daß Malia bei einem Erdbeben zerstört wurde, und warum man davon ausgeht, daß die „minoische“ Kultur eine außergewöhnlich friedliche und erfolgreiche war, bringt einem das dem Leben vor 2500 Jahren deutlich näher als eine willkürlich bemalte Wand.

****Nun will ich dir die drei Palmen nicht widersprechen, weil
es schon einige Jahre her war, als ich das letzte Mal sie sah.
Aber dein Vergleich hinkt mächtig: …hunderte Touristen…
einsame Palmen… stattdessen … Agiois Nicholaos… - und
dort??? TAUSENDE Touristen begaffen den
„romantischen Hafen“!!!

Ich schrieb „Stadt“ und nicht „Hafen“. Das mag für den ein oder anderen Touristen das gleiche sein, ist es aber nicht.

Die Frage war: was kann man Mutti als (touristisch) schön
vorschlagen? Überall, wo sich Massentourismus befindet, wird
das Wort „schön“ eine andere Bedeutung erlangen. ****

Nun ist Kreta im Vergleich zu Sankt Peter Ording oder Key West relativ groß und insofern ist genau da der Massentourismus, wo die Massen sind. Und genau dorthin gingen Deine Vorschläge.

****Nichts für ungut, aber das Wort „Futterei“ löst bei mir
immer Assoziationen mit „saufen, fressen, verblöden, nichts
kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ aus.

Tja, selber schuld. Was hättte ich für ein Wort verwenden sollen: Nahrungsaufnahme, Gourmettempel, kulinarische Höhenflüge? Es sei Dir versichert, daß keiner der potentiellen Tips mit „saufen, fressen, verblöden, nichts kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ zu tun gehabt hätte.

jeder Mensch denkt anders, wenn er etwas hört oder liest. Ganz
abgesehen davon, dass ich mir in Griechenland unter „Futterei“
nicht wirklich was phänomenales vorstellen kann, was ich so
kennen gelernt habe.

Tja, wohl an den falschen Stellen gewesen oder nach „saufen, fressen, verblöden, nichts kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ gesucht (und das dann auch gefunden).

Insofern lag ich mit meinem Vorschlag, die Adressen per emai bei mir zu erfragen, wohl ganz richtig. Schließlich möchte ich, wenn ich spitzenmäßiges Essen (ja, gibt es wirklich auf Kreta) genieße nicht von Leuten gestört werden, die „saufen, fressen, verblöden, nichts
kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ bevorzugen.

Darf ich deinen Beitrag also für die „blöden Touris“ so
zusammen fassen: Wer Rummel sucht, muss nicht ganz in den
Osten fahren, es reicht Agios Nicholaos, wo die Futterei einen
wesentlichen Punkt der landschaftlichen Schönheiten ausmacht.

Jaja.

C.

Hi Chris,

****nicht jeder „blöde Touris“ will einen wissenschaftlichen
Erguss vom Feinsten.

Es geht nicht um wissenschaftliche Ergüsse vom Feinsten, sondern darum, daß Evans in Knossos massivst Geschichtsfälschung betrieben hat.

Da hast Du Recht!!! Ich rate Leuten meist davon ab nach Knossos zu fahren, eben weil es doch sehr „daneben“ ist.

Der Vortrag in Malis hingegen erklärt anschaulich praktische Elemente des damaligen Lebens.

Kann ich nicht beurteilen, da war ich noch nicht. Dafuer kenne ich jemanden, der sagt, dass er den „Diskos von Phaestos“ entziffert hat! :wink:

****Nun will ich dir die drei Palmen nicht widersprechen, weil
es schon einige Jahre her war, als ich das letzte Mal sie sah.
Aber dein Vergleich hinkt mächtig: …hunderte Touristen…
einsame Palmen… stattdessen … Agiois Nicholaos… - und
dort??? TAUSENDE Touristen begaffen den
„romantischen Hafen“!!!

Es sind zwar ein paar Palmen mehr aber es ist wirklich furchtbar touristisch, die Leute werden in Bussen rangekarrt.

Ich schrieb „Stadt“ und nicht „Hafen“. Das mag für den ein
oder anderen Touristen das gleiche sein, ist es aber nicht.

*auchhierzustimmendnick*
Ag. Nicolaos IST schoen!!! (was natuerlich relativ ist und Geschmackssache)

Nun ist Kreta im Vergleich zu Sankt Peter Ording oder Key West
relativ groß und insofern ist genau da der Massentourismus, wo
die Massen sind. Und genau dorthin gingen Deine Vorschläge.

*g*
Auch hier Zustimmung auf ganzer Linie.

Insofern lag ich mit meinem Vorschlag, die Adressen per emai
bei mir zu erfragen, wohl ganz richtig. Schließlich möchte
ich, wenn ich spitzenmäßiges Essen (ja, gibt es wirklich auf
Kreta) genieße nicht von Leuten gestört werden, die „saufen,
fressen, verblöden, nichts
kapieren - Hauptsache billig und touristisch“ bevorzugen.

Dann muss ich Dir 'mal ein Mail schicken, denn das wuesste ich auch gern - ist naemlich nicht so einfach zu finden…

Zusammenfassend ist zu sagen: Wer den Rummel mag und viele Touristen - da ist der Norden der Insel perfekt, zwar gibt’s auch ruhigere Ecken aber die sind dann schon eher die Ausnahme. Im Sueden geht’s gemaechlicher zu, dafuer muss man auch ein bisschen laenger fahren - aber es lohnt sich!

liebe Gruesse,
Astrid

vielen Dank für die Aufklärungen
Vielen Dank für alle Erklärungen!

Ihr kennt sicher die Geschichte mit der Frage: Wo liegt Paris?
Antwort: im Westen - falsch: im Osten - auch wieder falsch, weil es hängt davon ab, wo sich der Befragte befindet: in den USA oder in Deutschland!

Genauso sehe ich die Erklärungen über Kreta: alle haben Recht, aus ihrem Blickwinkel!

Übrigens, ich zähle mich nicht zu jenen Personen, auf die meine Definition „Futterei“ zutrifft.

„Was gibt es dort als Sehenswürdigkeiten? Gibt es irgendwelche landschaftlichen Besonderheiten die sehenswert sind? Wer kann mir Tipps geben?“

Das war die Frage, die ich ohne Beachtung von mehr oder weniger Massentourismus auf einer Insel, auf der es mehr oder weniger nur Massentourismus gibt, beantwortet haben. Alle weiteren Statements sehe ich wohl als zu akzeptierende subjektive persönliche Meinungen, die genau in so einem Forum Platz finden müssen!

Daher - nochmals danke für alle ergänzenden Infos
Herzlichst Euer Peter

1 „Gefällt mir“

Was soll denn das?
Leute, nun haltet mal den Ball flach,
in dieser Diskussion fehlen eindeutig die Differenzierungen!

Ich persönlich war einen großen Teil meines Berufslebens in der Archäologie tätig und bin nun in der Touristik aktiv (siehe ViKa). Darüber hinaus habe ich „mein“ ganz individuelles Kreta abseits des Massentourismus kennen und schätzen gelernt.

Von daher glaube ich recht gut einschätzen zu können, daß man hier die Zielgruppen und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse nicht durcheinander bringen sollte.
Es ist ein Ding, wenn ich es mit einem Kreis von eingefleischten Kretafahrern oder Archäologen oder archäologisch Interessierten zu tun habe und ein völlig anderes, wenn ich einem (Dusan und Peter mögen entschuldigen) „durchschnittlichen“ Touristen Ausflugstips geben soll.

Die Diskussion um Sir Evans z.B. ist so alt, daß man sich über den darob gewachsenen Bart glatt auf die Schn… legen könnte. Aber was soll das alles für die touristische Praxis? Natürlich gibt es archäologische Befunde (Phaistos/Festos/Phaestos, Hagia/Agia Triada, Mallia, Archanes-Anemospilia etc.) die authentischer und – dies gilt besonders für den letztgenannten Fundort aufgrund des dort durch die beiden Dres. Sakellarakis nachgewiesenen Menschenopfers der ach so friedlichen minoischen Kultur – auch interessanter sein mögen als das entstellte Knossos. Nur, welchen Durchschnittstouristen (ich bitte nochmals um Entschuldigung) interessiert denn das? Und was leistet – und dies gilt jetzt über Kreta hinaus weltweit an entsprechenden Plätzen – eigentlich letztlich mehr für das Verständnis gegenüber den Altertumswissenschaften in der breiten Masse?

Last not least sei vielleicht noch der Gedanke erlaubt, daß es mit den sog. „Geheimtips“ oft eine zweischneidige Sache sein mag. Sie basieren auf tieferen emotionalen, auf jeden Fall aber individuellen Wahrnehmungen/Erfahrungen, die vielleicht nicht unbedingt teilbar sein und erst recht nicht von jedem nachvollzogen werden wollen :wink:

Gruß, Hartmann.

Hallo,

nachgewiesenen Menschenopfers der ach so friedlichen
minoischen Kultur – auch interessanter sein mögen als das
entstellte Knossos. Nur, welchen Durchschnittstouristen (ich
bitte nochmals um Entschuldigung) interessiert denn das?

gerade hier möchte ich widersprechen. Diejenigen „normalen“ Touristen, mit denen ich geführte Touren durch andere Ausgrabungsstellen gemacht habe, waren meist restlos begeistert. Dies gilt auch bzw. gerade für Malia. Während in Knossos das glamoröse Leben des Adels (falsch) dargestellt wird, geht es in Malia um das Alltagsleben, was sicht- und erlebbar ist. Die angesprochenen Schrammen im Fußboden sind dabei nur eine Sache.

Prunkvolle Gemächer kann ich in jeder Illustrierten sehen, einen lebendigen Eindruck von der alten Kultur bekommt man nur an Ausgrabungsstellen, die so belassen werden, wie sie gefunden wurden und wenn sie von einem leidenschaftlichen Kenner erläutert werden.

Natürlich ist das zunächst mühseeliger als mit einem Knopf im Ohr den Standardtext vorgelabert zu bekommen und derweil über betonierte Wege durch eine Kulisse zu stapfen. Dennoch behaupte ich, daß es kein Tourist bedauern wird, wenn er sich die vermeintlich langweiligere und anstrengendere Variante antut.

Und
was leistet – und dies gilt jetzt über Kreta hinaus weltweit
an entsprechenden Plätzen – eigentlich letztlich mehr für das
Verständnis gegenüber den Altertumswissenschaften in der
breiten Masse?

Das ist mal die Frage. Weitaus eindringlicher und plastischer ist der Besuch der unspektulären Ausgrabungen allemal. Auch die Einordnung in die Altertumswelt im allgemeinen, also quasi die geopolitischen Zusammenhänge *g* gelingt dort deutlich besser. Die typischen Eigenheiten der minoischen Kultur wird man wohl auch besser verstehen und behalten, wenn man über und durch ihre Überreste wandert, als wenn man über sie im Reiseführer liest.

Last not least sei vielleicht noch der Gedanke erlaubt, daß es
mit den sog. „Geheimtips“ oft eine zweischneidige Sache sein
mag. Sie basieren auf tieferen emotionalen, auf jeden Fall
aber individuellen Wahrnehmungen/Erfahrungen, die vielleicht
nicht unbedingt teilbar sein und erst recht nicht von jedem
nachvollzogen werden wollen :wink:

Da stimme ich Dir im Prinzip zu, allerdings würde ich niemals behaupten, daß meine Tips Geheimtips sind, weil ich sie irgendwo her hatte. Individuell ist und bleibt jede Erfahrung, ganz klar, dennoch bin ich in der Lage, zwischen einer ausgezeichneten Fischplatte und einem leckeren Gyros zu unterscheiden, den ich im Sonnenuntergang auf dem Balkon eines traumhaften Appartements mit meiner Freundin verzehrt habe.

Gruß
Christian

1 „Gefällt mir“

… wohl mal wieder nicht „irgendwo da draußen“ sondern „irgendwo in der Mitte“. :wink:

Hallo Christian!

Diejenigen „normalen“
Touristen, mit denen ich geführte Touren durch andere
Ausgrabungsstellen gemacht habe, waren meist restlos
begeistert. Dies gilt auch bzw. gerade für Malia. Während in
Knossos das glamoröse Leben des Adels (falsch) dargestellt
wird, geht es in Malia um das Alltagsleben, was sicht- und
erlebbar ist. Die angesprochenen Schrammen im Fußboden sind
dabei nur eine Sache.

Was Deine Beschreibung des qualitativen Unterschiedes zwischen Malia und Knossos angeht, so gebe ich Dir ja uneingeschränkt recht. Die inhaltlich-interpretatorischen Aspekte lassen wir besser außen vor, bis sich die Experten selbst mal auf eine abschließende Erklärung geeinigt haben …

Aber die wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Besichtigung beschreibst Du ja selbst, nämlich

einen lebendigen Eindruck von der alten Kultur bekommt man nur
an Ausgrabungsstellen, die so belassen werden, wie sie
gefunden wurden und wenn sie von einem leidenschaftlichen
Kenner erläutert werden
.

Und eben das halte ich nicht für selbstverständlich, wenn man über irgendeine örtliche Agentur einen Ausflug bucht. Da muß man schon mehr als nur Glück haben, einen derartig qualifizierten Guide zu erwischen.
Ich hab’ mir das zweifelhafte Vergnügen einer solchen Führung selbst einmal gegönnt. Zu dem Zeitpunkt kannte ich Kreta bereits, war aber einige Zeit lang nicht mehr dort gewesen. Wir landeten im Laufe einer Kreuzfahrt durchs östliche Mittelmeer auch für einen Tag in Heraklion an und ich wollte es einmal wissen. Das Ergebnis war der reinste Horror, sprachlich wie inhaltlich.

Du hast doch auch ein ähnliches, noch etwas krasseres Beispiel quasi vor Deiner Haustüre liegen: die in Xanten von G. Precht wie Disneyland rekonstruierte Colonia Ulpia Traiana erklärt sich auch dem Laien fast von selbst, aber stell‘ Dich auf die Äcker unter denen Vetera I und II liegen, laß nur anhand der Topographie die Zeit von vor zweitausend Jahren wiederauferstehen und mach das dazu noch spannend für den Nichtfachmann. Dazu braucht es schon Begeisterung und ein wenig Genie …

Weitaus eindringlicher und plastischer
ist der Besuch der unspektulären Ausgrabungen allemal. Auch
die Einordnung in die Altertumswelt im allgemeinen, also quasi
die geopolitischen Zusammenhänge *g* gelingt dort deutlich
besser. Die typischen Eigenheiten der minoischen Kultur wird
man wohl auch besser verstehen und behalten, wenn man über und
durch ihre Überreste wandert, als wenn man über sie im
Reiseführer liest.

Stimme Dir erneut zu, aber eben wieder nur unter der oben genannten, in der Regel leider nicht gegebenen Voraussetzung.
…/…
Werde Dich wegen der Fischplatte dann noch einmal kurz kontaktieren, wenn ich mal wieder nach Kreta kommen sollte. :wink:

Schönen Abend noch.

Gruß, Hartmann.

Hallo zusammen!

Danke an alle für die Tipps und Hinweise!

Mutti hat sich sehr gefreut und kann´s gar nicht mehr erwarten!

Auch Danke für das Angebot der Futtertipps, aber da hat Mutti selber ne Nase und sucht das Abenteuer.

LG
Dusan