Hallo,
in dem unteren Artikelbaum zum angezweifelten Weltkrieg (? - so ganz habe ich die Ausgangsfrage immer noch nicht verstanden) hat jemand eingewandt, Deutschland habe seit 1933 die Kriegswirtschaft eingeführt.
Das allerdings stimmt nicht. Wahr ist, dass Deutschland aufgerüstet hat und dabei in einigen Waffengattungen einen qualitativen Vorsprung aufbauen konnte. Aber Kriegswirtschaft war das sicher nicht; denn am meisten fürchteten die Nazis Hungerstreiks wie 1918. Görings Spruch (und es war wirlich nur ein Spruch), dass jetzt Kanonen statt Butter gebaut würden, stimmte selbst nach Kriegsbeginn nicht.
Wer das Gegenteil behauptet, fällt auf die Nazi-Propaganda herein. Die Wirtschaft ist gut untersucht, die entscheidenden Indices bekannt.
Erst unter Speer wurde tatsächliche Kriegswirtschaft betrieben, so dass die Verluste des bekanntermaßen höchst effizienten Westfeldzugs 1940 NICHT ausgeglichen werden konnten. Der höchste Rüstungsausstoß war erst 1944, quasi kurz vorm Zusammenbruch.
Entscheidend für die deutschen Anfangserfolge war vor allem die überlegene militärische Führung (also nicht Hitler, wohlgemerkt), die entgegen dem Prinzip des Führerstaates den untergebenen Einheiten viel Verantwortung zubilligte. Andere Vorteile gab es kaum:
Die polnische Armee war quantitativ ebenbürtig, ein Angriff Frankreichs 1939 hätte dem Krieg ein schnelles Ende bereitet; Frankreich besaß auch die besseren Panzer und eine kaum schlechtere Luftwaffe (zumal im Verbund mit der RAF). Nur war eben die militärische Führung und Ausbildung schlechter.
Viele Grüße,
Andreas