Kriegskinder

Hallo…

Hallo Firdevsil…das sagst du so in deinem jugendlichen
Leichtsinn

Kann schon sein…:smile:

War so ein Gedankengang…Ich habe einige ältere Freunde/innen.Die meisten haben schon eine ausführliche Therapie hinter sich.Aber über die Nazizeit kann man die wenigsten ansprechen…

und zum dritten weil sie sich nicht als opfer sondern
insgeheim als
Täter verstanden haben und dies verheimlichen wollten.
es ist wohl in dieser Generation oft zu etwas gekommen was mal
als
transgenerationelle Weitergabe versteht.

Die Freunde, die auch Therapie gemacht haben, litten sehr unter dem extremen Konservatismus der Eltern; viele haben minderjährig reissaus genommen und in WGs und Kommunen gelebt.
Manche leiden noch unter ihren Namen wie z.B. Wolf-Dietrich
Aber warum sollen sie sich als Täter verstehen??Diejenigen die ich kenne tun das nicht; vielmehr verurteilen sie die Mitläufer-Eltern…

gruss Firdevsii

Hallo Firdevsii,

Jahrgänge 35-44.

Mein Vater gehörte auch dazu und hat mir einiges darüber.

Klar war das damals auch eine verheerende Situation; ständig in Bunker flüchten und warten, nebenbei noch Bomben sich mitanhören.

Da war noch viel mehr. z.B. Nahrungsbeschaffung, Heizmaterial im Winter, all das mußte organisiert werden. Heute würde man es stehlen nennen. Damals gings um Überleben. Oder man schafft es in den Bunker, aber die Schwester nicht. Weißt du wie es nach der Bombatierung draußen aussah? Die zerstörten Leiber derer, die es nicht geschafft haben.
Das ist nur ein keiner Teil dessen, was mein Vater uns Kindern erzählt hat, und er sprach nur sehr selten davon. Bei den anderen Angehörigen, Mutter, Onkel, Tanten, Oma, Opa, sprach niemand darüber.
Wir hatten auch unsere Kindsoldaten, die z.B. an die Flakgeschütze gestellt wurden.

Hier im Lande z.B. haben zwar viele 68er eine schwere Kindheit inklusive Krieg gehabt,

Welcher Krieg. Die 68er wurden nach dem Krieg geboren.

Ende der 50er Jahre war alles anders.

Ach? Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch Mühe, als jung verheiratetes Paar eine Wohnung zu bekommen. Meine Eltern lebten ein paar Jahre bei meinen Großeltern, bevor sie eine Wohnung fanden.
Gruß
Monika

Hallo Firdevsii,

Aber zählt man nicht die Jahrgänge ab 35 nicht auch noch dazu?

Der Krieg dauerte bis 1945. Die 68er wurden aber danach geboren. Sie haben den Krieg nicht live mitbekommen, aber irgendwie ist das Bedürfnis der Eltern nach Frieden bei ihnen sichtbar geworden.
Gruß
Monika

Mein Vater ist ein 38er Jahrgang aber zählt sich gerne zu den 68ern.Er hat ja auch ordentlich mitgemischt in der linken Szene.
Er ist allerdings Türke georgischen Ursprungs und hat seine Jugend in der Türkei verbracht.Hat also somit keinen Krieg miterlebt.

gruss

DANKE
Hallo an alle…

Danke euch…Es war eine anregende Diskussion.Und wieder habe ich paar fehlerhafte Formulierungen und auch Wissen entdeckt und konnte sie berichtigen.
Ich möchte nochmal betonen dass ich die Erlebnisse von deutschen Kriegskindern nicht verharmlosen will!!Habe auch meine Kindheitstraumen gehabt, aber Kriege miterleben ist da kein vergleich, vor allem die Nazizeit.
Angefangen hat es ja als ich diese Bilder gesehen hatte.Ich habe sie mit meinen damaligen Bildern verglichen und war den Tränen nahe…

schönen Sonntag noch euch…

Gruss Firdevsii