Kreuzigung

Hallo Namensvetter,

du bringst leider immer noch einiges durcheinander …

im Spiegel laß ich, daß Luther das Neue Testament in nur zehn
Monaten übersetzt
hat. Und das in einem ungemein eindrücklichen Deutsch. Aber er
hat eben aus dem
Griechischen übersetzt und alle Fehler mitübernommen.

Das Neue Testament **ist original in Griechisch! Er hat also das Original übersetzt!

Hier ging es aber um das Alte Testament.

Auch hat er sicher die Septuaginta als Vorlage gehabt.

Als eine der Vorlagen, ja. Auch griechische Übersetzungen des Alten Testaments zählten zu seinen Vorlagen. Aber eben auch das hebräische Original.
Luthers Kenntnisse des Hebräischen wurden im Laufe der Übersetzungsarbeit immer besser, so dass er sich im Laufe der Zeit stärker von den Übersetzungen gelöst hat, als Nebenquellen hat er sie aber immer mitbenutzt.

Da ist es doch schwierig ein wirklich sicheres Fundament für
den christlichen
Glauben zu sehen.

Wenn für dich die Luther-Übersetzung das einzige Fundament des christlichen Glaubens darstellt, hast du da in der Tat ein Problem. :wink:

Schöne Grüße
Wolfgang**

Hallo Wolfgang,

Das Neue Testament ist original in
Griechisch! Er hat also das Original übersetzt!

Hier ging es aber um das Alte Testament.

Das ist mir schon klar, das NT im Original in griechisch.

Aber hier ging es ja um die Frage, warum Paulus das AT falsch zitiert. Christus
ist von Gott verflucht und der Mensch, der das glaubt ist dann vor Gott gerecht.
Das ist für Paulus so, weil es in der Schrift steht. Wenn er aber falsch zitiert,
stimmen eben seine Schlußfolgerungen nicht.

Luthers Kenntnisse des Hebräischen wurden im Laufe der
Übersetzungsarbeit immer besser, so dass er sich im Laufe der
Zeit stärker von den Übersetzungen gelöst hat, als
Nebenquellen hat er sie aber immer mitbenutzt.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, Luther habe es immer bedauert, keine
wirklich fundierten Kenntnisse des Hebräischen gehabt zu haben.

Wenn für dich die Luther-Übersetzung das einzige Fundament des
christlichen Glaubens darstellt, hast du da in der Tat ein
Problem. :wink:

Meinst Du das jetzt, weil ich kein hebräisch, griechisch oder Latein verstehe?
Oder meinst Du dieses „zum Glauben kommen“ „in persönliche Beziehung zu Gott
treten“ usw.?

Das erschließt sich eben aber für Otto Normalverbraucher aus der Bibel. Für mich
eben einer deutschen. Wenn ich da aber an der richtigen Übersetzung der
Grundlagen zweifeln muß habe ich persönlich ein Problem.
Siehe Weihnacht: Jesaja: Eine Jungfrau wird einen Sohn gebären. Oder eben: Eine
junge Frau wird einen Sohn gebären.
Mit dem ersten kann mann schon wieder einen schönen Sonderglauben begründen. Den
Marienkult mit allen seinen Auswüchsen.

Glauben tut der Mensch in aller Welt alles mögliche. Und wenn er das jeweils
richtig verinnerlicht wird es ihm auch eine Lebenshilfe sein. Auch der Marienkult
natürlich.

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

Siehe Weihnacht: Jesaja: Eine Jungfrau wird einen Sohn
gebären. Oder eben: Eine
junge Frau wird einen Sohn gebären.
Mit dem ersten kann mann schon wieder einen schönen
Sonderglauben begründen. Den
Marienkult mit allen seinen Auswüchsen.

Und in den gleichen Abschnitt sagt die „junge Frau“, dass sie nicht schwanger sein kann, weil sie noch keinen Sex mit einem Mann hatte.
Aber solange man sich die Texte um die es geht nicht anschaut, zieht das Argument. :wink:

Was die Qualität heutiger Bibelübersetzungen angeht, jeder der sich ernsthaft mit der Bibel auseinandersetzt, wird sich nicht mit der liebgewordenen alten Lutherübersetzung begnügen, sondern vor allem verschiedene und moderne Übersetzungen verwenden.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos

Und in den gleichen Abschnitt sagt die „junge Frau“, dass sie
nicht schwanger sein kann, weil sie noch keinen Sex mit einem
Mann hatte.
Aber solange man sich die Texte um die es geht nicht anschaut,
zieht das Argument. :wink:

Das habe ich mir aber jetzt mal genau angesehen bei Jesaja (7,14). Wo steht da
was von nicht schwanger sein, weil sie mit keinem Mann Sex hatte.
Welche moderne Bibel hast Du denn da?

Du meinst wohl die Stelle in Lukas. Da steht bei mir noch ganz klein: es gibt
verschiedene Urschriften, z.B. eine syrische in der kein Problem gesehen wurde in
der Tatsache, daß Joseph mit Maria Sex hatte vor der Geburt Jesu.

Warum muß denn dieser Rabbi Jesus auf so obskure Weise gezeugt worden sein um in
ihm einen besonderen Menschen zu sehen?

Man hat an dieser Schraube ja noch mehr gedreht: Die Eltern von Maria - Anna und
Joachim - hatten auch keinen Sex vor der Geburt ihrer Tochter. Was bringt das
jetzt zusätzlich?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Und in den gleichen Abschnitt sagt die „junge Frau“, dass sie
nicht schwanger sein kann, weil sie noch keinen Sex mit einem
Mann hatte.

Das habe ich mir aber jetzt mal genau angesehen bei Jesaja
(7,14). Wo steht da
was von nicht schwanger sein, weil sie mit keinem Mann Sex
hatte.

Martin Buber: „Darum gibt von selber mein Herr euch ein Zeichen. Da, die Junge wird schwanger und gebiert einen Sohn.“

Naftali Herz Tur-Sinai: „Drum wird der Herr euch selbst ein Wunderzeichen geben: Sieh hier, das junge Weib wird schwanger und gebiert einen Sohn.“

Nu, was soll das für ein Wunderzeichen sein, wenn eine Frau schwanger wird, nachdem sie Sex hatte?

Du meinst wohl die Stelle in Lukas. Da steht bei mir noch ganz
klein: es gibt
verschiedene Urschriften, z.B. eine syrische in der kein
Problem gesehen wurde in
der Tatsache, daß Joseph mit Maria Sex hatte vor der Geburt
Jesu.

und wie verträgt sich das mit der Aussage in Matthäus 1,24:
„aber er hatte keinen Geschlechtsverkehr mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte“ ?

Warum muß denn dieser Rabbi Jesus auf so obskure Weise gezeugt
worden sein um in
ihm einen besonderen Menschen zu sehen?

Besondere Menschen gibt es viele.
Aber Jesus ist eben mehr als das.

Man hat an dieser Schraube ja noch mehr gedreht: Die Eltern
von Maria - Anna und
Joachim - hatten auch keinen Sex vor der Geburt ihrer Tochter.
Was bringt das
jetzt zusätzlich?

Gibt es dazu auch eine Aussage der Bibel?

Gruss Harald

Hallo Wolfgang,

Aber hier ging es ja um die Frage, warum Paulus das AT falsch
zitiert. Christus
ist von Gott verflucht und der Mensch, der das glaubt ist dann
vor Gott gerecht.

Das halte ich für eine recht eigenwillige Interpretation der Aussage des Paulus.

Paulus schreibt an die Galater (Gal.3,13): „Der Messias erlöste uns von dem Fluch… indem er selbst unseretwegen verflucht wurde.“
Möglicherweise hat Paulus an dieser Stelle etwas in den Text der Torah hineininterpretiert, das so nicht drinstand. Aber das ist nicht das Zentrum des Evangeliums.

Das ist für Paulus so, weil es in der Schrift steht. Wenn er
aber falsch zitiert,
stimmen eben seine Schlußfolgerungen nicht.

Präziser ausgedrückt hat das Paulus im Brief an die Korinther:
„Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ (2.Kor.5,21)

Und das ist leicht verständlich, wenn man die Ereignisse der Kreuzigung betrachtet.
„Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matth.27,45-46)

Eben weil Jesus die Sünde der Menschheit auf sich nahm, wurde er getrennt von seinem Vater.

Gruss Harald