Krieg in der Antike

Hallo liebe Wissende,

ich suche hier Informationen über Nebensächlichkeiten im antiken krieg. Sachen die so nicht im Buch stehen? Welche Schlacht fiel wegen schlechten Wetters aus? Welche neue Waffe funktionierte nicht? Welcher Feldherr gab auf, obwohl er schon am Siegen war. Sicherlich ist das hier weit und schwammig formuliert, dessen bin ich mir bewusst. Aber: Es sind Nebensächlichkeiten und Kleinigkeiten, die mich interessieren. Trotzdem grenze ich es etwas ein, auf Antikes Griechenland und Römisches Reich bis 396 uZ)
Schreibt was euch einfällt.
Danke im Voraus.

Hallo!
Da hoffe ich mit dir auf viele interessante Mitteilungen.
Um einen Anfang zu machen:
Kriege wurden gern erst im Herbst begonnen: Da war es nicht mehr so heiß und der Wein und die Oliven waren schon geerntet.
In den Sammelwerken „Strategémata“/Kriegslisten des Frontinus (1. Jh. nach Chr.) und des Polyainos (2. Jh. nach Chr.) [List als Überraschungscoup gemeint] könntest du wahrscheinlich auch allerhand finden. (So genau hab ich das aber nicht mehr im Kopf, ich hab seit dem Studium nicht mehr hineingeschaut.)
Gruß!
Hannes

Servus

Spontan fällt mir da die Schlacht bei Noreia (113 v.) ein. Kimbern, Teutonen und Ambronen besiegten dort die Römer. Allerdings konnten diese der totalen Vernichtung entgehen weil ein Sturm ausbrach was die Germanen als Zorn der Götter deuteten und daraufhin abzogen.

Vielleicht würden auch noch die Schlachten bei Philipi (42v.) passen. Dort standen sich Marcus Antonius/Oktavian und Brutus/Cassius gegenüber. Marcus Antonius besiegte Cassius während Brutus Oktavian besiegen konnte. Allerdings war es kein vollkommener Sieg da Brutus’ Soldaten sich gleich über das feindliche Lager hermachten und plünderten anstatt den Feind zu verfolgen. Dadurch konnte sich dieser neu formieren und war noch kampffähig.
Cassius dachte aber dass auch Brutus besiegt wurde und lies sich darafhin umbringen. Cassius war der bessere Stratege von beiden und zudem auch beliebter bei den Männern. Beides Gründe wieso die republikanische Armee 1 Monat später vernichtend geschlagen wurde und auch Brutus Selbstmord beging.

Wäre mal ein Anfang :smile:

Lg,
Christoph

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Cassius dachte aber dass auch Brutus besiegt wurde und lies
sich darafhin umbringen.

Von W. Busch so kommentiert:
„Hinderlich wie überall
Ist hier der eigne Todesfall.“

Hallo,

48 0v.Chr. versuchte Xerxes, den Hellespont mit Hilfe einer Schiffsbrücke zu überschreiten, die aber von einem Sturm weggeblasen wird. Er hat dann zwar eine neue bauen lassen, aber die Verzögerung gab den Griechen, vor allem einem gewissen Thermistokles, mehr Zeit, seine irrwitzigen Pläne voranzutreiben. Das Ergebnis dieses Plans war dummerweise (für die Perser) Salamis.

101 v.Chr. bekämpfte der römische Prätor Marcus Antonius Orator kilikische Piraten. Nicht die unorganisierten Haufen oder ein paar Leute mit Schnellbooten. Der hatte eine regelrechte Piratenflotte vor seiner Küste. Aber gerade als er sie gestellt hatte, drehte erst der Wind und brachte die Piraten in Vorteil. Sein eigenes Flaggschiff wurde versenkt und er trieb eine Weile auf ein paar Trümmern in der See zusammen mit anderen Überlebenden. Angeblich sah er die Schalcht als verloren an und wollte sich ertränken, aber die anderne ließne ihn nicht.
In der Zwischenzeit drehte der Wind und frischte auf. Die Schlacht wurde für die Piraten zu einer so vernichtenden Niederlage, dass es dort beinahe zwei Jahrhunderte keinen Ärger mehr gab.

Nur, was mir so auf die Schnelle einfällt.

Gruß
Peter B.

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Ich weiss nicht obs dir weiter hilft, aber neulich habe ich im Fernsehen folgendes gesehen:

Ca. 55 v. Chr kämpfte Caesar gegen die Gallier(die schließlich ja auch alle bis auf ein kleines Dorf erobert wurden). Zur Demonstrierung seiner Macht baute er eine Brücke über den Rhein. Ale die Germanen und Gallier auf der anderen Seite das sahen, flohen sie in die Wälder und waren so verschwunden als die Legionen schließlich herübermarschierten. Die Gelegenheit nutzte Caesar um ein bisschen in Germanien rumzulaufen. Schließlich ließ er die Brücke wieder abreissen. Militärisch erreicht hatte er aber nichts.

Ich hoffe das hilft, Mfg, OPELXVI

Hallo,

Militärisch erreicht hatte er aber nichts.

Cäsars Hautpziel dürfte ja gewesen sein, den Germanen und Galliern die Macht und die Möglichkeiten der Römer zu demonstrieren - und das hat er wohl erreicht. Dass er überhaupt weiterreichende Ziele hatte, dürfte unwahrscheinlich sein.

Gruß,
Markus

Mir fällt da spontan ein Beispiel ein, bei dem ein Heerführer zu spät kam. Im Jahre 348 v Chr. wurde die immer mächtiger werdende griechische Stadt Olynth (Teil der Chalkidike), durch den Makedonenkönig Philipp II. (Vater von Alexander dem Großen) zerstört. Dies war nur möglich, da die Verbündeten aus Athen zu spät in See stachen, schlechte WInde hatten und letztlich zu spät zur entscheidenden Schlacht kamen. Als sie da waren, war die Stadt längst zerstört und ihre Einwohner in die Sklaverei verkauft.