Krieg zwischen Demokratien

Kleine Anmerkung
Halli Hallo!
Ich fand den bisher stattgfundenen Disput sehr interessant und erinnerte mich dadurch auch an das Buch „Weltmacht USA. Ein Nachruf“ von Emmanuell Todd, worin der Autor beschreibt, wie sich die titulierte Weltmacht in den letzten Jahren langsam von der Demokratie weg bewegt hat und nunmehr zu den Oligarchien gezählt werden muss, wenn man die Definitionen auf die Spitze treibt. Er leitet daraus ab, dass alle westlichen Demokratien einen gesellschaftspolitischen Verfall erleben, der zu einer suksessiven Machtverschiebung in Richtung Wirtschaft und kleinerer Interessenverbände führt. Somit ist laut Todd das friedliche Zeitalter, welches von einigen optimistischen Demokratien-Verfächtern postuliert wird (indem eines Tages alle Staaten demokratisch sind und Demokratien keine Kriege untereinander führen ergo nie wieder Krieg), hinfällig, weil die Demokratie eben nicht die oberste und letzte Stufe ist. Wir sollten uns vielmehr darauf einrichten, dass, je älter und wässriger eine Demokratie ist, sie zunehmend instabiler und korrumpierter wird, bis schließlich einstige Demokratie-Vorreiter wie die USA selbst zur Gefahrenquelle werden.
Ein, wie ich finde, interessanter Gedanke, den man berücksichtigen sollte, wen man dem Glauben des friedlichen, demokratischen Zeitalters anhängt. In Anbetracht der täglichen Vernebelung und Verdummung des Volkes liegt die Idee des „bewussten Ablenkens und unmündig-machens“ gar nicht so fern

meint

the_digger

Usa nicht wurzel allen übels

P.S.: (Ist nicht gegen Dich gerichtet, Franz, aber…) Bin ich
eigentlich der einzige, dem die (in diesem Forum) weit
verbreitete Meinung auf den Sack Nerv geht, dass die
USA und ihre Verbündeten die Wurzel allen Übels auf dieser
Welt sind?

Nö, ich mag dieses dogma auch nicht. Usa ist ein großes land mit ganz vielen, sehr unterschiedlichen qualitäten.
Es ist ja auch ganz offensichtlich ein unfug, denn niemand kann schlüssig die Nazis oder die Hamas als verbündete der USA bewerten.

Der anscheinend so nonkonformistische (und daher: coole)
Glaube an die Herrschaft des militärisch-industriellen
Komplexes ist in Wirklichkeit genauso „kritisch“ wie der
Applaus von SED-Funktionären nach einer Honecker-Rede.

Sicher, dieser komplex herrscht nicht, aber er versucht’s immer mal wieder.
Ich denke schon, dass man einiges dafür tun muss, dass dieser komplex nicht zu mächtig wird. Das dumme ist, dass rüstungskonzerne mit der produktion von werkzeugen für außerökonomische zwangsmaßnahmen ökonomische macht erwirtschaften. Dieser komplex, der aus personen besteht (wie z.b. Rumsfeld), versammelt also ökonomische und außerökonomische machtmittel in einer hand.

Gru´ß von tonikal

P.S.: Ihr führt hier in der tat einen hochinteressanten dialog. Dafür gibt’s sternchen für beide beteiligten.